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Vertiefung über die 'Zweifache der Stufe der Offenbarer'












195 Sollte eine der allumfassenden Manifestationen Gottes erklären: »Ich bin Gott!«, so spräche sie gewißlich die Wahrheit, und es gäbe daran keinen Zweifel. Denn wiederholt wurde dargetan, daß durch ihre Offenbarung, ihre Attribute und Namen die Offenbarung Gottes, Seine Namen und Seine Attribute in der Welt offenkundig gemacht sind. So hat Er enthüllt: »Jene Pfeile waren von Gott, nicht von Dir!«* Und ebenso spricht Er: »Wahrlich, die Dir Treue gelobten, gelobten sie in Wirklichkeit Gott«**. Würde einer von ihnen sagen: »Ich bin der Gesandte Gottes«, so spräche Er gleichfalls die Wahrheit, die unzweifelhafte Wahrheit. So spricht Er: »Muhammad ist nicht der Vater irgendeines Menschen, sondern Er ist der Gesandte Gottes«***. In diesem Lichte gesehen, sind sie alle nur Gesandte dieses vollkommenen Königs, dieser unwandelbaren Wesenheit. Würden sie alle verkünden: »Ich bin das Siegel der Propheten«****, so sprächen sie gewiß nichts als die Wahrheit, erhaben über den leisesten Schatten eines Zweifels. Denn sie alle sind nur eine Person, eine Seele, ein Geist, ein Wesen, eine Offenbarung. Sie alle sind die Manifestationen des »Anfangs« und des »Endes«, des »Ersten« und des »Letzten«, des »Sichtbaren« und des »Verborgenen«***** - all dies kommt Ihm zu, Ihm, dem innersten Geist der Geister und der ewigen Inbegriffe des Seins. Und würden sie sagen: »Wir sind Gottes Diener«******, so wäre auch dies eine offenkundige, unbestreitbare Wahrheit. Denn sie haben sich im äußersten Zustand des Dienens offenbart, eines Dienens, wie es kein Mensch je erreichen kann. Darum haben diese Inbegriffe des Seins in Augenblicken, da sie tief in die Meere altehrwürdiger, ewigwährender Heiligkeit eintauchten, oder wenn sie zu den erhabensten Höhen göttlicher Mysterien emporstiegen, den Anspruch erhoben, daß ihre Sprache die Stimme der Gottheit, der Ruf Gottes selbst sei. Wäre das Auge der Einsicht geöffnet, so würde es erkennen, daß sie sich in diesem Zustand als völlig ausgelöscht und nicht existent betrachten vor dem Antlitz Dessen, der der Alldurchdringende, der Unbestechliche ist. Mich dünkt, sie haben sich ganz als ein Nichts angesehen und ihre Erwähnung an jenem heiligen Hof als einen Akt der Gotteslästerung erachtet. Denn die leisesten Einflüsterungen des Selbstes sind an einem solchen Hof ein Beweis für Eigengeltung und unabhängiges Sein. In den Augen derer, die an diesen Hof gelangen, ist eine solche Regung schon ein schweres Vergehen. Wieviel schwerer wäre es, würde in dieser Gegenwart etwas anderes erwähnt, wären des Menschen Herz, Zunge, Gemüt oder Seele von etwas anderem eingenommen als von dem Vielgeliebten, betrachteten seine Augen ein anderes Antlitz als Seine Schönheit, neigte sich sein Ohr einer anderen Melodie als Seiner Stimme und gingen des Menschen Füße einen anderen Pfad als Seinen Pfad.

* Qur'án 8:17
** Qur'án 48:11
*** Qur'án 33:40
**** Qur'án 33:10
***** Qur'án 57:4
****** vgl. Qur'án 3:182; 5:118; 19:30
196 An diesem Tage weht Gottes Hauch, und Sein Geist hat alle Dinge durchdrungen. So mächtig ist die Ausgießung Seiner Gnade, daß die Feder ruht und die Zunge schweigt.
197 Kraft dieser Stufe erheben sie etwa den Anspruch, die Stimme der Gottheit zu sein, während sie kraft ihrer Stufe der Gesandtschaft sich als die Boten Gottes erklären. In jedem Fall sprechen sie, wie es den Gegebenheiten des Augenblicks entspricht, und beziehen alle diese Aussagen auf sich selbst, Aussagen, die sich vom Reich göttlicher Offenbarung bis zum Reich der Schöpfung erstrecken und vom Bereich der Göttlichkeit bis zum Reich irdischen Seins. Damit ist, was immer sie sagen, ob es sich denn auf den Bereich der Gottheit, der Herrschaft des Herrn, des Prophetentums, des Hütertums, des Apostolats oder des Dienens bezieht, ohne den Schatten eines Zweifels wahr. So müssen diese Verse, die Wir für Unseren Beweis angeführt haben, aufmerksam bedacht werden, damit die voneinander abweichenden Aussagen der Manifestationen des Unsichtbaren und Morgenröten der Heiligkeit nicht länger die Seele erregen und den Geist verwirren.
198 Die von den Leuchten der Wahrheit gesprochenen Worte müssen sorgfältig bedacht werden, und wenn man ihre Bedeutung nicht verstehen kann, sollte Aufklärung bei den Treuhändern der Schatzkammern des Wissens gesucht werden, so daß diese den Sinn der Worte erklären und ihr Geheimnis enträtseln. Denn niemand steht es an, das heilige Wort nach seinem unzulänglichen Verständnis auszulegen, oder es gar zu verwerfen und seine Wahrheit zurückzuweisen, sofern er findet, daß es seinen Neigungen und Wünschen zuwider ist. So verhalten sich heutzutage die Geistlichen und Gelehrten, die auf den Stühlen der Erkenntnis und Gelehrsamkeit sitzen und Unwissen Erkenntnis, Tyrannei Gerechtigkeit nennen. Befragten sie das Licht der Wahrheit über die Gebilde ihrer eitlen Phantasie, und fänden sie dann Seine Antwort unvereinbar mit ihren eigenen Vorstellungen und ihrem eigenen Verständnis des Buches, so verleumdeten sie sicherlich Ihn, die Schatzgrube und den Urquell allen Wissens, als die Verneinung des Wissens. So ist dies zu allen Zeiten geschehen.
@Tobias

Danke für die Abschrift. Ich bin vollkommen mit diesen Schriften einig. Es gibt nichts Auszusetzen. Sondern, vielmehr darüber nachzudenken und zu verinnerlichen.

Vielleicht verstehst Du jetzt, warum ich einfach nicht über die Freunde Gottes irgendwelche Aussagen machen konnte, im vorherigen Thread. Es wäre und ist falsch, ein Urteil zu fällen über andere Menschen.

Wenn Du erlaubst werde ich einen Abschnitt aus dem Mesnevi ( Mathnawi ) von Rumi bezüglich Ali hier posten. Damit die Gedanken und das Verhalten Ali's mit denjenigen von Bab und Baha u'llah übereinstimmend gefunden werden.

Gruss
Nasruddin
Forum -> Baha'i-Religion

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