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Kann man 100% Gläubig sein?












@Nasruddin:

Das ist ein kompliziertes Thema.
Gesühnt kann Schuld werden vor einem irdischen Gericht. Oder durch Karma (wobei ich eine ganz eigene Vorstellung davon habe, was das so ist oder sein könnte...).
Im Jenseits aber sind Täter und Opfer gleich - sie kommen dort langsam zur Ruhe. Es gibt nämlich keine Schuld, die nicht verjährt, spätestens nach dem Tod.

Ich weiss da mehr drüber, aber ich möchte das in diesem Ramen (Forum) nicht ausbreiten.

Ja, es hat Gültigkeit für mich: Gott urteilt nicht. Denn Gut und Böse sind in seinen Augen gleich wertvoll.

LG
@Lisken

Zitat:
Das ist ein kompliziertes Thema.
Gesühnt kann Schuld werden vor einem irdischen Gericht. Oder durch Karma (wobei ich eine ganz eigene Vorstellung davon habe, was das so ist oder sein könnte...).
Im Jenseits aber sind Täter und Opfer gleich - sie kommen dort langsam zur Ruhe. Es gibt nämlich keine Schuld, die nicht verjährt, spätestens nach dem Tod.

Das was Du sagst ist mir nicht Fremd. Eventuell sogar sehr bewusst.
Doch...
Für unsere Fundis aus dem Linken Weg ist das ein Freibrief für ...

Sprichts Du vielleicht von einer Anderen Ebene als wir hier im diesseits der Formen?...

Zitat:
Ich weiss da mehr drüber, aber ich möchte das in diesem Ramen (Forum) nicht ausbreiten.


Ich Denk das wäre aber sehr wichtig. Sieht Du nicht, dass wir jetzt schon beginnen Schuld auf uns zu laden?... Wo bleibt die Sühne. Wo bleibt die Erkenntnis.

Zitat:
Ja, es hat Gültigkeit für mich: Gott urteilt nicht. Denn Gut und Böse sind in seinen Augen gleich wertvoll.


Und trotzdem bist Du keine Killernatur?
** oder irre ich mich ***

Gruss
Nasruschreckus
I.

Naschreckus, weiche von mir, O weisester aller Es.. äh.. Mullahs!

Also gut. Ich werd's versuchen.

Zunächsteinmal... ist es so: Wer sein Verhalten gegenüber seinen Mitmenschen davon abhängig macht, ob ihn dafür ein Lohn oder eine Strafe erwartet, der ist auf der Stufe eines Kleinkinds stehengeblieben.
Klar sind wir alle mehr oder weniger programmiert darauf Freundlichkeit mit Freundlichkeit und Aggression mit Blocken zu begegnen. Doch wenn es darum geht Menschen Schaden zuzufügen, müssen wir uns überlegen: warum? Warum sollte ich einem anderen Schaden zufügen?
Weil es mir Spass macht? Warum macht mir sowas Spass? Weil er es nicht anders verdient? Bin ich denn sein Richter? Habe ich zu entscheiden, was das beste für ihn ist?
Und die wichtigste Frage: Wie möchte ich eigentlich behandelt werden? Kant hat das schon richtig erkannt... Und schon das Orakel von Delphi wollte nur eins: "Erkenne dich selbst!"
Aus einem inneren Bewusstsein heraus, dass wir Menschen sind und was es heisst Mensch zu sein, sollten wir handeln und nicht, weil uns Lohn oder Strafe erwarten.

-->
II.

Soviel erstmal zur moralischen Ebene.
Du hast recht, es gibt noch eine andere Ebene. Auf der sind wir keine Menschen, sondern Seelen. Diese seelische Ebene 'funktioniert' anders, als die 'normale' Ebene. Da sind ... Vorkommnisse, auf die wir fast keinen Einfluss nehmen können.
Auf dieser Ebene zieht eine Seele, die die Erfahrung des Opferseins machen möchte einen Täter an. Deswegen ist es auf dieser Ebene kindisch zu behaupten, dass es Schuldige und Unschuldige gibt.

Diese Erkenntnis lässt sich aber leider nicht kaufen. Sie lässt sich nur erfahren. Wer sie nicht erfahren hat, kann sie nicht verstehen. Und wer sie nicht versteht, der meint er müsse Schuld sühnen, indem er sich unglücklich macht. Respekt wird durch Sühne ersetzt. Statt zu seiner Schuld zu stehen und sich offen anzusehen, was für Schmerz man verursacht hat, sich seinem Opfer zu stellen, wird lieber gesühnt mit Unglück der schlimmsten Sorte.
Und wenn der Schuldige nicht sühnt, dann machts eins seiner Kinder (Karma) oder er wird im nächsten Leben Opfer (klassisches Karma).
Und die Opfer, statt die Erfahrung anzunehmen, nähren Wut und Hass und werden selbst zu Tätern oder bemitleiden sich ein Leben lang und wollen nicht Leben, denn wenn einem so viel Unrecht angetan wurde, dann hat man das volle Recht dazu sich unglücklich zu fühlen sein Leben lang.

-->
III.

Es wird alles vermischt und so geht das Unglück und Schuld und Sühne, erneute Schuld usw. immer weiter - Leid leid leid leid leid...
Wenn uns aber bewusst wird, dass es diese seelische Ebene auch noch gibt und dass Gott nicht richtet, können wir den Kreislauf durchbrechen - weil wir den Täter dann plötzlich als Mensch wahrnehmen, der einen grossen Fehler machte und nicht als abgrundbösen Teufel und so spinnt sich ein feiner Faden des Mitgefühls für so einen 'bösen' Menschen... und weil der Täter dann den Mut bekommt sein Opfer wirklich anzusehen - das ist ein Mensch, dem er Schmerz zugefügt hat und keine Kakerlake, die er zertreten hat aus Versehen - und er bekommt die Chance zur Reue.

Die Liebe Gottes ist bedingungslos. Und ein feiner Faden dieser Liebe fliesst auch von einem Menschen zum anderen, solange wir bereit sind ihn als Menschen wahrzunehmen und nicht als Monster. Darum geht es. Solche Konzepte wie Hölle und Strafe für Böses und Lohn für Gutes sind diesem Konzept völlig entgegengesetzt.
Was wird denn aus einem armen Opfer, das mit Vergnügen zusieht, wie sein böser Täter in der Hölle gemartert wird? Wegen des Opfers wird er dort gemartert! So macht man das Opfer zum Täter. Und es findet keine Ruhe. Sein Schmerz wird potenziert.

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