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Meister Eckhart: Die Liebe Gottes












@Bole

Ein Hinweis und eine mögliche Antwort ist ist 2 Teil dieses Thread von Meister Eckhart selbst geschrieben.

Zitat:
Dies ist der Mensch, der konnte gar schwerlich glauben, dass ihn Gott so lieb hat, bis Gott endlich sich selbst ein Auge ausstach und menschliche Natur annahm. Dies ist Fleisch geworden.


Der Mensch ist wohl die Frau, die das Auge verloren hat.
Also: Einäugig geworden ist.
Dies könnte ein Hinweis auf den Spruch sein der mit dem Menschen der "den Splitter im eigenen Auge nicht sieht...".

Das Gott aus Liebe die menschliche Natur annimmt und sich selbst ein Auge aussticht, ist doch der höchste Beweis der selbstlosen Liebe und des Liebesdienstes Gottes an dem Menschen.

Und Doch kann es der Mensch nicht glauben, dass er geliebt wird.
Fordert immer und immer wieder beweise...

Aus der Christlichen Sicht hat sich doch Jesus erniedrigt und kreuzigen lassen...

War das nicht der Liebesbeweis Gottes an den Menschen?...

Auch im Koran wird der Christus als Wort Gottes ( Fleischgewordenes Wort Gottes ) angesehen. So wie ich es verstehe.

Die Selbstlosigkeit Gottes und dessen Liebe ist so gross, das sein Leiden unser Leiden ist. Das Vergeistigte Wesen der Seele, das sich auf das Fleisch niederlässt ( die Natur ) und dadurch dessen Leiden miterlebt...

Frei nach Nasruddin...

Gruss
Ja richtige Gedankengänge...
Vor allem wenn man nach christlicher Sicht die Menschen als Weib sieht, das Gott immer wieder davonläuft und die Trennung immer durch Bünde die von Gott ausgehen überwunden werden muss.

Aber nach mytischer Sicht ist der Schmerz den ein Mensch sich zufügt oder anderen doch auch immer gleichzeitig ein Schmerz der dem Göttlichen zugefügt wird. Schließlich sind wir alle, ist die Welt doch nichts anderes als eine Materialisierung des "Gott-Geistes".
@Bole

Zitat:
Aber nach mytischer Sicht ist der Schmerz den ein Mensch sich zufügt oder anderen doch auch immer gleichzeitig ein Schmerz der dem Göttlichen zugefügt wird. Schließlich sind wir alle, ist die Welt doch nichts anderes als eine Materialisierung des "Gott-Geistes".


Auch im Glauben fügt sich der Mensch aus Furcht, Aberglaube, Blindem Gehorsam ( Einäugigkeit ) Schmerzen zu.

Aufgrund der geistigen Freiheit, die der Mensch hat und dem dies niemals abgesprochen wird, ist aber die Grenze zur Materialisierung ( ~= Verfestigunsgrade ) des "Gottes-Geistes" ( ~= der Energie ) durch einen Schleier ( ~= Maya, Fani, Unwirklichkeit ) festgelegt.

Und diesen Schleier durchbricht Gott in seiner Liebe um seinem zweifelndem Geschöpf Gewissheit über dessen Liebe zu geben.
Und das in der Form, wie der Mensch es braucht....
Wohlwissend, dass der unstete Geist des Menschen ihn wieder vergisst...

So ist das Leid Gottes des Menschen Leid und Gott leidet auch mal absichtlich um des Menschen Leid zu erleichtern...

Und ruft dem Menschen zu:

"Kume kum gelibte min ..."

(In Anlehnung an Walther von der Vogelweide)
Gruss
Nasruddin
Lieber Nasruddin

Ich ziehe meinen Hut vor Respekt. Was für eine Grenze hast du als Muslim überwunden, um so tief in die christliche Mystik einzutauchen!

Deine Verständnis von der eingangs zitierten Geschichte teile ich, Ich denke auch, dass der Fischer Gott ist und seine Frau wir Menschen. Unsere Einäugigkeit ist ein Symbol dafür, dass wir nur die Hälfte sehen. Wir sehen nur die materielle Welt, aber den Himmel sehen wir nicht.

Lieber Bole

Ich sehe zwei Formen von Schmerz.

Den durch selbstsüchtige Gottesentfernung an der Seele empfundenen.

Den durch selbstlose Gottesannäherung am Fleisch empfundenen.

Denn der Christ kreuzigt (= Schmerz) das sündhafte Fleisch, um seine Seele zu Gott in die Freiheit zu führen. Er nimmt also diesen einen fleischlichen Schmerz bewusst in Kauf.

Gruss,
Andreas
Freue mich sehr über eure Beiträge @Nasruddin & Andreas. Bin gerade den Camino gegangen und hatte mir bereits vorher überlegt das Forum zu verlassen. Auf dem Weg wurde dieser Entschluss immer stärker. Beiträge von euch haben aber bewirkt, dass ich erstens sehe, dass hier auch Menschen sind, die ähnliche, mystische Ansichten haben und zweitens, dass diese fähig sind Beiträge zu schreiben die dem Leser etwas bringen. Danke
Forum -> Judentum und Christentum

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