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Gedanken Des Friedens












Solange diese Vorurteile herrschen, wird die Menschenwelt keine Ruhe finden. Über einen Zeitraum von 6000 Jahren berichtet uns die Weltgeschichte. Während dieser 6000 Jahre war die Menschenwelt nie frei von Krieg, Streit, Mord und Blutgier. Zu jeder Zeit wurde in diesem oder jenem Land Krieg geführt; der Krieg entstand entweder aus religiösem Vorurteil oder aus vaterländischem Vorurteil. So ist gesichert und erwiesen, daß alle Vorurteile den Bau der Menschheit zerstören. Solange diese Vorurteile weiterbestehen, muß der Kampf ums Dasein vorherrschen, müssen Blutdurst und Raubgier fortdauern. Deshalb kann die Menschheit, wie in der Vergangenheit so auch heute, nur dann aus der Finsternis der Erdgebundenheit erettet werden und Erleuchtung empfangen, wenn sie Vorurteile ablegt und die Tugenden des Gottesreiches erwirbt. ( 22 )
Die Hauptursache für alle diese Geschehnisse sind rassistische, nationale, religiöse und politische Vorurteile, und die Wurzel aller dieser Vorurteile liegt in abgenützten, tiefeingesessenen Überlieferungen, seien diese religiös, rassisch, national oder politisch. Solange diese Traditionen bleiben, ist die Grundlage des Menschengebäudes unsicher und die Menschheit selbst ständiger Gefahr ausgesetzt. ( 23 )
Religiöser Übereifer und Fanatismus


Denkt einmal über das Vorurteil der Religionen nach : Schaut euch die Nationen der sogenannten frommen Völker an. Würden sie wirklich Gott verehren, so würden sie Seinem Gesetz gehorchen, das ihnen untersagt, einander zu töten. Würden die Priester der Religionen wirklich den Gott der Liebe verehren und dem göttlichen Lichte dienen, so würden sie ihren Anhänger lehren, das Hauptgebot zu befolgen, das heißt,

, mit allen Menschen in Liebe und Barmherzigkeit zu verkehren ´´.


Doch wir begegnen dem Gegenteil, denn oft sind es die Priester, die die Nationen zum Kampf ermuntern. Der religiöse Haß ist immer der grausamste. ( 24 )
Die wichtigste Ursache ist die falsche Darstellung der Religion durch die religiösen Führer und Lehrer. Sie lehren ihre Anhänger zu glauben, daß ihre eigene Form der Religion die einzige sei, die Gott gefällt, und daß der alliebende Vater die Anhänger jedoch anderen Einstellung verdammt und Seiner Gnade und Gunst bekommen hat. Dadurch bildet sich unter den Völkern Ablehnung, Mißachtung, Streit und Haß heraus. Vermöchte man diese religiösen Vorurteile hinwegzufegen, so würden sich die Völker bald des Friedens und der Eintracht freuen. ( 25 )
Seit den ersten Tagen der weltgeschichte bis auf unsere Zeit hat die Menschenwelt nicht einen Tag völliger Ruhe und Entspannung von Kämpfen und Streitigkeiten erlebt. Die meisten Kriege waren durch Glaubensvorurteile, Fanatismus und sektierischen Haß verursacht. Eine Gruppe von Eiferern verfluchte die andere; jede meinte, die anderen seien von der Gnade Gottes ausgeschlossen, in schwarzer Finsternis befangene Satanssöhne. Zum Beispiel hielten die Christen und Muslime die Juden für teuflische Feinde Gottes; man verfluchte und verfolgte sie. Die Juden wurden in großer Zahl getötet, ihre Häuser geplündert und niedergebrannt, ihre Kinder in die Sklaverei abgeführt. Die Juden ihrerseits betrachteten die Christen als Heiden und die Muslime als Feinde und Zerstörer des mosaischen Gesetzes. Deshalb flehten sie die Rache des Himmels auf jene hernieder und fluchen ihnen bis auf den heutigen Tag. Überlegt, was der Menschheit seit Anbeginn der Geschichte an Beleidigungen, Heimsuchungen und Unheil zugefügt worden ist. Jede Stadt, jedes Land, jede Nation, jedes Volk sind der Vernichtung und Verheerung des Krieges zum Opfer gefallen. Jeder der göttlichen Religionen betrachtet sich als einen stattlichen, gesegnetes Baum, den Baum des Allbarmherzigen; die anderen religiösen Systeme rechnet man dagegen dem Baum des Böen, dem Baume Satans zu. Aus diesem Grund häuft man Verwünschungen und Fluch aufeinander. ( 26 )
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