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Vertiefung über 'Die Ährenlese'












Liebe Minou ich denke der 'Tag der göttlichen Gerechtigkeit' ist der Tag der Offenbarung, also in diesem Falle der Offenbarung Bahá'u'lláhs. Die 'Tage der Gerechtigkeit' sind dann die Tage, welche im Frieden Bahá'u'lláhs herrschen werden.

Dieses Gericht geht danach, ob man Gott weiterhin folgt, wenn man ihm nicht weiter folgt, ist dies sogleich auch die Strafe.

Auch das Folgende ist ein Beweis der Souveränität Muhammads, der Sonne der Wahrheit: Hast du nicht gehört, wie Er mit einem einzigen Vers Licht von Finsternis, die Gerechten von den Frevlern und die Gläubigen von den Ungläubigen geschieden hat? Alle Zeichen und Anspielungen auf den Tag des Gerichts, von denen du gehört hast - wie die Auferstehung der Toten, der Tag der Abrechnung, das Jüngste Gericht und anderes -, sind durch die Offenbarung dieses Verses klar enthüllt worden. Die offenbarten Worte waren ein Segen für die Gerechten, die sie vernahmen und ausriefen: »O Gott, unser Herr, wir hören und gehorchen«*. Sie gereichten dem Volke des Unrechts zum Fluche, das sie auch vernahm und sagte: »Wir hören und wir lehnen uns auf«**. Diese Worte, scharf wie Gottes Schwert, haben die Gläubigen von den Ungläubigen und den Vater vom Sohn geschieden. Du hast sicherlich auch erfahren, wie die, die sich zu Seinem Glauben bekannten, und die, die ihn verwarfen, gegeneinander gekämpft und um ihren Besitz gestritten haben. Wie viele Väter haben sich von ihren Söhnen abgewandt, wie viele Liebende haben ihre Geliebten gemieden! So erbarmungslos scharf hat dieses wundersame Schwert Gottes geschnitten, daß es alle verwandtschaftlichen Bande trennte! Betrachte andererseits die allesverschmelzende Kraft Seines Wortes. Sieh, wie Menschen, unter die der Satan des Selbstes über Jahre die Saaten der Bosheit und des Hasses gesät hatte, durch ihre Ergebenheit gegenüber dieser wundersamen, übernatürlichen Offenbarung so miteinander verschmolzen wurden, daß man meinen könnte, sie seien den gleichen Lenden entsprungen. So stark ist die bindende Kraft des Gotteswortes, das die Herzen derer eint, die auf alles außer Ihm verzichten, an Seine Zeichen glauben und aus der Hand der Herrlichkeit den Kawthar von Gottes heiliger Gnade trinken. Und schließlich: Wieviele Völker verschiedenen Glaubens, sich streitender Bekenntnisse und gegensätzlicher Mentalität haben vom neu belebenden Duft der göttlichen Frühlingszeit im Ridván Gottes Atem geschöpft, sich in das neue Gewand göttlicher Einheit gekleidet und aus dem Kelch Seiner Einzigkeit getrunken! (Bahá'u'lláh, Kitáb-i-Íqán 118)

* Qur'án 2:285
** Qur'án 2:93


Was ist mit denen, die Bahá'u'lláhs Botschaft nicht gehört haben? Nun ich richte mich einfach nach der zitierte Textstelle aus dem Buch der Gewissheit. Da sie noch nicht gehört haben, können sie auch nicht nicht gehorchen.


Liebe Grüße, Tobias
Vielen Dank, lieber Tobias! Alle Unklarheiten beseitigt
Ich muss mich entschuldigen, der letzte Vers war natürlich Nummer 12, nicht 11, den hatten wir ja schon. Ich habe es nun berichtigt.
Bahá'u'lláh: Ährenlese, Vers 13

1 Schaut in die Vergangenheit: Wie viele, hoch und niedrig, haben zu allen Zeiten sehnlich auf das Erscheinen der Manifestationen Gottes in den geheiligten Gestalten Seiner Erwählten gewartet. Wie oft haben sie Seiner Ankunft geharrt, wie haben sie immer wieder darum gefleht, der Hauch göttlichen Erbarmens möge wehen, die verheißene Schönheit hinter dem Schleier der Verborgenheit hervortreten und aller Welt offenbar werden. Doch wann immer die Tore der Gnade sich öffneten, die Wolken göttlicher Freigebigkeit sich auf die Menschheit ergossen und das Licht des Ungeschauten am Horizont himmlischer Macht aufleuchtete, haben Ihn alle verleugnet und sich von Seinem Antlitz, Gottes eigenem Antlitz, abgewandt...
2 Überlegt: Was mögen ihre Motive gewesen sein, was konnte sie zu einem solchen Verhalten gegenüber den Of­fenbarern der Schönheit des Allherrlichen bewogen haben? Führt doch alles, was in vergangenen Tagen die Ablehnung und den Widerstand der Menschen verursachte, auch zur Verstocktheit der Menschen von heute. Zu behaupten, das Zeugnis der Vorsehung sei unvollständig und dies habe zur Ablehnung geführt, wäre offene Gotteslästerung. Wie fern liegt es der Gnade des Allgütigen, wie fern Seiner liebevol­len Vorsehung und Seiner milden Barmherzigkeit, unter al­len Menschen eine Seele zur Führung Seiner Geschöpfe zu erwählen, ihr einerseits das volle Maß Seines göttlichen Zeugnisses zu versagen, andererseits über Sein Menschen­volk schwere Vergeltung zu verhängen, weil es sich von Seinem Erwählten abwendet! Nein, die vielfachen Gnadengaben des Herrn aller Geschöpfe haben allezeit durch die Manifestationen Seines göttlichen Wesens die Erde und alle, die auf ihr wohnen, umfangen. Nicht einen Augenblick hat sich Seine Gnade versagt, noch haben die Schauer Seiner Güte aufgehört, auf die Menschheit niederzuregnen. Folglich ist ein solches Verhalten nichts anderem zuzuschreiben als der Kleingeistigkeit der Seelen, die durch das Tal der Anmaßung und der Hoffart schreiten, in der Wildnis der Gottferne umherirren, auf den Wegen ihres eitlen Wahns wandeln und den Befehlen ihrer Geistlichen folgen. Es geht ihnen vor allem um Widerspruch, und ihr einziges Begehren ist, der Wahrheit nicht ins Auge sehen zu müssen. Jedem Einsichtigen ist es offenbar: Hätten diese Menschen in den Tagen früherer Manifestationen der Sonne der Wahrheit ihre Augen, Ohren und Herzen von allem, was sie zuvor sahen, hörten und fühlten, geheiligt, so wären sie sicherlich weder des Anblicks der Schönheit Gottes beraubt worden noch so weit von den Stätten der Herrlichkeit abgeirrt. Doch weil sie dem Zeugnis Gottes das Maß ihres eigenen Wissens anlegten, das sie aus den Lehren ihrer Geistlichkeit aufgelesen hatten, und fanden, daß es ihrem beschränkten Verständnis widersprach, ließen sie sich zu solchen Untaten hinreißen...
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