Foren-Übersicht
Login | Registrieren | Forum | Suche

der prophet muhammed (s.a.v.) in der bibel (TEIL 1)












Lieber Tobias

Auf deine mehrseitige Antwort zu dem Thema hab ich nicht geantwortet, weil mir erstens die Zeit fehlte ebenso ausführlich aufzutischen und ich zweitens die Argumentation tw. etwas zu platt fand. Ich war nicht überzeugt davon. Nicht weil ich es nicht sein will - da habe ich keine Präferenz - wer mich überzeugt, der überzeugt mich. Aber das wars nicht.

Mit Kriegsherren meine ich natürlich Mohammed.

Was meine "eigenen" Propheten angeht, so mache ich sie nicht schlecht. Ich mache sie aber auch nicht besser. Ich ziehe als Christ einfach eine eindeutige Trennlinie zwischen Propheten wie David oder Moses und Christus. Ich habe das wohl etwas zu schnell geschrieben vorher.

Also: Ein Prophet ist ein Freund Gottes. Er ist Gott sicher näher als normale Menschen. Viel näher. Er hört sein Wort. Aber nicht ganz frei von "Störgeräuschen", denn: vollkommen oder frei von Fehlern ist er nicht. Das sehen wir im AT an manchen Stellen, an denen Gott seine Propheten deutlich abmahnt, nachdem sie Fehler begangen haben. Das was Gülümser zitiert hat ist ein Beispiel: da wendet sich Gott von seinem Propheten ab, weil dieser Blut vergossen hat. Auch für Mose gibt es diese Szenen!

Christus dagegen ist der Sohn Gottes. Er ist frei von Sünde, er ist auch nicht vom Vater getrennt was das hier unmöglich macht:

Zitat:
Der Sohn lehnt sich gegen den Vater auf?


Sein Geist ist mit dem Vater eins, es ist der Geist des Vaters, der Heilige Geist: Dreifaltigkeit - ein Gott.

"Er muss nicht auf das Wort Gottes hören" meinte ich anders. Er muss nicht das Gespräch mit Gott suchen - der Prophet geht zum Berg - das muss er nicht. Er hat den Geist Gottes in sich. Er ist aus sich heraus in seinem Denken, Fühlen und Handeln göttlich, vollkommen.

Deshalb kann ich die Propheten des AT als Christ relativiert sehen. Relativiert im Lichte der Worte Christi! Und der relativiert einiges. Moses erzählt allerhand Dinge, die wir Christen nicht mehr befolgen müssen.

Vergiss nicht, ich bin kein Mohammedaner: Die Schrift hat für mich Bedeutung, aber v.a. verdeckte. D.h. ich lebe nicht wortwörtlich nach der Schrift, sondern suche die Wahrheit in der Exegese. Da wird einiges relativiert.

Weisst du, ich sehe in Mohammed ja keinen Schwerverbrecher oder so. Ich habe grossen Respekt vor ihm - und doch macht er mich traurig.

Er hat es aus eigener Kraft und durch Gottes Gnade zu grosser Weisheit gebracht. Aber durch seine Gewalt, die die anderer Propheten aus dem AT übertrifft, so wie ich das feststelle, hat er den reinen Kontakt zu Gott verworfen. Er liess sich verführen. Das macht für mich auch Sinn, wenn ich die Reinheit seiner frühen Worte, mit dem Gift seiner späten Worte vergleiche.

Weisst du Tobias, ich bin an diesem Punkt zur Zeit selbst stark am überlegen, wie man das sehen kann. Ich bin niemand der jemanden vorschnell verurteilt. Und wenn es mein Gewissen zulassen würde, würde ich mich ja für sein Wort öffnen. Aber mein Gewissen kann es nicht. Das beste wäre es, ich könnte mich mit Mohammed mal persönlich unter vier Augen unterhalten. Dann könnten wir das klären. Aber weil daas nicht geht, bleibt es wohl im Unklaren.

Gruss,
Andreas

P.S.: Habe mir diverse Bücher bestellt: Edelsteine Göttlicher Geheimnisse, Ährenlese, Verborgene Worte, –Worte der Weisheit, Der Kitáb-i-Aqdas, Die Sieben Täler, Die Vier Täler

Vielleicht klinke ich mich, wenn sie da sind mal eine Weile zum vertieften Studium der Worte aus.
Lieber Andreas,

Zitat:
Auf deine mehrseitige Antwort zu dem Thema hab ich nicht geantwortet, weil mir erstens die Zeit fehlte ebenso ausführlich aufzutischen und ich zweitens die Argumentation tw. etwas zu platt fand. Ich war nicht überzeugt davon. Nicht weil ich es nicht sein will - da habe ich keine Präferenz - wer mich überzeugt, der überzeugt mich. Aber das wars nicht.


Ich weiß nun nicht was daran platt war oder nicht. Aber das ließe sich natürlich nur feststellen, wenn du auf die einzelnen Argumente eingehen würdest. Aber wenn du darauf nicht antworten willst, ist dies natürlich dein gutes Recht.

Zitat:
Mit Kriegsherren meine ich natürlich Mohammed.


Nun. Wie definierst du einen Kriegsherren?

Zitat:
Was meine "eigenen" Propheten angeht, so mache ich sie nicht schlecht. Ich mache sie aber auch nicht besser. Ich ziehe als Christ einfach eine eindeutige Trennlinie zwischen Propheten wie David oder Moses und Christus. Ich habe das wohl etwas zu schnell geschrieben vorher.

Also: Ein Prophet ist ein Freund Gottes. Er ist Gott sicher näher als normale Menschen. Viel näher. Er hört sein Wort. Aber nicht ganz frei von "Störgeräuschen", denn: vollkommen oder frei von Fehlern ist er nicht. Das sehen wir im AT an manchen Stellen, an denen Gott seine Propheten deutlich abmahnt, nachdem sie Fehler begangen haben. Das was Gülümser zitiert hat ist ein Beispiel: da wendet sich Gott von seinem Propheten ab, weil dieser Blut vergossen hat. Auch für Mose gibt es diese Szenen!


Nun, du kannst aber auch schwerlich Moses mit den 'kleinen' Propheten des Alten Testaments auf eine Ebene stellen. Aus Bahá'í-Sicht gibt es da den Unterschied zwischen einer Manifestation Gottes und den abhängigen Propheten. So bewegten sich die Propheten des Alten Testaments alle 'im Schatten' der Offenbarung Moses, dagegen Jesus erfüllt die Offenbarung Mose durch Sein Auftreten, Johannes der Offenbarer steht wiederum im Schatten Jesu.

Zitat:
Christus dagegen ist der Sohn Gottes. Er ist frei von Sünde, er ist auch nicht vom Vater getrennt was das hier unmöglich macht:


Du sagtest Jesus müsse sich nicht an das Wort Gottes halten. Nur warum sollte sich gerade Jesus gegen Gott auflehnen? Vielmehr erfüllt Er das Wort Gottes, ja ist gar Seine Manifestation.

Zitat:
Sein Geist ist mit dem Vater eins, es ist der Geist des Vaters, der Heilige Geist: Dreifaltigkeit - ein Gott.

"Er muss nicht auf das Wort Gottes hören" meinte ich anders. Er muss nicht das Gespräch mit Gott suchen - der Prophet geht zum Berg - das muss er nicht. Er hat den Geist Gottes in sich. Er ist aus sich heraus in seinem Denken, Fühlen und Handeln göttlich, vollkommen.


Er ist eben eine Manifestation Gottes. Nur zu denken das Sein menschlicher Leib Gott sei, halte ich für etwas bedenklich. Sein Körper war der Träger der Manifestation Gottes in dieser Welt.

Mit der Dreifaltigkeit ist das so eine Sache, als Symbolismus für die Manifestation Gottes in dieser Welt kann ich sie als Bahá'í akzeptieren, aber Gott wird nicht Mensch, warum sollte Er auch? Die Idee erinnert sehr an diverse Halbgötter der Hellenistischen Welt. Von der Idee Maria als Gottesmutter mal gar nicht zu sprechen (ich meine hier nicht die unbefleckte Empfängnis!).

Zitat:
Deshalb kann ich die Propheten des AT als Christ relativiert sehen. Relativiert im Lichte der Worte Christi! Und der relativiert einiges. Moses erzählt allerhand Dinge, die wir Christen nicht mehr befolgen müssen.


Dagegen habe ich als Bahá'í überhaupt nichts einzuwenden.
Zitat:
Vergiss nicht, ich bin kein Mohammedaner: Die Schrift hat für mich Bedeutung, aber v.a. verdeckte. D.h. ich lebe nicht wortwörtlich nach der Schrift, sondern suche die Wahrheit in der Exegese. Da wird einiges relativiert.


Mohammedaner ist auch niemand, weil das ein Begriff ist, welcher nur in der christlichen Apologetik existiert.

Zumal es unreflektierte Worttreue auch im Christentum gibt.

Zitat:
Weisst du, ich sehe in Mohammed ja keinen Schwerverbrecher oder so. Ich habe grossen Respekt vor ihm - und doch macht er mich traurig.

Er hat es aus eigener Kraft und durch Gottes Gnade zu grosser Weisheit gebracht. Aber durch seine Gewalt, die die anderer Propheten aus dem AT übertrifft, so wie ich das feststelle, hat er den reinen Kontakt zu Gott verworfen. Er liess sich verführen. Das macht für mich auch Sinn, wenn ich die Reinheit seiner frühen Worte, mit dem Gift seiner späten Worte vergleiche.


Nun, das ist eine sehr verbreitete Behauptung. Sicher stimmt es, dass spätere Stellen im Qur'án mehr soziale und politische Themen enthalten. Aber das liegt gewiss nicht daran das Mohammed da irgendwie gefallen ist, sondern weil Er zu einer gesellschaftsstiftenden Figur wurde. Ist es nicht etwas abstrus die eine Hälfte der Offenbarung zu akzeptieren und die andere nicht?

Zitat:
Weisst du Tobias, ich bin an diesem Punkt zur Zeit selbst stark am überlegen, wie man das sehen kann. Ich bin niemand der jemanden vorschnell verurteilt. Und wenn es mein Gewissen zulassen würde, würde ich mich ja für sein Wort öffnen. Aber mein Gewissen kann es nicht. Das beste wäre es, ich könnte mich mit Mohammed mal persönlich unter vier Augen unterhalten. Dann könnten wir das klären. Aber weil daas nicht geht, bleibt es wohl im Unklaren.


Nun, gehen tut dies schon, aber nicht in dieser Welt.

... und die Propheten Gottes und Seine Auserwählten werden ihre Gesellschaft suchen. Mit ihnen wird die Seele frei verkehren und ihnen berichten, was sie auf ihrem Wege zu Gott, dem Herrn aller Welten, erdulden mußte. (Bahá'u'lláh, Ährenlese 81)

Zitat:
P.S.: Habe mir diverse Bücher bestellt: Edelsteine Göttlicher Geheimnisse, Ährenlese, Verborgene Worte, –Worte der Weisheit, Der Kitáb-i-Aqdas, Die Sieben Täler, Die Vier Täler

Vielleicht klinke ich mich, wenn sie da sind mal eine Weile zum vertieften Studium der Worte aus.


Sehr schön. Da hast du dir ja ein breites Spektrum bestellt, vor allem recht mystische Schriften, insbesondere Vier Täler / Sieben Täler. Wenn ich dir irgendwie helfen kann, kannst du mich gern anschreiben.

Sonst wünsche ich dir viel viel Erfolg. Darf ich fragen, nach welchen Kriterien du deine Auswahl getroffen hast?


Liebe Grüße, Tobias
Mohammed, Mahomet, ein General arabischer Horden.
Deine Beiträge waren auch schon einmal konstruktiver.
Forum -> Judentum und Christentum

Zurück  
1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 20,
21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32, 33, 34, 35, 36, 37, 38, 39, 40,
41, 42, 43, 44, 45, 46  Weiter
Ähnliche Themen
Muhammed in Mekka und Medina- Der Wandel
Koran und Bibel- Textueller Vergleich
Ein thema für andreas80^^: Widersprüche in bibel
Privater Krach Club Lissi, Teil 3
Unser kleines Pantheon Teil 3
gibt es wunder in der bibel?
gute Anlaufstellen für Bibel-Exegese im Internet gesucht
US-Physiker erklärt: Die Wunder Bibel sind möglich
Koran - Die Bibel Satans
Wir glauben an Jesus und die Bibel