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Bedeutung von Leid für den Glauben












@ positiv
Lieber positiv,

Du stellst in den Raum:
Zitat:
warum läßt ein Gott das Leid zu.....


Die Christen geben auf diese Frage dann immer als Erklärung den freien Willen des Menschen und deren Entscheidung für das Böse an.

Zitat:


Wie kann hier "Christliche Nächstenliebe" im Krieg mit der Tötung von Gegner und Ungläubigen vereint werden?

Natürlich gar nicht! Mißbrauch eines religiösen Ansatzes...


Da bin ich mir nicht mehr so sicher. Die Bhagavad Gita ist ja die Geschichte eines Kampfgeschehens, in der schließlich der Gute (Arjuna) zusammen mit Gott die Bösen dahinmetzelt, was nicht nur in übertragenen Sinne gemeint sein kann. Kampf und Töten sind auch Handlungen in dem Bereich der Dualität, die sich nicht eindeutig in wahr und richtig einteilen lassen. Es hängt da sicher vom religiösen Verständnis ab, aber selbst in dieser Frage sehe ich keine Unversöhnlichkeit zwischen den Religionen. Pazifismus ist nicht automatisch religiös, ein Soldat nicht automatisch mit dem Teufel im Bunde.

Lieber Gruß Vaijanath
@Vaijanath
Es ging hier aber nicht um irgendein Töten! Wenn es um das Töten eines "Ungläubigen" geht, dann muß dieser nicht implizit mein Todfeind sein, vor dem ich mich nur durch das Töten retten kann.

Kann es sein, dass Du mein 1. Zitat aus dem Zusammenhang gerissen hast. Es war als Attribut zu einer möglichen christl. Aussage eingebettet!

Das die Frage selber mit dem "freien" Willen zu tun hat, ist natürlich selbstredend!

Gruß
@nasruddin

Lieber Seelenfreund,

Zitat:
Erst derjenige, der sich selbst lieben kann, - ein gesunder Egoist - erkennt, dass er, wenn er seinen Gegebüber liebt, sich das aus liebe zu sich selbst macht


Was ist der Unterschied zwischen Eigenliebe und Egoismus? Nun ich würde es so beantworten.

Egoismus definiert sich darin, dass man sich von den anderen abgrenzt (so wie die anderen bin ich nicht, das will ich nur für mich, kein anderer soll das haben, kein anderer ist so gut, so klug wie ich). Hauptklang ist das Nicht, das Nein, das Ausschließen, das Trennen.

Eigenliebe definiert sich darin, dass man positiv das liebt was man ist (Ich bin gut, ich bin in Ordnung, ich sage ja zu mir.). Hauptklang ist das Ja, das Annehmen, das Verbinden aller Teile der eigenen Seele in Liebe.
Zitat:
Christen mögen Leidende suchen, um diese aus diesem Leiden zu erlösen, damit sie selbst befreit werden. Man such Leidende als Selbstszweck.


Der erste Schritt in dem Spannungsfeld der Liebe ist es, den anderen überhaupt wahrzunehmen, dann zu akzeptieren, dann zu respektieren, dann zu achten, dann mitzufühlen, dann zu lieben und schließlich in selbstloser Liebe mit dem anderen zu verschmelzen, in ihm aufzugehen. Dieses Spannungsfeld ist auf der einen Seite von Dualität geprägt, die in dieser Abstufung schließlich zu Einem wird. Diese ersten Schritte in der Dualität der "christlichen Nächstenliebe" sind zweifellos noch egoistisch geprägt, so wie die Zeugen Jehovas für jeden den sie bekehren einen Bonus im Himmel bekommen, oder die naive Vorstellung muslimischer Kämpfer, dass ihr heldenhafter Soldaten-Kampf im Himmel mit zig Jungfrauen belohnt wird...

Du beschreibst es so:
Zitat:
Später tut sich die Tür zur Eigenliebe auf und die Nächstenliebe beginnt zu kristallisieren. Mit jeder Hilfe die man gibt, bekommt man Dankbarkeit zurück.
Es beginnt ein "Training" des Herzens. Irgendwann wird es irrelevant ob man Dank dafür bekommt oder nicht... Man hilft, weil es einem selbst Gut tut. Ohne die Erwartungshaltung "Dankbarkeit vom Gegenüber zu bekommen" ist der Zustand der Eigenliebe erreicht. Und erst jetzt wird die Nächstenliebe zur Praxis. Praxis weil die Nächstenliebe erst mit einer "Tat" ausgedrückt werden kann. Nicht mit Sprüchen. Nur mit einer liebevollen "Tat" ist Nächstenliebe möglich.
Zitat:
Ok. Das mit der selbstlosen Mitgefühl kann Vaijanath vielleich als Buddhist einfacher sagen. Warten wir mal ab ob ich da überhaupt richtig liege..


(Lieber Nasruddin, Wenn ich mich religiös in eine Schublade stecken lasse, dann am ehesten in die des Advaita-Vedanta, genauer gesagt dem Kashmir Shivaismus. Seit meiner Kindheit decken sich meine religiös philosphischen Ansichten am ehesten mit dieser Lehre/Offenbarung. Mein deutscher Nachname stammt tatsächlich aus Indien und bezeichnet eine tantrische Tradition des Kashmir Shivaismus, eine Tatsache, die ich erst im Laufe meiner spirituellen Suche überrascht feststellen konnte.)

Selbstloses Mitgefühl?
Jemand, der sich selbst liebt, der sich selbst mit einem Ja annimmt, der wird nicht umhin können, auch anzufangen zum anderen Ja zu sagen. Er wird, nachdem er die Teile seiner Seele in Liebe vereint hat auch anfangen, die Welt vor seinen Augen in Liebe zu vereinen. Aus dem Vielen Eins zu machen, aus dem Anderen das große Ich werden zu lassen und sich selbst im Ganzen vergessen. Doch der Prozess sich zur Eigenliebe und dann zur Nächstenliebe und schließlich zur Gottesliebe zu entwickeln mag auch Hand in Hand gehen.

In den Bereichen der Erkenntnis, die sich schon vom Dualismus entfernt haben und Gott nahekommen, so scheint mir, haben alte Betrachtungsweisen aus unserem dualen Alltag vermutlich ausgedient. Zum Beispiel der Gedanke zu teilen. Unser Alltag: Ein Stückchen ist immer weniger als das Ganze, ich will den ganzen Kuchen! Die göttliche Liebe dagegen ist überfließend. Je mehr ich davon freigebig verteile, umso mehr wächst sie an, je mehr ich sie zu greifen versuche, umso mehr entweicht sie meinem Griff. Eigenliebe ist deshalb für mich kein Widerspruch zur wahren Nächstenliebe, eher eine Ausweitung. Unser Alltagsbewußtsein sagt auch, wie könnten wir Gott sein, bestenfalls Teile oder Funken Gottes. Nein, jeder von uns ist Gott in seiner Vollkommenheit und Größe. In den Shiva-Sutras steht: -Yogic realisations are amazing-. Wir alle sind einzigartig Auserwählte in diesem Universum. Es ist weniger ein Teilhaben, das ist ein Wort aus dem Alltag, es ist ein Ganzhaben. Jeder und alle werden dieses Universum enthüllen um darin sich selbst, Gott zu finden. Ein einzigartiges Schauspiel, das nur für uns aufgeführt wird, denn es gibt nur uns, Gott. Wir sind das Ganze.
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