|
|
|
Die Wüste ist ein spritueller Ort, ein Ort, an dem
uns Gott näher ist, an dem uns der Himmel nahe ist.
Die Wüste ist beides: Ort der Versuchung und Ort der
besonderen Nähe Gottes, Ort der Finsternis und des
Lichtes, Ort, an dem die Dämonen hausen, und der Ort,
an dem der Himmel sich über uns öffnet und wir das
Geheimnis unseres Lebens feiern: dass Gott mit uns ist,
ja dass der Himmel ins uns ist, dass Gott in unserem
Herzen Wohnung genommen hat.
|
|
|
|
Ende des dritten Jahrhunderts zogen die
ersten Männer in die Wüste, um dort allein zu sein und
sich nur der Gottsuche zu widmen. Die Männer hatten
Sehnsucht nach einem authentischen religiösen
Leben, das ganz und gar von der Gottergebenheit geprägt ist
und nicht von der Anpassung an den Zeitgeist. So
entstand eine Bewegung, die für die Gläubigen und für
die damalige Gesellschaft ein Segen war. Obwohl die
Männer ausgezogen sind aus der Welt, haben sie für
die Welt doch eine wichtige Bedeutung bekommen.
|
|
|
|
Die spiritualität der Wüstenväter ist ganz
konkret und sie get immer über die Übung. Wer auf dem
Weg zu Gott und auf dem Weg der inneren Wandlung
weiterkommen wollte, der musste sich ein ganz konkretes
Trainingsprogramm auferlegen. Das Ziel dieser Übung
war, ganz und gar in seiner Seele auf Gott ausgerichtet zu sein
und schließlich mit ihm eins zu werden. Es war letztlich
ein mystischer Weg, ein Weg des Einswerdens mit Gott.
Aber der Weg zur mystischen Erfahrung ging sehr
konkret über die Handarbeit, das fasten, das Schweigen,
den Verzicht, zu bewerten und andere zu belehren.
|
|
|
|
In den Schriften der Wüstenväter steckt
viel Menschenkenntnis. Sie haben sich selbst und ihre
Mitbrüder genau beobachtet und Wege entwickelt, wie
sie mit den eigenen Lebensmustern umgehen können.
Dabei haben sie nichts verdrängt, sondern alles, was sie
in ihrer Seele fanden, in das Licht Gottes gehalten.
|
|
|
|
Die frühen Wüstenväter waren die Therapeuten ihrer
zeit. Unzählige menschen sind damals in die Wüste gezogen, um bei den Wüstenvätern Rat zu suchen. Sie kamen
mit ihren Anliegen. Und die Gelehrten haben oft in sehr
kurzen und prägnanten Worten einen Weg gewiesen,
wie sie weitergehen können. Dabei haben sie ihnen die
Probleme nicht abgenommen, sondern ihnen eine
Übung mit auf den Weg gegeben. Wenn sie diese Übung
praktizieren, dann wird sich ihr Leben wandeln. Sie
werden mit anderen Augen auf ihre Situation schauen und sie werden sich für Gott öffnen und im Licht Gottes
erkennen, worum es iegentlich im Leben geht. Das wird
manche Probleme relativieren.
|
|
|