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hiho @ll,
nachdem ich und einige andere user dieses thema in diversen anderen threads größtenteils nur oberflächlich diskutieren konnten, wollte ich es erneut in einem dafür eingerichtetem thread präziser diskutieren. dabei will ich auf eure gegenargumente konsequenter eingehen und auf jede kritik antworten.
also, der 'kausale' Gottesbeweis ist meiner meinung nach neben den anderen (ontologisch, teleologisch, kosmologisch) der plausibelste.
ich bevorzuge texte die prägnant gefasst sind... von meinen texten kann ich das nicht immer behaupten und deshalb will ich den kausalen Gottesbeweis auf folgende these reduzieren:
| Zitat: |
Der kausale Gottesbeweis geht davon aus, dass alles, was in dieser Welt existiert, kontingent ist. Da man die Reihe der Ursachen nicht unendlich fortsetzen könne, müsse eine erste nicht kontingente Ursache (causa prima) existieren. Schon Aristoteles postulierte eine solche erste Ursache, die selbst unverursacht sei, und nannte sie "das erste unbewegte Bewegende" oder den "unbewegten Beweger". Viele mittelalterliche Denker, auch Thomas von Aquin, identifizierten diesen mit Gott. Die Argumentation des Aristoteles liegt auch dem "kosmologischen Gottesbeweis" (s. u.) zugrunde und wird von manchen zu einem "Kontingenzbeweis" (s. u.) verallgemeinert.
quelle : wiki |
bitte die ersten 5 min lang keine antworten posten.
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kritik :
1.
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| Der kausale Gottesbeweis sei inkonsistent. Bei der Konklusion, dass ein bestimmter Gott aller Dinge Anfang ist, werde die Prämisse verworfen, dass alles eine Ursache hat. Schränke man, um dies zu vermeiden, die Prämisse darauf ein, dass alles Kontingente eine Ursache hat, mache eine solche Reformulierung den Beweis zirkulär. |
2.
| Zitat: |
Aus dem Prinzip, dass alles eine Ursache hat, könne nicht geschlossen werden, dass es eine erste Ursache gibt. Wer so argumentiere, breche die Kausalkette willkürlich ab. Denkbar seien demgegenüber verschiedene Alternativen: Zum einen könne die Kausalitätskette ins Unendliche fortgesetzt werden. Es könne beispielsweise mehrere Götter geben, die einander der Reihe nach erschaffen (dies wendet z.B. Bertrand Russell ein). Zum anderen könne das Universum ewig existieren, was nach einigen kosmologischen Modellen mit der Urknalltheorie vereinbar sei. Auch lassen bestimmte kosmologische Modelle (Raumzeit-Topologien) in sich geschlossene Kausalketten zu. Eine erste Ursache anzunehmen wäre demnach keine logische oder metaphysische Notwendigkeit, sondern entsprünge unserer Art, die Welt wahrzunehmen.
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3.
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| Kant verweist darauf, dass der kausale Gottesbeweis aus den oben genannten Gründen ein notwendig Existierendes, also einen ontologischen Beweis vorausetzt, womit dem kausalen Beweis keine Beweiskraft im strengen Sinn zukommt. Außerdem nimmt der Beweis an, dass jedes Ereignis in der Welt eine Ursache habe, um dies dann auf die Welt als solche auszudehnen, indem er annimmt, dass die Welt eine Ursache habe. Dass dies zulässig ist, ist ebenfalls unbewiesen. Kant streitet es sogar ab, was er damit begründet, dass die Welt ein Transzendentalbegriff sei. |
4.
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Verschiedene (makroskopische) Systeme zeigten unter bestimmten Bedingungen "spontan" ohne Auslöser auftretende Phänomene, Strukturen oder Entitäten (Selbstorganisation, Strukturbildungprozesse, Emergenz). Diese Entitäten könnten wiederum die Grundbausteine für übergeordnete Strukturen bilden. Dies mache es prinzipiell denkbar, dass nicht alles auf eine erste Ursache zurückgeht. Diese erste Ursache könne sich auch in einem ungeformten Ur-Substrat verlieren. Vertreter der Gottesbeweise können darauf bestehen, dass ein solches "Ur-Substrat" formbar und damit kontingent ist und nicht ursachenlos existieren könnte.
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5.
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| Kritisiert wird auch der Kausalitätsbegriff: Entfernt man sich von der Annahme, dass Ursachen stets ihrer Wirkung zeitlich vorausliegen, ist nicht mehr beweisbar, dass eine erste Ursache notwendig existieren muss. |
6.
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| Selbst wenn man den Beweisgang akzeptiert, folge daraus nur, dass es eine erste Ursache gibt – nicht aber, dass diese mit Gott gleichzusetzen ist. Die Annahme, dass Gott ohne Grund existieren könne, könne ebenso gut auf das Universum übertragen werden. Befürworter des kausalen Gottesbeweises (besonders in der Natürlichen Theologie) beanspruchen demgegenüber, Gott als Erstursache identifizieren zu können. |
quelle : wiki
7. vllt fällt _dir_ noch etwas ein
im folgenden will ich nun auf alle erwähnten kritikpunkte eingehen :
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1.
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Inkonsistenz (v.lat.:in nicht, con zusammen, sistere halten) bezeichnet einen Zustand, in dem zwei Dinge, die beide als gültig angesehen werden sollen, nicht miteinander vereinbar sind.
quelle : wiki |
was laut dieser kritik "nicht miteinander vereinbar ist" sind folgende 2 sätze:
- alles hat (mindestens) eine ursache
- Gott hat keine ursache
was gemeint ist, ist, dass wenn man behauptet alles hätte eine ursache, dann würde das auch Gott implizieren. wenn Gott aber keine ursache hat, dann wäre die aussage "alles hat eine ursache" nicht allgemeingültig. das ist vollkommen richtig. allerdings definiere ich diesen kausalen beweis neu, undzwar wie folgt : "alles außer Gott hat (mindestens) eine ursache". damit wäre das problem behoben.
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