habe schreckliche angst vor dem tod!!


das mit der idee "nicht mehr daran denken müssen" ist keine gute idee...

beispiel "denke jetzt NICHT an einen rosaroten elefanten!"



verstehst du die idee?

du wirst daran denken, und zwar umso mehr je mehr du nicht an diese idee denken willst.

eine einfache übung, die du immer wieder durchführen kannst sind konkrete geschehnisse aus deinem leben dir zurückzurufen, die deine gefühle stabilisieren:

1. Rufe dir eine Zeit zurück, die dir wirklich real erscheint.
2. Rufe dir eine Zeit zurück, als du gefühlt hast, daß jemand dir wirklich Zuneigung entgegenbrachte.
3. Rufe dir eine Zeit zurück, in der jemand in guter Kommunikation mit dir stand.
4. Rufe dir eine Zeit zurück, in der du für einen anderen Menschen tiefe Zuneigung gefühlt hast.
5. Rufe dir eine Zeit zurück, in der du gewußt hast, daß du wirklich mit jemandem kommunizierst.
6. Rufe dir eine Zeit zurück, in der mehrere Leute vollständig mit dir übereingestimmt haben.
7. Rufe dir eine Zeit zurück, in der du mit jemand anderem im Einverständnis warst.
8. Rufe dir eine Zeit innerhalb der letzten zwei Tage zurück, in der du ein Gefühl der Zärtlichkeit hattest.
9. Rufe dir eine Zeit innerhalb der letzten zwei Tage zurück, in der jemand Zärtlichkeit für dich empfunden hat.
10.Rufe dir eine Zeit in den letzten zwei Tagen zurück, in der du in guter Kommunikation mit jemandem warst.
11. Rufe dir eine Zeit in den letzten zwei Tagen zurück, die dir wirklich real erscheint.
12. Rufe dir eine Zeit in den letzten zwei Tagen zurück, in der du mit Leuten in guter Kommunikation warst.


du kannst diese fragen immer wieder durchgehen und versuche dabei genaue wahrnehmungen zu empfinden: geruch, leute um dich, den ort, den sonnenstand, die uhrzeit, das körpergefühl usw.



alles liebe
ethan
*sternchen* hat folgendes geschrieben:
danke für eure ganzen lieben ratschläge...
ich werde auf jeden fall versuchen, damit klarzukommen (ich muss ja auch)
ich möchte wirklich wieder so wie vorher glücklich und fröhlich sein...
vorher war ich das wirklich so ziemlich immer...
aber das wird natürlich sehr schwer, denn irgendwie überkommt mich dieses gefühl der angst immer wieder. heute in der schule auch wieder.
ich will mein leben so leben, wie ich es vorher getan habe, aber manchmal kommt dann dieser gedanke von meinem körper und was mit ihm sein wird und meine mutter, wenn sie soo alt ist...

dann bekomme ich wieder angst.

aber ich möchte es schaffen nicht mehr daran denken zu müssen...

liebe grüße, sternchen

p.s. danke nochmal für eure liebe hilfe!!



Hi sternchen,

die Tatsache, dass Du hier postest und die Beiträge der anderen liest, zeigt, dass Du auf dem richtigen Weg bist, um Dich aus dem "Tal der Angst" allmählich wieder herauszuwinden. Schön ist auch, dass andere hier Dir schreiben können, dass sie schon Ähnliches durchgemacht und überwunden haben.

Dennoch möchte ich Dir zumindest die Überlegung empfehlen, auch professionelle Hilfe durch einen geschulten Therapeuten in Anspruch zu nehmen, was wahrscheinlich nur für wenige Sitzungen der Fall sein müßte. Die Angst wirst Du zwar dennoch selbst bearbeiten müssen, aber Du kannst von einem Menschen, der sich in der Behandlung von Ängsten auskennt und auf diesem Gebiet nachweislich viel Erfahrung hat, wahrscheinlich einige wesentliche Dinge im Umgang mit Dir selbst und Deinen Gefühlen lernen, die Dir dann Dein ganzes Leben lang helfen. Ging mir jedenfalls so bei meinen Therapien.

Ängste sind heute ein grassierendes Allerweltsproblem. Das hängt wohl mit dem zunehmenden Streß, den die Menschen heutzutage haben, zusammen. Und auch mit der allgemeinen Orientierungslosigkeit in geistigen Fragen.

Letztlich verbirgt sich hinter Deiner Angst etwas ganz Positives, nämlich die Erkenntnis, dass Du ein ganzer, lebendiger Mensch bist, jemand, der fragt "Wo geht es hin?", "Was kommt danach?" usw. Die Geschichte vom Skeptiker und dem Christ im Mutterbauch, die Ethan weiter oben erzählt, ist in diesem Zusammenhang wirklich passend.

Deine Situation ist in gewissem Sinne so wie kurz nach einer (geistigen) Geburt, wo der Säugling all die neuen Eindrücke noch gar nicht richtig verarbeiten kann. So wie nach einer Geburt gibt es deshalb auch keinen Weg zurück in die vorherige "Ahnungslosigkeit".

Ich schätze, dass die Angst Dich noch ein Weilchen begleiten und pisacken wird. Sie ist eben ein hartnäckiger Freund, der Dich auf Deinem geistigen Weg vorantreiben will. Nimm´s ihm nicht übel, sondern geh Deinen Weg.

Was mich betrifft, freue ich mich sehr auf meinen Tod. Ich bin richtig neugierig und gespannt, wen ich alles wiedersehen werde.


Liebe Grüße,

Herzlich
Hi Sternchen,
mir ist deine Angst bekannt, denn ich fühle genauso wie du, obwohl ich erst 19 bin.
Doch vielleicht kann ich dir ein wenig weiterhelfen:
Vor 3 Jahren starb mein allerbester Freund an Krebs... Kurz vor seinem Tod sagte er zu seiner Mutter: "Mama, alle sind da: Papa (er war 2 Jahre zuvor gestorben), Oma, Opa, alle sind da, sie sagen, dass sie mich mitnehmen wollen, aber ich weiß nicht, Mama, darf ich gehen?"
An diese Worte denke ich immer wenn es mir schlecht geht, denn meine größte Sorge ist es auch, meine geliebte Familie und meine Freunde nicht wiedersehen zu dürfen und das alles einfach nur schwarz ist, ich nichts mehr spüren kann, keine Zärtlichkeite, kein Lachen, kein Glück...
Aber dieser Satz ist wie ein Lichtblick in der dunklen Nacht...
Und denke immer daran: Das Leben ist ein langer, steiniger Weg und er führt zu einem wunderschönen Tor namens Tod...

Liebe Grüße Sunsmilerin
sunsmilerin hat folgendes geschrieben:
... Und denke immer daran: Das Leben ist ein langer, steiniger Weg und er führt zu einem wunderschönen Tor namens Tod...


Wunderbar geschrieben!

Liebe Grüße,

Herzlich
Sorry aber teilweise kommen mir die Beiträge hier vor als ob derjenige verblendet ist.
Krabby_g hat folgendes geschrieben:
Sorry aber teilweise kommen mir die Beiträge hier vor als ob derjenige verblendet ist.


Hi Krabby_G,

wessen Beiträge meinst Du denn?


Liebe Grüße,

Herzlich
und was genau meinst du mit verblendet?? XD ~~ ^^

naja, mir geht's auf jeden Fall schon ein wenig besser.
Habe Ferien und genieße im Moment die Zeit mit meinen Freunden und fliege nächste woche samstag in urlaub.

manchmal überkommen mich noch so einige Gedanken, dann geht es mir wieder schlecht, aber nur ganz kurz.

ich komme jetzt auf jeden fall schon ein wenig besser mit allem klar.

danke für eure hilfe!!

alles liebe, sternchen...
Herzlich hat folgendes geschrieben:


Hi Krabby_G,

wessen Beiträge meinst Du denn?


Liebe Grüße,

Herzlich


Hi Herzlich,

Also mit verblendet meine ich sowas wie als ob man von einer Sekte eine Gehirnwäsche gekriegt hat. Trifft vorallem auf den Beitrag von Sunsmilerin zu. Ich meine, wie kann man nur den Tod schön finden? Die meisten lassen sich von diesem ganzen Zeug "eine neue Welt" etc. zu sehr verblenden. Ich will damit nich sagen, dass man den Tod nicht schlecht finden soll aber auch nicht gut, den was danach kommt weiss sowieso niemand der am Leben ist. Ist meine Meinung.
Hallo Krabby_G & Danke für Deine Antwort!

Über Deine Worte mußte ich etwas nachdenken. Zunächst mal möchte ich sagen, dass ich, was meine Meinung zum Thema "Leben nach dem Tod" angeht, nur für mich sprechen kann. Wenn andere Menschen eine andere Auffassung oder Erwartung haben, was "danach" kommt, habe ich dafür Respekt. Ich habe gelernt, dass es Menschen gibt, die mit einer Einstellung zum Tod zufrieden sind, die von meiner vollkommen abweicht. Das ist eben so.


Krabby_g hat folgendes geschrieben:
Hi Herzlich,

Also mit verblendet meine ich sowas wie als ob man von einer Sekte eine Gehirnwäsche gekriegt hat. Trifft vorallem auf den Beitrag von Sunsmilerin zu. Ich meine, wie kann man nur den Tod schön finden? ...


Was mich betrifft, gehört der Tod zu meinem Leben dazu. Ich habe zweimal zugeschaut, wie Menschen starben, und es sind nun schon eine ganze Reihe der Menschen, die ich persönlich kennengelernt habe, "drüben". Auch wenn ich dabei gesehen habe, dass das Sterben manchmal nicht schön ist, warum sollte ich den Tod nicht schön finden und was hat es mit einer Gehirnwäsche zu tun, wenn man den Tod schön findet, bzw. eine "schöne" Vorstellung hat von dem, was danach kommt? Ist man nicht in Ordnung, wenn man den Tod schön findet, bzw. wenn man eine positive Einstellung zu ihm hat?

Zitat:

... Ich will damit nich sagen, dass man den Tod nicht schlecht finden soll aber auch nicht gut, ...


Hm, ... ja wie denn dann?

Zitat:

... den was danach kommt weiss sowieso niemand der am Leben ist. Ist meine Meinung.


Ich "weiß" auch nicht, was danach kommt. Ich habe nur Vertrauen in das, was zu diesem Thema in der Bahá´í-Religion und zum Teil auch in anderen Religionen gelehrt wird. Das bedeutet nicht, dass ich meinen Tod jetzt holterdipolter herbeisehne. Es darf ruhig noch ein Weilchen dauern. Allerdings bin ich sehr froh, dass ich eine konkrete Perspektive habe, was das "danach" angeht. Ich freue mich darauf, in einer anderen Welt unter anderen Umständen weiterzuleben. Es gibt meinem Leben in dieser Welt Sinn, weil ich es als Vorbereitung auf das Leben in der nächsten Welt begreife. Es gelingt mir deshalb zum Beispiel öfter, mich über "verlorene" Chancen nicht zu ärgern.

Gut, ich bin nicht reich, nicht besonders schön, stark, intelligent, weitgereist, belesen usw., und in meinem Leben häufen sich die Probleme manchmal so, dass ich gar nicht mehr weiß, wie es weitergehen wird. Jedenfalls ist das, was ich mir mal als junger Erwachsener von meinem Leben vorgestellt habe, zum größten Teil nicht eingetreten. Im Hinblick darauf, dass all diese Schwierigkeiten eine Reifung meiner Seele bewirken, die ich jetzt schon durchaus spüren, aber in dieser Welt nicht unbedingt anwenden kann, freue ich mich eben darauf, diese "inneren" Früchte meines Lebens in der nächsten Welt genießen zu dürfen. Das macht die "Verluste" mehr als wett. Insgesamt bin ich deshalb ruhiger, entspannter und nehme das, was mir das Leben in dieser Welt gibt, freudiger und bewußter wahr.

Ich fühle mich mit meiner Einstellung zum Leben nach dem Tod jedenfalls sehr wohl und habe bisher keinen Anlaß, diese Auffassung in Frage zu stellen, auch wenn ich immer wieder mal Menschen treffe, die mir ihre anders geartete Einstellung mit wohlerwogenen Argumenten darlegen. Und ich bedauere aus meiner eigenen positiven Erfahrung im Umgang mit diesem Thema heraus jeden Menschen, der unter seiner Angst vor dem Tod oder auch nur unter der Tatsache leidet, dass er nicht einmal darüber nachdenken mag.


Liebe Grüße & nochmals Danke für Deine Antwort,

Herzlich
Du wirst Dich an alles erinnern können wenn Dein Körper gegangen ist.
Ich verspreche Dir es wird das schönste sein was Du jemals erfahren hast.