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| 1.) Wenn "Gott zu führen beliebte", wen er will/wollte, schließt dies dann die Sinnhaftigkeit der aktiven Bemühung des Einzelnen aus? Anders gefragt: Ist das dann alles Schicksal? |
Nein, ich denke nicht. Wenn man sich besonders mit der frühen Geschichte der Bábi und Bahá'í-Religion beschäftigt, aber auch mit aktuellen Berichten, dann kommt man wohl nicht umhin das bestimmte Menschen besondere Ereignisse zum Glauben geführt haben, auch unter strenger Verfolgung und großen Lügen über die Religion.
Trotzdem kann der Mensch sich trotz dieser Zeichen noch immer von Gott abwenden, denn Gott hat den Menschen als einzigen (bis jetzt bekannten) Wesen den freien Willen geschenkt.
So sehe ich das zumindest...
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| 2.) Was bedeutet überhaupt "Gott führt"? Wie lässt sich das mit den Prinzipien des freien Willens, der selbstständigen Suche nach der Wahrheit vereinbaren? |
Ich denke damit sind bestimmte Erlebnisse oder Eingebungen gemeint. Von denen kann man sich doch aber noch ganz frei abwenden. Sonst gibt es wohl noch zu sagen das die freie Suche für Bahá'u'lláh das volle vertrauen auf Gott bedeutet:
Der Sucher soll allezeit sein Vertrauen in Gott setzen und sich von den Erdenmenschen abkehren. Er soll sich von der Welt des Staubes lösen und Ihm, dem Herrn der Herren, anhangen.
(Bahá'u'lláh, Kitáb-i-Íqán 213)
Mehr dazu hier...
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| 3.) Bezieht sich Bahá'u'lláh mit dem "Erscheinen" der "Sonne der Wahrheit" ausschließlich auf die Zeit, in der er seine Sendung offenbarte oder auch auf die Zeit danach (also auch auf unsere heutige Zeit?) und sind mit den Menschen, "die Gott zu führen beliebte", jene gemeint, die damals lebten oder alle Menschen? |
Sicher ist die Zeit in der eine Manifestation Gottes auf Erden wandelt eine ganz besondere Zeit. Bahá'u'lláh ermutigte ja auch die ersten Gläubigen Ihm so viele (angemessene und sinnvolle) Fragen zu stellen wie möglich, solange er in dieser Welt wandele. Doch das Licht der Offenbarung erlischt ja nicht, mit dem Tod des menschlichen Körpers der Manifestation Gottes. Ich denke wie die himmlischen Heerscharen kann natürlich auch Bahá'u'lláh weiter in dieser Welt wirken, besonders da er ja der Herr der Heerscharen ist.
Ich denke das auch heute noch Gott Menschen führt, sonst könnte der Glauben ja nicht wachsen, was er aber eindeutig tut. Besonders da ein Kind einer Bahá'í-Familie ja nicht Bahá'í werden muss, sondern kann und darf.
Ich hoffe meine Antworten sind nicht ganz so wirr wie ich denke und sind nützlicher als ich hoffe. Liebe Grüße, Tobias
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| Ich denke das auch heute noch Gott Menschen führt |
Ich meine, die Frage ist eben, ob Gott den Menschen führt, oder ob der Mensch durch selbständige Suche den Glauben findet. Den Schriften nach scheint beides möglich zu sein.
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| Das ist doch auch kein Widerspruch, oder?
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Nein, und ich denke, man kann es auch gar nicht anders erklären
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