Foren-Übersicht
Login | Registrieren | Forum | Suche

Jesus im alten Testament












Zitat:
Es wäre mir neu, wenn es demographische Aufzeichnungen darüber gäbe, wieviele Juden sich damals zu Christus bekehrten und wieviele ihn ablehnten. Jedoch kann die urchristliche Gemeinde nicht ganz so klein gewesen sein, immerhin war sie Keimzelle einer Weltreligion mit 2 Milliarden Anhängern. Ich sage ja nicht, dass die Mehrheit der Juden ihn als Messias ansah, sondern eine wesentliche Anzahl - also nicht nur ein paar Tausend. Es gibt in der Religionsgeschichte mehrere Quellen, die besagen, dass Jesus v.a. in den unteren Schichten der Juden grosse Anerkennung fand.


Keine direkten Zahlen, die gab es damals über kaum etwas. Aber die historischen Berichte die es überhaupt gibt, sehen das Christentum in der frühen Zeit als kaum mehr als eine jüdische Kleinsekte. Sicher waren sie die Keimzelle für das heutige Christentum, aber die größere Basis entstand erst mit der Verteilung über den Mittelmeerraum und dem Anziehen von Heidenchristen. Wohl Kirchengeschichtlich Paulus zu verdanken, welche sich damit wohl nicht nur das Wohlwollen vieler Judenchristen zuzog.

Ein paar Tausend? Zur Lebzeiten Christi wohl vllt. 1000, wenn nicht gar nur ein paar Hundert. Natürlich kommt es auch darauf an wie du zählst. Zählst du jeden der Jesus irgendwie gut fand? Zählst du jeden der ihn mal gesehen hatte und angetan war? Ich würde nämlich nur welche Zählen, welche sich eindeutig zum Christentum und Jesus bekannten, welche sozial an die christliche Bewegung angeschlossen waren. Und das waren zu Beginn vllt. einige 100erte.

Zitat:
Zudem würde ich mir eine Erklärung des Wortes "parasitär" in deinem Text wünschen. Es ist ja ein recht negativ belegtes Wort.


Nun, so war es nicht gemeint, aber die Bezeichnung trifft zu. Denn das Christentum breitete sich ganz zu beginn über das soziale Netzwerk der Juden im Mittelmeerraum aus. Da die Mission in den Gemeinden nicht sonderlich erfolgreich war, überstieg die Zahl der Heidenchristen die Zahl der Judenchristen bald eindeutig. Interessant ist, dass es oft um die jüdischen Gemeinden herum sozusagen 'Heidenjuden" gab, sie stellten wohl schnell einen sehr breiten Stock der Frühchristen dar.

Aus jüdischer Sicht stimmt sogar der negative Aspekt der Bezeichnung, denn das Christentum breitete sich über das Judentum aus und schädigte es zugleich. Zumindest im sozialen Sinne.
Zitat:
Und dass sich jemand der Jesus ablehnt der Erlösung ausschliesst ist keine "abstruse Theologie", wie du sagst, sondern durchaus nicht unverbreitet. Sprich z.B. mal mit Muslimen darüber In meinen Augen ist jemand anderer Religion nicht automatisch ohne Erlösungsmöglichkeit. Ich sehe ja viele Parallelen bei der Reinigung des Herzens zwischen den Religionen. Und das ist für mich ein zentrales Element der Erlösung. Insofern kann natürlich auch ein Jude oder Muslim Erlösung erlangen - jedoch halte ich die Chancen, die Voraussetzungen usw. im Christentum für besser, um die Erlösung zu erlangen. V.a. Muslime laufen momentan in meinen Augen grosse Gefahr die Saat der Ablehnung und des Hasses, die Imame z.Zt. sähen in ihrem Herzen aufblühen zu lassen. Das verhindert die Erlösung.


Nein, ist es nicht, solange es Theologie bleibt. Wenn du aber daraus irgendwie die Geschichte des Urchristentums ziehen willst, dann wird es abstrus. Weil du die Geschichte falsch darstellst und zudem die Idee der Theologie damit ins Abstruse führst.

Hass und Spaltung findet man heute oft unter Muslimen, aber wenn ich mir so das Gerede einiger Evangelikaler anhöre? Nun der Unterschied ist, das dort nicht unbedingt gleich soziale Aktion draus folgt, wie dies aber bei Muslimen der Fall ist.

Zitat:
Dass in der Zeit seit Beginn der Diaspora bis heute nur Minderheiten der Juden zum Christentum konvertiert sind stimmt. Das Gegenteil habe ich ja auch nicht behauptet. Allerdings liegt das z.T. auch am bedauernswerten Fehlverhalten christlicher Staatsmänner und leider auch Päpste, was eine starke Polarisierung bewirkt hat - nicht aber an der Person Jesu. Hätten wir Christen Jesu Wort konsequent gelebt, sähe die Sache anders aus.


Nun, das war seit dem Beginn so. Wenn ich es mir so überlege war das schon fast immer so, denn nirgends gilt ein Prophet so wenig wie im eigenen Land. Das bekamen die jüdischen Propheten zu spüren, das bekam Jesus zu spüren, das bekam Mohammed zu spüren, das bekam Zarathustra zu spüren... etc...

Zitat:
Schon gefunden! Ich


Das erklärt so einiges. Und wie viel % sind das dann der Gemeinde?
Lieber Tobias

Vielen Dank für deine lange Antwort - ich schätze es sehr, wenn sich jemand in Ruhe und fundiert den Themen hier im Forum widmet. Sie verdienen es jedenfalls.

Du hast durchaus gute Kenntnisse der frühen Geschichte des Christentums. Trotzdem gibt es keine Aufzeichnungen über die Anzahl Juden, die Jesus bereits zu seiner Zeit und kurz danach als Messias akzeptierten. Ich denke, dass es wesentlich mehr waren als einige Hundert und natürlich, wie du richtig sagst auch unterstützt von vielen Heidenchristen, die schon bald der entscheidende demographische Faktor wurden. Das ist richtig. Das NT gibt uns z.B. den Eindruck davon, dass die Leute von überall herkamen um Jesu Wort zu hören und seine Wunder zu sehen. Das spricht für eine breite Wirkung und Bekanntschaft. Und ich meine, er speiste 5000

Noch der ein und andere Kurzkommentar:

Die Sache mit der Erlösung bleibt bei mir eindeutig Theologie. Also nicht abstruses in Sichtweite.

Ausserdem würde ich mir keinen Vergleich radikaler Muslime mit den amerikanischen Evangelikalen wünschen. Die Fehlleitung letzterer ist mir zwar auch ein Dorn im Auge, aber sie treten auf der Weltbühne etwas weniger fanatisch, hassend und mordend auf, oder nicht? Und hier: ein Argument für den Papst: würden sich diese fehlgeleiteten Schäfchen wieder in die Herde der Römer einreihen, gäbe es weniger amerikanische Stimmen für moderne Kreuzzüge und weniger Blödsinn in der Auslegung.

Zitat:
Das erklärt so einiges.

Was erklärt es, dass ich u.a. jüdische Vorfahren habe? Verstehe ich nicht. Grundsätzlich komme ich aus einem normalen bayrischen Haushalt - jüdische Vorfahren haben in Deutschland trotz der Hitlersache mehr Leute als es wissen. Aber die Hitlersache hat den Prozentsatz der modernen Judenchristen und ihrer Abkömmlinge natürlich gesenkt - auf die ein oder andere Weise. Vor der Hitlersache gab es durchaus Konversionen von Juden zum Christentum, auch in Deutschland.

Gruss,
Andreas
Die sogenannte "christl." Gemeinde wuchs erst nach Jesu Tod. Zu Lebzeiten war sie tatsächlich erschreckend klein. Dass seine Jünger und Apostel mit einem solchen Charisma auftraten und "anschließend" im eigenen Lande zunächst dermaßen viele Menschen von der Lehre Jesu überzeugten, war ja einer der Gründe, warum man - erst jede mündliche - Überlieferung als vom Hl. Geist inspiriert ansah.

Es war eine Zwangsfolge, dass man versuchen mußte, das Ganze schriftlich festzuhalten, um es eben auch transportabel zu machen. Auf Grund der verschiedenen Zielgruppen entstanden auch diese Textvariationen der Evangelien, unabhängig dessen, was heute noch übrig geblieben ist.

Diese Entwicklung steht auch gegen die Entwicklung bei der Verbreitung des Korans bis heute. Während hier auf das authentische Wort Gottes beharrt wird, was in sich schon Unsinn ist (aus menschlichem Mund verkündet!), entstanden die christlichen Schriften "lediglich" aus den Überlieferungen des wachsenden Glaubens der damaligen Generationen!

Das Machtgebalze der späteren Gmeinden stand zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht zur Diskussion! Selbst der schwere Disput zwischen Petrus und Paulus (den Letzterer im Grunde genommen nach Argumenten gewann), spielt hier keien Rolle.

Diese Historie wird leider vollends vekannt. Die Verbreitung der Lehre Jesu war anfangs trotz aller Widerstände anfangs nahezu ein Selbstläufer und wurde für Rom hochgradig gefährlich!

Gruß!
Andreas80 hat folgendes geschrieben:
Ausserdem würde ich mir keinen Vergleich radikaler Muslime mit den amerikanischen Evangelikalen wünschen. Die Fehlleitung letzterer ist mir zwar auch ein Dorn im Auge, aber sie treten auf der Weltbühne etwas weniger fanatisch, hassend und mordend auf, oder nicht? Und hier: ein Argument für den Papst: würden sich diese fehlgeleiteten Schäfchen wieder in die Herde der Römer einreihen, gäbe es weniger amerikanische Stimmen für moderne Kreuzzüge und weniger Blödsinn in der Auslegung.


Evangelikale können genau so schlimm sein wie Muslime, da es Evangelikale waren, die Al Qaida oder die Taliban unterstützt haben. Der Terror der Evangelikalen ist hoch organisiert, legalisiert und nutzt direkte Staatsresourcen. Auch haben Evangelikale schon mal eine Abtreibungsklinik in Amerika in die Luft gejagt.
Forum -> Judentum und Christentum

Zurück  
1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 20,
21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32, 33, 34, 35, 36, 37, 38, 39, 40,
41, 42  Weiter
Ähnliche Themen
Das Wesen von Jesus dem Christus ergründen
Welche Bedeutung hat das Alte Testament für Christen ?
Ist jesus gott schon wieder^^
Zwängelei durch Jesus
die-jesus-spur
jesus wurde nicht gekreuzigt der beweis
Wenn Jesus Jude war, warum seid Ihr Christen?
Gott und Jesus
Wir glauben an Jesus und die Bibel
ist jesus gott