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| Sehet, wie in der Geschichte so mancher König seinen Thron auf Eroberungen gründete. Unter ihnen waren Dschingis Khan und Tamerlan, die sich den weiten Erdteil Asien unterwarfen, Alexander von Mazedonien und Napoleon I., die ihre anmaßenden Hände über drei der fünf Kontinente ausstreckten. Und was brachten alle ihre machtvollen Siege ein ? Kam dadurch irgendein Land zur Blüte ? Wurde Glück hervorgerufen ? Blieb einer ihre Throne bestehen ? Oder haben nicht vielmehr ihre Dynastien bald wieder die Macht verloren ? Abgesehen davon, daß Asien in den Flammen zahlloser Schlachten aufging und in Asche fiel, brachten die Eroberungen Dschingis Khan, dem Kriegsherrn, nichts ein. Tamerlan erntete von all seinen Triumphen nur die Gewalt über Völker, die in alle Winde zerstoben waren, und allgemeines Elend. Alexander hatte von seinen gewaltigen Siegen nichts, als daß sein Sohn vom Throne stürzte und die Diadochen die Herrschaft über die Länder, die er regierte, an sich rissen. Und was erreichte Napoleon I. aus der Unterwerfung der Könige Europas anderes als die Zerstörung blühender Länder, den Niedergang ihre Bewohner, die Verbreitung von Not und Schrekken über ganz Europa und, am Ende seiner Tage, seine eigene Gefangenschaft ? Soviel über die Eroberer und die Denkmäler, die sie sich setzten. (6)
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| Ist es nicht recht und billig, daß Völker, unter denen derart schreckliche, den Maßstäben menschlichen Wohlverhaltens genau entgegengesetzte Ereignisse ablaufen, den Anspruch auf eine wirkliche, angemessene Kultur erheben ? Noch dazu, wenn aus alledem kein anderes Ergebnis als ein vorübergehender Sieg erwartet werden kann ? ... Immer wieder in den vergangenen Jahrhunderten hat der deutsche Staat die Franzsosen bezwungen, immer wieder hat das französische Königreich deutsches Land beherrscht. Ist es da statthaft, daß in unseren Tagen sechshunderttausend hilflose Geschöpfe solchen äußerlichen, vorübergehenden Zwecken und Zielen zum Opfer gebracht werden ? Nein, bei Gott dem Herrn! Selbst ein kleines Kind erkennt mit Leichtigkeit, wie böse dies alles ist. Dennoch hüllen triebhafte Leidenschaft und Begierden die Augen in tausend Schleier, die aus den Herzen aufsteigen und das äußere wie das innere Wahrnehmungsvermögen blind machen. (7)
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Wie bedrückend ist es doch, zu sehen, daß der Mensch seine von Gott verliehenen Gaben mißbraucht, um Gottes Gebot
, Du sollst nicht töten ´´ zu verletzen und Christi Vorschrift
,, Liebet einander ´´ Trutz zu bieten! Gott gab dem Menschen diese Macht, damit er sie zum Fortschritt der Zivilisation, zum Heil der Menschheit und zur Förderung der Liebe, der Eintracht und des Friedens nutze. Der Mensch aber zieht vor, diese Gabe zur Vernichtung statt zum Aufbau zu verwenden, zu Ungerechtigkeit und Unterdrückung, zu Haß und Mißklang, zur Verwüstung und zur Ausrottung seiner Nächsten, denen Christus befohlen hat, einander wie sich selbst zu lieben! ( 8 )
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| Christus rief alle Völker zu Versöhnung und Frieden auf. Er befahl Petrus, sein Schwert in die Scheide zu stecken. So war sein Wunsch und Rat, und doch haben die, welche seinen Namen tragen, das Schwert aus der Scheide gezogen. Wie groß ist der Unterschied zwischen ihren Taten und dem ausdrücklichen Wortlaut des Evangeliums! (9)
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| Heutzutage haben wir vor jedem rechtschaffenen Tun die Augen verschlossen; das dauerhafte Glück der Gesellschaft haben wir unserem eigenen, vergänglichen Profit geopfert. Wir meinen, Fanatismus und blinder Eifer gereichen uns zu Nutz und Ehr, und nicht zufrieden damit, machen wir uns wechselseitig öffentlich schlecht und schmieden Ränke gegeneinander. Wann immer wir Weisheit und Gelehrsamkeit, Tugend und Frömmigkeit zur Schau stellen wollen, beginnen wir damit, daß wir diesen oder jenen verspotten und verunglimpfen. (10)
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