|
|
|
Hallo Zusammen,
ich habe schon so manchen Beitrag hier gepostet, weil auch ich Angst vor dem Tod habe. Mittlerweile ist es jedoch so, dass die Angst vor meinem eigenen Tod in den Hintergrund rückt und ich mir sorgen darum mache, wie es wohl sein wird, wenn ich alt bin und meinen Partner verliere. Ich male mir die schlimmsten Dinge aus und glaube, das nicht bewältigen zu können.
Nun möchte ich aber nicht länger in Phantasien schwelgen , sondern eine Art Realitätscheck vornehmen. Dazu bräuchte ich aber Eure Hilfe.
Wie sind eure Erfahrungen mit dem Tod. Habt ihr Eltern, Großeltern oder gar den eigenen Partner verlotren und könnt mir davon erzählen, wie der "übriggebliebene Partner" damit zurecht kam? Ist es so wie viele mir erzählen, dass man im Alter leichter Abschied nehmen kann? Oder ist das alles Humbug?
Über Eure Antworten freut sich Julia
|
|
|
|
Hallo Julia,
ich denke, dass ältere Menschen nicht besser mit dem Tod klarkommt. Ich denke, dass es eher noch schlimmer ist, wenn man lange zusammen gelebt hat und dann der Partner geht.
Ich kenne es so, dass der hinterbliebene Partner (meist bei alten Leuten) sehr schnell danach ebenfalls stirbt. Kann aber auch nur ein Mythos sein.
Ich selbst habe vor ein einhalb Jahren meinen Vater verloren. Damals war ich 19 Jahre alt.
Da es, trotz seiner Krankheit, sehr plötzlich kam (er ist am Morgen einfach nicht mehr erwacht) war es ein Schock für die ganze Familie. Am besten bin ich damit zurechtgekommen. Liegt wahrscheinlich auch an meinem Glauben.
Meine Mam hat es allerdings tief runtergezogen. Sie hat ihren Schmerz in Alkohol ertränkt.
Mitlerweile geht es ihr aber wieder ganz gut.
Leben und Tod gehören für mich ganz eng zusammen. Man kann es nicht bestimmen, ob man geboren wird und kann (normalerweise) auch nicht bestimmen, wann man stirbt.
Mein Vater hat es kurz vor seinem Tod sehr schön formuliert: Ich habe ein schönes Leben. Ich habe meine Aufgaben alle nach bestem Wissen und Gewissen erfüllt. Mein Leben "WAR" gut.
Deshalb mein Tipp: Lebe dein Leben jetzt. So wie es für dich am besten ist und denke nicht an Morgen. Jede Sekunde sollte man bewusst leben.
Grüße
Josefin
|
|
|
|
Liebe Josefin,
vielen Dank für Deine Antwort. Ich muss zugeben, sie hat mich ziemlich schockiert. Da ich täglich an den Tod denke und wirklich riesige Angst davor habe, meinen Freund eines Tages zu verlieren, suche ich ständig nach etwas, das meine Angst etwas mindern könnte. Deine Aussagen finde ich aber sehr plausibel und gerade deshalb machen sie mir noch mehr Angst. Wie soll man denn das Leben genießen, wenn doch am Ende ein so schmerzlicher Abschied wartet? Ist denn dann nicht das ganze Leben davon überschattet? Also bei mir ist es jedenfalls so. Ohne meinen Freund kann und will ich nicht leben. Wenn er nicht mehr da ist, hat mein Leben keinen Sinn mehr.
Gruß Julia
|
|
|
|
Hallo Julia,
einmal ist es ja gar nicht gesagt, dass Dein Freund vor Dir stirbt und zum anderen kann man jemanden auch verlieren, weil er einfach geht und nicht weil er stirbt.
Deine Angst ist, glaube ich, nicht der Tod, sondern die Angst vor dem Alleinsein. Es ist zwar richtig und wichtig sich an Partner, Familie und Freunde anlehnen zu können, aber man sollte auch lernen alleine klar zu kommen. Wenn man in einer Partnerschaft lebt und nur auf den anderen fixiert ist, kann sich das tödlich auf die Liebe auswirken.
Wahrscheinlich bist Du noch sehr jung. Ich glaube Du verlierst Deine Ängste, wenn Du Dich selber die Erfahrung machen lässt, dass Du Dinge auch ganz alleine schaffst. Auch ist es wichtig sich selber zu lieben, so dass Dein Selbstwertgefühl nicht auf die Liebe anderer angewiesen ist. (Was nicht heiß, dass man keine Liebe braucht)
Eine Persönlichkeit ist wie das Dach eines griechischen Tempels. Es braucht mehrere Säulen, damit es hält. Um so mehr Dinge Du Dir im Leben suchst, die Dir Freude und Halt geben, umso stabiler wirst Du und um so leichter kannst Du mit Verlusten umgehen, da Du dann ja noch viele andere Säulen hast, die Dich stützen.
Lieber Gruß
Helle
|
|
|
|
Liebe Helle,
vielen Dank für diese netten Worte. Ich bin zwar scvhon noch recht jung (24), aber ich habe in meinem Leben schon sehr viel (schlimmes) erlebt. Und vor zwei Jahren kamen dann mehrere Dinge zusammen, die mich einfach überrumpelt haben. In dieser Zeit kamen auch diese schlimmen Gedanken. Diese Gedanken haben mich depressiv gemacht. Ich musste in eine Klinik und wollte eigentlich nicht mehr leben. Ganz so schlimm ist es jetzt nicht mehr, aber die Angst davor meinen Partner zu verlieren ist geblieben. Es muss grausam sein, nach so vielen Jahren alleine zu sein. Vielleicht ist das bei mir jetzt auch noch schlimmer geworden, weil ich nun mit meinem Freund zusammenwohne und die Beziehung dadurch noch ein Stück enger gweorden ist.
Darf ich Dich einmal fragen, wie Du mit Verlusten umgehst? Hast Du auch Angst davor, eines Tages Deinen Partner zu verlieren? Oder glaubst Du, dass Du stark genug bist, das durchzustehen? Wenn Dir das zu privat ist, ignoriere meine Fragen einfach.
LG Julia
|
|
|