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Hallo Julia,
natürlich habe ich auch Angst geliebte Menschen zu verlieren. Ich denke, das hat jeder Mensch.
Die Sache bei Dir ist nur, denke ich, dass Deine Angst überhand genommen hat. Dass sie zum Dreh- und Angelpunkt Deines Denkens geworden ist. Und das ist ist ungesund für Dich.
Auch ich habe früh Verluste erfahren. Mit 17 habe ich den Verlust von Geborgenheit und Familie erfahren, habe alleine gelebt. Das war eine sehr schwere Zeit für mich, aber ich habe es mir trotzdem schön machen wollen. Zum Frühstück, im Winter, habe ich mir eine Kerze angezündet. Zum Geburtstag habe ich mir schon am Vorabend den Tisch schön gedeckt, damit ich es am Morgen so habe, als hätte meine Mutter mir die Überraschung bereitet. Ich habe mir selber Freude bereitet und meine Hoffnung auf die Zukunft gerichtet. Als ich alt genug war, bin ich losgegangen. Habe mein Glück in die Hand genommen, denn es kommt selten einfach vorbei.
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Ich persönlich hatte Hunger nach intellektueller Nahrung, obwohl ich familiär die Voraussetzungen nicht vorgefunden hatte. Ich wollte gerne studieren. Und obwohl ich mich nicht traute, habe ich es getan. Als später zurückblickte, habe ich mich gefragt: Warum hattest du solche Angst?
So war es mit vielen Dingen. Ich habe gelernt einfach loszugehen. Nicht planlos, nicht ziellos. Aber man muss losgehen. Geholfen hat mir immer die Hoffnung und die Lust an Dingen. Die Freude am angepeilten Ziel.
Damals, zwischen 17 und 25 war ich sehr gläubig. Ich denke, auch das hat mir geholfen, ein gewisses Vertrauen darin zu haben, dass alles gut wird.
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Wenn Du mich fragst, wie ich mit Verlusten umgehe, liegt darin sicher der Wunsch, ein Patentrezept zu bekommen, wie man sich unverletzbar macht. Liebe Julia, das gibt es nicht. Ein Mensch der liebt, bleibt verletztbar. Es ist jedoch einfach die Erfahrung, die ich in meinem Leben gemacht habe, aus der heraus ich Dir sagen kann: es geht immer irgendwie weiter, wenn man nicht aufgibt. Und dazu brauch man Hoffnung. Die ziehe ich weiterhin aus meinen Glauben an Gott, auch wenn sich mein Gottesbild einem starken Wandel unterzogen hat. Aber das ist ein anderes Thema.
Ja, auch ich habe Angst, meinen Partner zu verlieren oder andere Menschen die ich liebe. Aber die Hoffnung, dass das nicht passiert ist größer als die Angst. Die Erfahrung, dass in meinem Leben so viel gut ausgegangen ist, obwohl ich einmal ganz trübe Jahre hatte, gibt mir Zuversicht.
Vielleicht waren es die Gebete, die Gott erhört hat. Vielleicht half mir die Fähigkeit, nicht aufzugeben, vielleicht beides. Aber wie gesagt, es sind viele Säulen, die ein Tempeldach tragen.
Lieber Gruß
Helle
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Liebe Helle,
wenn ich von meiner Angst spreche, so meine ich nicht die Angst, dass ich meinen Partner JETZT verliere, sondern in ferner Zukunft. Sicherlich habe ich auch manchmal Angts ihn jetzt zu verlieren, aber das hält sich in Grenzen. Vielmehr meine ich das unausweichliche Ende durch den Tod. Denn es ist nunmal Fakt, dass jeder Mensch einmal gehen muss und (fast) jedes Paar einmal getrennt wird. Das ist eine Gewissheit mit der ich nicht umgehen kann. Machmal habe ich sogar Angst mich an meinen Partner anzukuscheln, wenn es mir schlecht geht. Ich denke mir dann: wenn er nicht mehr da ist, kannst du das nicht mehr machen, also gewöhne Dich nicht zu sehr dran.
Klingt bescheuert, ich weiß, aber so denke ich leider.
LG Julia
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Guten Morgen Träumerin,
es tut mir leid, wenn ich dir noch mehr Angst gemacht habe. Das war nicht mein Absicht.
Ich wollte nur klarmachen, dass wenn man sich immer damit beschäftigt, der Partner könnte in ferner Zeit vor einem Sterben, kann man die Zeit, die man hat, auch nicht wirklich genießen. Der Tod scheint wirklich große Schatten auf dein Leben zu werfen.
Damit belastest du dich. So wie ich gehört habe, fängst du jetzt schon an, Gewohnheiten aus Angst vor dem Tod (ankuscheln) abzulegen, um dich nicht daran zu gewöhnen. Das stelle ich mir schwierig vor.
Hast du schon einmal überlegt, dir professionelle Hilfe zu holen? Vielleicht steckt in deinem UNterbewusstsein ein Ereignis, das du so nicht wahrnimmst und deine Ängst auslöst.
Weiß dein Partner von dieser Angst?
Grüßle
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