|
|
|
@nebulös,
I.
| Zitat: |
| Auch Recht und Gerechtigkeit sind durch Logik absolut zu definieren und zu ergründen...und zwar immer und ausnahmslos! |
Scheinbar sind Recht und Gerechtigkeit für dich schon Synonyme. Was natürlich ein kapitaler Fehlschluss ist.
Dass du auch noch glaubst, sie immer und ausnahmslos mit Logik ergründen zu können, zeigt nur, dass du weder über das eine noch das andere je nachgedacht hast.
Recht ist nichts weiter, eine Vereinbarung unter Menschen. Die einzelnen Regeln an sich haben nur gar nicht mit Logik zu tun. Idealerweise sollte sich in der Folge aus dem Regelwerk logisch ein bestimmter Schluss ziehen lassen. Das dem bei weitem nicht immer so ist, weiss jeder, der sich mit Recht befasst.
Oder glaubst du vielleicht sogar, dass die Regeln des Rechtes in ihrer Gesamtheit logisch begründbar seien?
Zuzutrauen wäre es dir ja.
|
|
|
|
II.
Gerechtigkeit ist wieder eine völlig andere Ebene, die sich ebensowenig mit Logik erschließen lässt.
Nehmen wir mal ein paar Aussagen von dir aus einem anderen Thema:
Nach einer von postulierten Auffassung, darf ich auch kein Notwehrrecht ausüber, weil ich dann nicht mehr unumschränkt gut bin.
| Zitat: |
| Würde ein Mensch perfekt gut sein wollen, dann dürfte er sich auch nicht in Notwehr verteidigen! |
Wo liegt da die Logik deiner Gerechtigkeit. Ist es logisch, dass Recht Unrecht weichen muss? In diesem Fall erzeugt deine Scheinlogik Unrecht. Du postulierst geradezu das Unrecht.
| Zitat: |
| Weder noch, ich bin einfach nur gnadenlos vernünftig... |
Ein sehr schönes, weil entlarvendes Zitat. Die verlierst nämlich über den Blick auf deine "Vernunft" vollkommen den Aspekt, dass Gerechtigkeit ein zutiefst menschliches Ding ist und Gnade ein ganz wesentlicher Aspekt dessen ist, was Gerechtigkeit zum Gegenstand hat.
Daher bin ich auch der Auffassung, dass du eben eine komplette Nichtmoral verbreitest. Du degradierst mit deiner Ansicht den Menschen zum Objekt einer scheinbaren Logik, ohne es auch nur im Ansatz nachvollziehbar begründen zu können. Indem du das sujektive Element ausblendest, enthauptest du den Begriff des Rechtes oder gar der Gerechtigkeit.
|
|
|
|
III.
| Zitat: |
Absolute Wahrheit ist immer und ausnahmslos objektiv! Oder ist dir irgendein Fall bekannt, in dem das nicht so ist?
|
Was ist denn deine Vorstellung von Wahrheit? Du bist komplett in deinem formalen Denkschema verhaftet. Es gibt kein unabhängiges Wahrheitskriterium.
Welches Wahrheitskriterium willst du für deine allumfassende Erkenntnis zugrunde legen?
Die Übereinstimmung einer Gemeinschaft, die darüber entscheidet, was in dieser Gemeinschaft jeweils für wahr und falsch gehalten wird?
Die praktische Nützlichkeit einer als wahr behaupteten Ansicht?
Der innere Zusammenhang eines Gesamtsystems von Aussagen?
Die intuitive Evidenz einer Aussage?
Du wirfst gern und schnell mit Begriffen wie absolute Wahrheit um dich und glaubst jeden Lebenssachverhalt darunter subsummieren zu können.
Dabei hat schon der Terminus an sich verschiedene Bedeutungen.
Kann es sein, dass du absolute Wahrheit mit objektiver Wahrheit verwechselt?
|
|
|
|
IV.
| Zitat: |
| Ich hab noch nie von einer echten Gerechtigkeit gehört, die nicht logisch ist, welche soll das denn sein? |
Gerechtigkeit ist ein zutiefst subjektives menschliches Kriterium. Was du als gerecht empfinden magst, ist für andere Willkür in Reinforn. Du verkennst, dass es sich bei Gerechtigkeit um Wert- oder Unwerturteile in dem jeweils geltenden Kontext handelt. Diese sind abhängig von sozialen, kulturellen, historischen oder religiösen Einflüssen, usw. Nicht umsonst ist das, was allgemein als gerecht empfunden wird, einem stetigen Wandel unterworfen. Nach deiner Definition der Gerechtigkeit dürfte dies ja eigentlich nicht der Fall sein, da sie ja logisch, immer objektiv und daher wohl auch ncht wandelbar ist. Zu glauben, der Gerechtigkeit mittels Logik auf die Spur zu kommen, führt völlig in die Irre. Es kann daher schon rein begrifflich keine "echte" Gerechtigkeit geben.
Für eine Person, die aus welchen Gründen auch immer, aus Überzeugung Rassist ist, ist die Ungleichbehandlung eine logische Schlussfolgerung. Sie ergibt sich zwingend aus seiner Perspektive. Rein glaubenstechnisch kann er sie ebensogut begründen, wie du deine übergeordnete Gerechtigkeit.
|
|
|
|
Nebulös,
dann gib mir doch mal ein ganz konkretes Beispiel, welches deine These untermauert.
Gruß
Nachtrag:
| Zitat: |
Nichts ist absolut wahr z.B., und das ist mit Logik "fassbar"! Das ist EINE absolute Wahrheit, es gibt sicher noch wenigstens eine andere.
|
Sollte ich diese Aussage als konkretes Beispiel nehmen hättest du dich grade selbst widerlegt. Ich hoffe du entdeckst es selbst .
|
|
|