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Jesus im alten Testament












@Yogi
Etwas dagegen, dass ich eine andere Sicht habe? Und Du bewertest also, ob ein Kommentar überflüssig ist oder nicht!

Gruß
Was heißt den hier andere Sicht? Wir haben uns gar nicht darüber ausgetauscht ob das AT wichtig oder unwichtig im Verhältnis z.B. zum NT ist, sondern nur über Symbolik und Mystik im AT. Und dann kam dein Kommentar, mit der Behauptung wir hätten das NT nicht verstanden oder nicht wahrgenommen. War dieser Kommentar überflüssig? Ja, denn er hatte nichts mit dem Thema zu tun und stellt nur eine unnötige Provokation da.
Da kann ich Dir nicht zustimmen... Lass es gut sein, habe keine Lust, mich über solche Auslegungen zu streiten!

Gruß
Lieber Yogi

Jetzt versuche ich mal aus meiner Sicht auf deine Fragen im Post von "21.06.08, 13:10" zu antworten. Hat ein bisschen gedauert. ich habe einfach festgestellt, dass es für mich nicht so gut ist, wenn ich jeden Tag hier poste - irgendwie berührt mich das zu sehr und lenkt mich zu sehr ab.

Grundsätzlich zum Alten Testament: Ich stelle fest, dass die Mainstreammeinung ist: "Das AT ist böse und gewalttätig, das NT ist lieb, weil Jesus ja lieb ist." Diese Meinung ist sogar unter Christen sehr verbreitet, was ich sehr schade finde. Denn Jesus Christus selbst bestätigt die volle Wahrheit des AT mit dem Satz:

Zitat:
Matthaeus 5
17 Meint nicht, daß ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen.
18 Denn wahrlich, ich sage euch: Bis der Himmel und die Erde vergehen, soll auch nicht ein Jota oder ein Strichlein von dem Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist.
19 Wer nun eins dieser geringsten Gebote auflöst und so die Menschen lehrt, wird der Geringste heißen im Reich der Himmel; wer sie aber tut und lehrt, dieser wird groß heißen im Reich der Himmel.


Das ist eine eindeutige Aussage Jesu zum AT und es ist DIE Aussage Jesu zum AT. D.h. man kann Jesus nicht verstehen als jemanden, der das AT geändert hat und einen ganz neuen Glauben geschaffen hat. Jesus muss man als vollen Unterstützer des AT sehen - aber eben nicht der Weise in der es die Pharisäer damals interpretiert und gelebt haben. Aber die Unterschiede zwischen NT und AT verwirren dennoch:

Aus dem AT geht stark die Vorstellung eines gerechten, hart strafenden Gottes hervor. Im NT ist es plötzlich ein liebender Gott. Wegen dieses augenscheinlich unvereinbaren Unterschieds denken viele (wie gesagt auch Christen) das AT sei durch das NT überholt. Aber nein: Jesus will kein Strichlein am AT ändern!

Wie geht das also zusammen - der mordende und schlachtende Gott des AT und der liebende Gott des NT?

Beide Götter zeigen durch die (auf sie projizierten) Eigenschaften ein gleiches göttliches Prinzip: das von Lohn und Strafe. Der gerechte Gott des AT zeigt es durch Härte: "Wer nicht tut was ich sage, den bestrafe ich." So ist es im Islam noch immer. Der Gott des NT zeigt es durch seine Haltung: "Fürchtet euch nicht, Ich liebe euch, das macht es euch leichter mich zu lieben. Wer mich aber nicht liebt, dem kann ich nicht helfen, meine Liebe erreicht ihn dann nicht. Ich kann es einfach nicht, weil ich euch Menschen die freie Entscheidung für oder gegen mich gegeben habe." Der Jude oder der Muslim folgt seinem Gott also aus Furcht, der Christ aus Liebe (zumindest im Rahmen meiner beschränkten Vorstellungswelt).


Ende Teil 1
Teil 2

Das wogegen sich Jesus wendet ist v.a. die Interpretation der jüdischen Pharisäer damals, die das Gesetz gebrochen haben und sich in ihrer Interpretation des Textes Schlupflöcher gegraben haben.

Zudem folgendes: Religiöse Schriften bestehen immer aus zwei Teilen: einem Gesetz gemacht für die Zeit der Stiftung der Religion und einer universalen, übergeordneten metaphysischen Sicht der Welt und des Himmels, Gottes. Diese universale Wahrheit ändert nie. Die Gesetze, die für die jeweilige Zeit sinnvoll sein mögen, ändern. Ein Christ darf Schweine essen. Er muss nicht die jüdischen Waschungen machen. Aber er hat die gleichen Gebote.

Das NT ist also nicht ein neues Programm, so wie "Windows" "MS-DOS" abgelöst hat. Sondern das NT ist eine Verdeutlichung, die Erfüllung des AT im Sinn habend - sozusagen ein "Patch".

Auf das AT kann man aber in meinen Augen nicht verzichten. Es resultiert aus sehr alter Weisheit. Du hast Recht wenn du sagst:

Zitat:
Die 'Wahrheit' der Sintflut besteht darin, dass sie aus dem babylonischen Ggilgamesch-Epos entstammt


Aber das ist nur die Wahrheit über die Herkunft - nicht über die Bedeutung. Forsche mal im Internet über die Interpretationsansätze und du wirst begeistert sein. Mit einer tatsächlichen Überschwemmung hat es jedenfalls nichts zu tun. Mal abgesehen davon dass das Gilgamesch Epos nicht nur ein Märchen zur Unterhaltung war.

Das AT speist sich auch stark aus Weisheiten der alten Ägypter - diese haben ein unglaublich ausgeprägtes Himmelsbild und eine tiefe Mystik gehabt. Da steckt über jahrtausende der Menschheitsgeschichte gewachsene Weisheit drin.

In meinen Augen muss der Christ das AT nutzen, um die Welt zu verstehen. Es ist unglaublich tief.

Zu diesem Satz von dir:
Zitat:
Wenn es wirklich doch alles ganz lieb und symbolisch Gemeint ist, dann kann man die Texte heute kaum noch gebrauchen, denn es gibt so gut wie niemanden, der sie versteht, wahrscheinlich keiner. Denn wer kann schon die kulturell historischen beladenen Metapher übersetzten?



Ende Teil 2
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