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Türkei stoppt Immo-Verkauf an Ausländer
Zigtausende hatten sich in den vergangenen Jahren Grundstücke zugelegt. Ein neuer Behörden-Erlass verheißt nichts Gutes.
Das Urteil eines jungen Immobilienmaklers in Antalya über die neueste Entwicklung in seiner Branche fiel am Donnerstag sehr eindeutig aus. Per Runderlass hatten die türkischen Behörden am Vortag den Verkauf von Häusern und Wohnungen an Ausländer bis auf weiteres gestoppt. Wie lange das Verbot in Kraft bleiben soll, weiß niemand. Der Makler, der seinen Namen nicht nennen wollte, weil er nur Angestellter in seiner Firma ist, weiß nur, dass seinem Unternehmen viel Geld durch die Lappen geht. "Fast alle unsere Kunden sind Ausländer", sagt der Mann. Bis vor wenigen Tagen lief alles glänzend. "Sehr, sehr gut" seien die Geschäfte gewesen, sagt er. Doch damit ist jetzt erst einmal Schluss.
Mehr als 70.000 Ausländer, darunter rund 10.000 Deutsche und 15.000 Briten und auch einige hundert Österreicher, hatten sich in den vergangenen Jahren ein Häuschen irgendwo an den türkischen Sonnenküste von Izmir an der Ägäis bis Alanya am Mittelmeer zugelegt. Das Wetter ist freundlich, die Preise vergleichsweise günstig, die Flugverbindungen aus Deutschland gut - die Türkei empfahl sich als attraktiver Standort des Ferienhäuschens oder Altersruhesitzes.
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Nationalismus
Eine Mischung aus Nationalismus und Schwerfälligkeit der Regierung in Ankara ist der Grund dafür, dass diese Zeit jetzt erst einmal vorbei ist. Die Kemalistenpartei CHP hatte im Jänner ein Verfassungsgerichtsurteil gegen den Immobilienverkauf an Ausländer erwirkt. Die CHP beschreibt sich selbst zwar als sozialdemokratisch, fährt aber einen strikt nationalistischen Kurs: Die Partei klagte vor kurzem auch gegen ein Gesetz, das die rechtliche Lage der Christen im Land verbessern soll. In beiden Fällen sieht die CHP die Einheit der Türkei gefährdet. Eine Mehrheit der Verfassungsrichter sind Kemalisten, die ähnlich denken wie die CHP.
38 Millionen Quadratmeter
Dass Türken in Europa seit Jahren Häuser und Wohnungen kaufen können und das auch zu hunderttausenden tun, beeindruckt die Nationalisten nicht. Bauminister Faruk Özak erklärte kürzlich, rund 190.000 in Westeuropa lebende türkische Staatsbürger besäßen dort rund 48 Millionen Quadratmeter an Grundbesitz - das ist weit mehr als die 38 Millionen Quadratmeter, die in der Türkei den Ausländern gehören.
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Trotzdem ziehen Nationalisten wie die CHP weiter gegen den ausländischen Grundbesitz in der Türkei zu Felde. Das Verfassungsgericht stornierte auf Antrag der Partei eine Regelung, die der Regierung das Recht gab, die Flächenbegrenzung von 2,5 Hektar für einen privaten ausländischen Grundbesitz in Ausnahmefällen aufzuheben und bis zu 30 Hektar zu erlauben. Die Regierung in Ankara, die den Immobilienverkauf befürwortet, verschlief nach dem Urteil die vom Gericht eingeräumte Dreimonatsfrist für eine Neuregelung. Deshalb trat am Mittwoch das Verbot in Kraft.
Verheerende Folgen
Finanzminister Kemal Unakitan versprach eine rasche Lösung, doch blieb am Donnerstag unklar, wie lange es dauern wird, bevor die Makler in Antalya wieder ihre ausländischen Kunden bedienen dürfen.
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Unakitan muss sich auch wegen eines anderen Verfassungsgerichtsurteils beeilen. Vor einem Monat hob das Gericht - wieder auf Antrag der CHP - einen Teil eines neuen Investitionsgesetzes auf, das den Immobilienverkauf an ausländische Firmen regelte.
Für die türkische Wirtschaft könnte dieses Urteil noch viel verheerendere Folgen haben als die Entscheidung gegen die Häuslbauer in Antalya. In den vergangenen Jahren haben viele ausländische Firmen in der Türkei kräftig investiert. Der Scheich von Dubai will auf einem von ihm gekauften Grundstück in Istanbul einen milliardenschweren Komplex aus Wohnungen, Büros und Einkaufszentren errichten. An diesem Wochenende will die Firma des US-Unternehmers Donald Trump ihre Pläne für einen "Trump Tower" in Istanbul vorstellen.
Wenn die Regierung in Ankara nicht bald handelt, um die Auflagen der jüngsten Verfassungsentscheidung zu erfüllen, drohen schwere Konsequenzen, warnt der türkische Verband der Auslandsinvestoren. Das Ziel, in diesem Jahr mehr als 20 Mrd. US-Dollar (12,56 Mrd. Euro) an ausländischen Investitionen ins Land zu bringen, sei in Gefahr, erklärte der Verband kürzlich. Ob das den Nationalisten, die im Ausland eine ständige Bedrohung für das türkische Vaterland sehen, schlaflose Nächte bereitet, ist nicht bekannt.
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Hallo,
ich bringe diese News, da im Forum schon etliche Male über die jeweiligen türkischen Partien diskutiert wurde und weil ich aufzeigen möchte, was von der einstigen Partei der Mitte zu halten ist.
Im Demokratisierungsprozess der Türkei zeigt sich was sich hinter der CHP verbirgt- ein Haufen Ultranationalisten \ Rassisten. Und da haben wir noch nicht mal den politischen rechten Rand in der Türkei erreicht.
Adios
Ps.: Quelle http://www.kurier.at/geldundwirtschaft/149166.php
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