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Meister Eckhart: Die Liebe Gottes












Bole

Das mit Camino habe ich nicht verstanden.

Aber auch ich verspüre zweitweise den Wunsch diesen Forum zu verlassen.

Es hat einige, die zerpflücken, zerreden und vor allem zerstören wollen.

Dies ist wohl in allen Foren so, wo eine gewisse Selbstdarstellung ( ich zähle mich dazu ) und Egomanie vorhanden ist.

Aber manchmal nimmt sie Oberhand und die Diskussion wird zum Emotionen-Klo, wo man sich endlich mit Vorurteilen, Schmähungen und der eigenen Seele zugefügten Wunden entledigen kann! Eine wahre Toilette der Kakaphonie der Emotionen!

Da ziehe ich mich zurück und versuche einfach meinen Esel zu zügeln.
Auf eine Esels-Bissige Antwort zu verzichten.
Und weisst Du, Esels-Bisse die tun weh!

Doch Schmerz lass nach, dann kommt jemand und versucht es mit ruhigen Worten. Vernünftigen Worten. Einfühlsamkeit im Geiste.

Das gibt mir wieder den Auftrieb!

Dann nehme ich mir eine Vitamitablette ( Generation 50+ ) und lege wieder los!

Gruss
Nasruddin
Zitat:
Den durch selbstsüchtige Gottesentfernung an der Seele empfundenen.

Den durch selbstlose Gottesannäherung am Fleisch empfundenen.


Lieber Andreas,

gibt es nicht aber auch den dritten Schmerz: Den durch nicht-gewollten (d.h. nicht-selbstsüchtigen) Gottesverlust? Ich habe 1977 meinen christlichen Glauben verloren. Seitdem suche ich. Und glaube mir, ich mache es mir nicht leicht.

Es schmerzt mich etwas, zu lesen, dass Menschen, die ungläubig sind, oft generell als "selbstsüchtig" bezeichnet werden. Glaube mir, ich BENEIDE jeden von Euch, der so stabil glauben kann. Ich kann es nicht mehr. Ich suche seit 31 Jahren, und habe ANSÄTZE in der Mystik (buddhistische und christliche) gefunden, aber diese Ansätze sind sehr schwach. Aber nicht aus "Selbstsucht".

Aber davon abgesehen: Lieben Dank für diesen schönen Thread, ich habe ihn schon mehrfach gelesen und ihn mir nun auch ausgedruckt.

Liebe Grüsse

PeBu
@Nasruddin: Camino de Santiago - Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela. Santiago ist die drittwichtigste Pilgerstadt der Christenheit.
Bitte aber meine Wanderung nicht gleich als Pilgerfahrt aufzufassen. Eher zum Zweck des Ruhefindens und Abenteuer erleben. (Passt gut zsm. oder? )
Lieber Bole

Mein Neid und mein Respekt gebührt dir Ein Pilger!

Ich möchte so gerne auch in den nächsten ein, zwei Jahren den Camino gehen!

Nachdem ich das Buch von Paolo Coelho gelesen hatte, war mir klar: der Jakobsweg ist mein Weg!

Ich habe mal einen Thread dazu im Christentum Bereich eröffnet. Vielleicht magst du dort kurz deine Erfahrungen schildern. Würde mich freuen!

Lieber PeBu

Zitat:
gibt es nicht aber auch den dritten Schmerz: Den durch nicht-gewollten (d.h. nicht-selbstsüchtigen) Gottesverlust? Ich habe 1977 meinen christlichen Glauben verloren. Seitdem suche ich. Und glaube mir, ich mache es mir nicht leicht.


Ich glaube diesen dritten Schmerz gibt es nicht. Meine Frage an dich ist deshalb: Hast du nur deinen Glauben an das Christentum verloren oder wirklich deinen Glauben an Gott?

Wenn ersteres der Fall ist, dann sehe ich für den Moment nicht das grösste Problem darin. Das ist nur eine Auswirkung des Denkens. Solange du bei Gott bist, ist es egal, welchen Weg du nimmst. Anders als meine Kirche bin ich überzeugt, dass auch ein Buddhist oder Hindu erlöst werden kann, also die nächste Nähe zu Gott erreichen kann. Es gäbe also keinen Grund für Schmerz.

Oder hast du deinen Glauben an Gott verloren? Dann, muss ich sagen, bist du wirklich nicht auf dem glücklichsten Weg. Und was dafür letztlich die Ursache ist, kann ich natürlich so ferndiagnostisch nicht sagen. Das muss man in sich selbst suchen.

Aber ich kann sagen: Zweifel kennt jeder.

Mir helfen dann Meditation und Einkehr. Ich spüre die Existenz Gottes, seine wärmende Nähe, seine Eingebungen, Zeichen und Wunder dann einfach wieder. Da bleibt kein Zweifel

Zitat:
Es schmerzt mich etwas, zu lesen, dass Menschen, die ungläubig sind, oft generell als "selbstsüchtig" bezeichnet werden.


Ich glaube nicht, dass das böse oder abwertend gemeint ist. Auch kann es nicht generell gemeint sein.

Ich z.B. sehe in jedem Menschen u.a. die Veranlagung selbstsüchtig zu sein. Selbstsucht ist der reine Wille des Fleisches, also meines biologischen Körpers, mit all seinen Trieben.

Nur der religiöse Mensch, sofern er das wirklich ist, arbeitet daran, dass er die Selbstsucht los wird (= Kreuzigen des Fleisches).

Ich denke, du bist auf einem ehrlichen und guten Weg. Es rührt mich, dass du dir den Thread ausgedruckt hast

Viele Grüsse,
Andreas
Lieber Andreas,

ich hatte eine lange Zeit lang das Gefühl, nicht nur den Glauben an das Christentum, sondern auch den Glauben an Gott verloren zu haben. In winzigen Spuren erscheint beides seit einigen Monaten wieder als "Möglichkeit", mehr als ein winziger Keimling ist da aber (noch) nicht.

Es geht dabei übrigens nicht um mein Heute. Vielleicht kam das falsch rüber. Aber wenn ich vor 20 oder 10 oder noch 2 Jahren gelesen hätte, mein Nichtglauben-Können sei "selbstsüchtig", wäre mir der Weg "zurück" (?) SICHER versperrt worden. Heute bin ich da stabiler, und es schreckt mich nicht sofort vollkommen ab.

Ich wollte eigentlich nur sagen, dass man mit nicht ganz so gut bedachten Worten oft Dinge verhindern kann, die man vielleicht gar nicht verhindern möchte.

Sorry, jetzt sollten wir wieder zu Meister Eckhart zurückkommen

Liebe Grüsse

PeBu
Forum -> Judentum und Christentum

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