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| Ich denke, dir wird es ähnlich gehen wie mir. Du kannst dir vermutlich ebenso wenig wie ich einen Gott vorstellen, der in irgend einer Weise auf unser Leben Einfluss nimmt, zu dem man beten kann und der Wunder erzeugt. Mir hat sich aber lange die Frage aufgeworfen, ob die Regeln, nach denen unser Universum funktioniert, also auch die Naturgesetze, vielleicht irgendwie von einer Art Wille gelenkt und erzeugt werden. Inzwischen bin ich aber eigentlich auch davon weitgehend abgerückt, weil es mir einfach schwer fällt, an die Stelle meines Unwissens ein Wesen zu setzten, das doch eigentlich noch viel unvorstellbarer ist als jeder Zufall. Ich gebe mich mit der Tatsache zufrieden, dass es Fragen gibt, die wohl niemals wirklich zufriedenstellend beantwortet werden können. Davon abgesehen ist es für mich persönlich auch letztendlich vollkommen egal, ob ich mir Gott als Ursache unserer grundlegenden Naturgesetze vorstelle oder einfach sage, ich kann es nicht wissen wie diese Gesetze entstehen. So und anders kann ich nicht an einen Gott glauben, der mir im Leben eine Stütze sein kann.
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| Was das Leben nach dem Tod angeht, ist meine Sichtweise sehr „pessimistisch“. An ein Leben nach dem Tod zu glauben käme mir inzwischen ehrlich gesagt wie Selbstbetrug vor. Aber auch hier ging es mir lange so, dass ich nach einem Glauben gesucht habe. Für mich ist der Tod genauso wenig vorstellbar wie z.B. Unendlichkeit. Deshalb hatte ich lange Zeit das Gefühl, dass es einfach weiter gehen MUSS. Aber eigentlich hat mir mein Verstand schon immer etwas anderes gesagt. Wir verstehen die Funktionsweise des Gehirns z.B. immer besser. Wir „wissen“ eigentlich inzwischen, dass unser Charakter, unser Bewusstsein und unsere Seele, Produkte unseres Gehirns sind. Die logischste, aber am Schwersten anzunehmende Vorstellung ist doch, dass unsere Seele, unser Bewusstsein usw., mit dem Absterben des Gehirns, ebenso verschwindet. Ich versuche mit dieser Tatsache-jedenfalls halte ich es für eine Tatsache- zu leben. Für mich ist die Vorstellung tröstlich, dass unser Körper, unsere Moleküle wieder in den Kreislauf der Natur eintreten-auch wenn unsere Identität nie mehr dieselbe sein wird.
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Wenn du dir nicht vorstellen willst, dass du irgendwann vollständig tod sein wirst und du an ein Leben nach dem Tod glauben kannst, würde ich an deiner Stelle solche rationalen Überlegungen wie z.B. die, dass es im Jenseits ziemlich voll sein muss, beiseite lassen. Das wird dir nicht weiterhelfen weil rationale Überlegungen, die für oder gegen die Existenz des Jenseits sprechen, zu nichts führen können. Du musst dich mit der Tatsache zufrieden geben, dass man das Jenseits weder beweisen, noch widerlegen kann. Wenn es ein Jenseits gibt, müssen die Regeln nach denen es aufgebaut ist und „funktioniert“, so irrational sein und so sehr über unsere Vorstellungskapazitäten hinausgehen, dass du mit rationalen Überlegungen, die aus unserem Diesseits kommen und an dessen Gesetze gebunden sind, nichts anfangen kannst.
Ich hoffe, dass ich dir vielleicht ein ganz klein wenig helfen konnte. Ich kenne diese Phase wie schon gesagt sehr gut aus eigener Erfahrung.
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Hallo,
vielen Dank allen und besonders Achim für die Antworten.
So wirklich helfen konnte mir nichts. Zum einen will ich einfach nicht glauben, dass mit dem Tod alles aus ist, zum anderen kann ich mir aber auch nicht vorstellen, in welcher Form es weitergehen soll.
Ich komme mit meinen Gedanken einfach nicht mehr weiter und so langsam fühle ich mich wirklich schlecht. Ich kann mich einfach nicht mit dem Gedanken abfinden, irgendwann nicht mehr da zu sein.
Da es mir das Ganze auch körperlich zu schaffen macht (Appetitlosigkeit, Lustlosigkeit, Atemnot, Brustschmerzen) habe ich doch angefangen, mit meinen Eltern über mein Problem zu sprechen. Irgendwie war es nicht mehr auszuhalten. Aber nachdem es mir dann kurzzeitig besser ging, geht es jetzt wieder bergab.
Eine christliche Nachbarin hat mir 3 Bücher über das Thema geschenkt. Diese Bücher sind auch wirklich eine kleine Hilfe. Irgendwie imponiert es mir total, dass es Menschen gibt, die so sehr von ihrem Glauben überzeugt sind. Ich würde auch gerne so sein, aber der Glaube an einen bestimmten Gott bereitet mir zu viele Fragen.
Warum sollte ausgerechnet der christliche Gott, an den ich glaube der Richtige sein?
Was ist mit all den anderen Menschen, die an etwas anderes glauben?
Auch wenn ich an Jesus glauben möchte stellen sich mir Fragen. All die Leute, die vor ihm gelebt haben und die nicht auf ihn vertrauen und bauen konnten, was ist mit ihnen?
Gruss
Stefan
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| Auch wenn ich an Jesus glauben möchte stellen sich mir Fragen. All die Leute, die vor ihm gelebt haben und die nicht auf ihn vertrauen und bauen konnten, was ist mit ihnen? |
Kommen Himmel.
Man hatte doch auch das Gesetz.
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