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Vertiefung über 'Die Ährenlese'












8 Wir haben die Stimme deiner Verteidigung gehört, o Feder, und verzeihen dein Schweigen. Was ist es, das dich so sehr verwirrt hat?
9 Vom Rausch Deiner Gegenwart, o Vielgeliebter aller Welten, bin ich ergriffen und besessen.
10 Erhebe dich und verkünde der ganzen Schöpfung die Botschaft, daß Er, der Allbarmherzige, Seine Schritte zum Ridván* gelenkt und ihn betreten hat. Führe dann das Volk zum Garten des Entzückens, den Gott zum Thron Seines Paradieses gemacht hat. Wir haben dich zu Unserer mäch­tigsten Posaune erkoren, auf daß ihr schallender Ruf die Auferstehung der ganzen Menschheit verkünde.

* Ridván ist der Name des Wächters im Paradies, auch der Paradiesgarten selbst. Ridván ist etymologisch verwandt mit dem Be­griff »Zufriedenheit Gottes«. Bahá'u'lláh bezeichnet damit den Najíbíyyih-Garten bei Baghdád, wo Er 1863 Seine Sendung erklärte. Im Gedenken an dieses Ereignis feiern die Bahá'í das Ridván-Fest, eine Zeit, die zwölf Tage (21. April bis 2. Mai) umfaßt. Das 14. Ka­pitel der Ährenlese ist eine Tafel zum Ridván-Fest. Der Ridván-Garten ist nicht zu verwechseln mit dem Garten Na'mayn, der schmalen Insel inmitten eines Flusses im Osten von 'Akká, der von Bahá'u'lláh mit dem Na­men »Garten Ridván«, »das Neue Jerusalem« und »Unsere Grüne Insel« bezeichnet wurde (siehe auch Gott geht vorüber 11:24, Brief an den Sohn des Wolfes 198). Bahá'u'lláh verwendet Ridván in Verbindung mit mehreren Begriffen: Ridván der göttlichen Gegen­wart, Ridván des Ewigen, Ridván des Allherrlichen, Ridván des Unsichtbaren, Ridván ewiger Vereinigung, Ridván göttlicher Weisheit, Ridván der Unsterblichkeit etc.
11 Sprich: Dies ist das Paradies, auf dessen Blattwerk der Wein der Äußerung das Zeugnis ätzte: »Er, der den Augen der Menschen verborgen war, ist enthüllt, gegürtet mit Herrschaft und Macht!« dies ist das Paradies, dessen rau­schende Blätter künden: »O ihr, die ihr die Himmel und die Erde bewohnt! Erschienen ist, was nie zuvor erschien. Er, der Sein Antlitz seit Ewigkeit vor den Blicken der Schöp­fung verborgen hielt, ist nun da!« Aus dem raunenden Wind, der durch des Paradieses Zweige weht, dringt der Ruf: »Er, der höchste Herr aller, ist offenbart. Das Reich ist Gottes«, während aus seinen strömenden Wassern das Murmeln klingt: »Alle Augen sind erfreut, denn Er, den keiner schaute, dessen Geheimnis niemand entdeckte, hat den Schleier der Herrlichkeit gelüftet und das Antlitz der Schönheit enthüllt.«
12 In diesem Paradies und aus den Höhen seiner erhabensten Gemächer rufen die Himmelsdienerinnen jubelnd: »Freut euch, ihr Bewohner der Reiche der Höhe, denn die Finger dessen, der der Altehrwürdige der Tage ist, läuten im Namen des Allherrlichen die Größte Glocke mitten im Herzen der Himmel. Die Hände der Güte reichen den Becher des ewigen Lebens dar. Kommt näher und trinkt euch satt! Trinkt mit gesundem Behagen, o ihr, die ihr die fleischgewordene Sehnsucht seid, die ihr das leidenschaftli­che Verlangen verkörpert!«
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