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Wer machte die Götter?












Meine Meinung:
Nicht Götter schufen die Menschen, sondern Menschen schufen die Götter!
In vielen Kreisen egal welcher Religionen ein recht provokanter Satz.
Nun ja, ich bezog mich wohlweislich auf Götter, jedoch könnte man den Gedanken auch auf alle Religionen ausweiten. Denn wie sagt man so schön? "Die Gedanken sind frei"

Wie komme ich zu dieser Meinung? Schauen wir dazu kurz in die Geschichte unserer Vorfahren.
Täglich sahen sie das Auf- und Niedergehen der Gestirne, das Zucken des Blitzstrahls, das Grollen des Donners, die wundersamen Verwandlungen und Gestalten der Wolken, Wechsel von Wärme und Kälte, Winter und Sommer, Leben und Tod. Erscheinungen welche wir als Naturkräfte interpretieren.
Für unsere noch naiven Vorfahren viele Rätsel, die ihm immer wieder die Fragen aufdrängten: Wie ist dies alles entstanden? wer hat es geschaffen? wer erhält es? wer gebietet der Sonne zu leuchten? dem Donner zu krachen? dem Leben zu werden und zu vergehen? Der Verstand blieb die Antwort schuldig, aber das Gemüt und die Einbildungskraft gab sie.
Also vermutete man: Das müssen geheimnisvolle Mächte sein, Wesen, größer und gewaltiger als wir Menschen, Wesen, die wir nicht selber sehen, deren Walten allein wir in der Natur erkennen. Der Wechsel von Tag und Nacht, von Sommer und Winter erschien als ewiger Kampf zwischen hellen und finsteren, guten und bösen Mächten, zwischen Göttern und Dämonen. Im Donner vernahm der Mensch die Stimme des zürnenden, im Säuseln des Windes das Schweben abgeschiedener Seelen oder den leisen Schritt des segnenden Gottes; die Wolken bildeten seine Phantasie zu gespenstigen riesigen Gestalten, zum verhüllenden Mantel oder zum fliegenden Ross der Gottheit.
Also gab man den Gestalten Namen. Und somit entstanden die Götter, jeder einzelne Gott mit einer bestimmten Funktion. Sogar manch wundersames Werkzeug und Getier erhielten sie. Die Wolken wurden zu Walküren, oder zum achtbeinigen Ross Sleipnir, der Donner war das Wirken des Thors, der Blitzstrahl wurde vom Thorhammer entfacht.

Was habt ihr für eine Meinung darüber?
Aber diese Zeiten sind ja wohl vorbei.
Natürlich kann man der Meinung sein, dass man für alles Unerklärliche einen Gott braucht, weil die Unwissenheit dann leichter zu ertragen ist.
Die Frage, wenn sie auch teilweise verpönt ist, was es uns für unser tägliches Leben hilft dass wir an Gott glauben ist meineseranchtens berechtigt.
Wenn der Glaube mir wiklich zu einem besseren Leben verhilft, wie ich es erlebt habe und erlebe, dann ist er sinnvoll.
Selbst wenn ich nur an einen Gott glauben würde, den ich selbst erfunden habe, hätte dieser Gott seine 'Funktion' erfüllt.
Ich denke wir hängen zu sehr am Begriff Wahrheit fest und am Dualismus:
Wenn das eine stimmt, dann kann das andere nicht stimmen.
Was ich selbst erschaffe ist wahrscheinlich nicht Gott, sondern meine Vorstellung von Gott, die mir in meinem Leben weiterhilft.
Und solch eine Vorstellung von Gott, ohne die wir als Menschen eben letztlich nicht auskommen, muss wohl jeder Kultur und jedem einzelnen Menschen angepasst sein, wenn sie wirklich hilfreich sein soll.
Die Religionen stellen ein Grundmuster zu Verfügung, das so grob für viele Menschen passt. Die Feinheiten muss dann woh jeder selbst finden.
Zitat:
Die Religionen stellen ein Grundmuster zu Verfügung, das so grob für viele Menschen passt.


Ich glaube nicht, daß die Kirchen mit so einer Erklärung zufrieden wäre, nach dem Motto: Glaub an EINEN Gott, liebe deinen Nächsten, der Rest nach eigenem Gutdünken...
Es wird doch manchmal auf die "Feinheiten" mehr Wert gelegt, daß hinter diesen Dingen der eigentliche Kern verschwindet.

Ich denke, daß sich sowieso jeder sein "Glaube" selbst zusammenbastelt,
ein "Glaube von der Stange" ist wohl eher etwas für Menschen, die noch suchen und unsicher sind.
Ich persönlich könnte noch nicht einmal sagen, an was ich glaube.
Manches meine ich zu fühlen, anderes drängt sich auf, einige Dinge stossen mich ab.
Führen Dinge "ausserhalb" mich in eine Richtung, suche ich mir die Richtung unbewußt selbst, oder ist es nur Zufall, dem ich einen Sinn zu geben versuche?
Zurück zum Thema: Götter als..hm..quasi Vermenschlichung der Natur ist sicher ein sehr urspünglicher Glaube, der nach und nach durch unser Wissen aufgelöst wurde. Wir wissen heute, da0 Gewitter eben kein Gotteszorn ist, sondern mit Luftdruck und Temperatur zu tun hat.
Aber ist das wirklich alles?
Vom warmen Zimmerchen aus ja.
Aber wenn man Gewitter wirklich einmal "näher" erlebt hat, oder einen Tornado, oder auch unspektakulärere Erscheinungen, der weiß, daß es sich nach mehr anfühlt.
Ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll.
Vielleicht wie Musik.
Derjenige, der sie nicht hört, für den sind das nur Noten, nur ein Abbild. Terzen, Oktaven, Notenlängen, Tongeschlecht.
Kann man alles ganz prima "erfassen", notieren, sich angucken.
Allerdings diese Musik zu hören und die damit verbundenen Emotionen zu fühlen ist etwas ganz anderes...

So ich werde jetzt bei meinem Wocheneinkauf erstmal meine Gedanken sortieren.
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