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Eure Erfahrungen mit Tod und Abschiednehmen












Hallo Träumerin,

das ist jetzt mein erster Beitrag. Teil 1

der Tod hat schon sehr oft in mein Leben gegriffen. In meiner Grundschulzeit ist meine Oma gestorben. Ihren Mann (meinen Opa) habe ich nie kennen gelernt. Ein paar Jahre später ist dann mein anderer Opa gestorben. Als wir im Urlaub waren ist vor uns eine Frau mit ihrem Fahrrad gestürzt und hat sich das Genick gebrochen und ist dadurch sofort verstorben. Bei einem Autounfall, wo ich als Ersthelfer am Unfallort war, ist eine Frau vor meinen Augen verstorben während ihre kleinen Kinder daneben standen. Vor vier Jahren ist ein Freund von mir bei einem Autounfall gestorben und vor zwei Jahren ist dann ganz plötzlich auch mein Vater verstorben. Ich bin jetzt 24 Jahre alt.

Bei meinem Vater stand ich am Sterbebett und habe in dieser letzten Stunde seine Hand gehalten und habe ihm gesagt wie dankbar und stolz ich auf ihn bin. Das war eine sehr komische Erfahrung in der ich den Tod sehr friedlich und beruhigend erfahren habe.

Meine Mutter hat der Tod meines Vaters sehr hart getroffen. Sie ist jetzt gerade mal über 50 und sie hätten noch eine so schöne Zeit gehabt und sie hatten dafür auch viele Pläne. Ich muss sagen, dass ich in einem sehr liebevollen Elternhaus und Umfeld aufgewachsen bin. Meine Eltern haben sich fast nie gestritten und haben immer viel zusammen gemacht. So stelle ich mir die perfekte Ehe vor.
Teil 2

Ich habe mich dann viel um meine Mutter gekümmert. Sie in den Arm genommen wenn sie geweint hat, mit ihr gesprochen wenn sie nicht weiter wusste. Ich habe meine Trauer verdrängt damit sie einen starken Halt hat. Die Trauer kam aber doch (dazu später).

In so einem Moment glaubst du überhaupt nicht wie viele Menschen für dich da sind. Freunde, Verwandte und auch Menschen mit denen du vorher überhaupt nichts zu tun hattest kommen auf dich zu.

Meine Mutter lacht jetzt wieder. Sie unternimmt etwas. Sie macht Reisen und sie ist für andere da denen es momentan schlecht geht. Klar sie weint auch noch manchmal und sagt, dass einfach nachts jemand zum Kuscheln fehlt. Aber es hat ein neuer Lebensabschnitt begonnen.

Was gibt ihr aber jetzt die Kraft weiterzumachen? Laut meiner Mutter geben wir, also ihre Kinder, die Kraft und die Erinnerungen an die schöne Zeit mit meinem Vater. Sie sieht die Sache mittlerweile so: Sie ist dankbar, dass sie diese Liebe erfahren durfte und sie ist völlig überzeugt meinen Vater nach dem Tod wieder zu sehen. Da gibt auch der Glaube meiner Mutter die Kraft.

Bei meinen beiden Omas habe ich das auch so erlebt. Beide waren/sind dankbar für die schöne Zeit mit ihren Ehemännern. Sie sind froh darüber die erlebte gemeinsame Zeit mit Liebe verbracht zu haben und nicht immer nur mit Sorgen und Ängsten.

Meine Oma die noch lebt gibt auch der Glaube an Gott die nötige Kraft.
Teil 3

Wie schon gesagt kam dann nach einiger Zeit auch bei mir die Trauer. Das kann man einfach nicht auf Dauer verdrängen. Es kamen dann die üblichen Fragen auf: Was kommt nach dem Tod? Bist du dann einfach weg? Wer bist du überhaupt? Siehst Du deine Familie wieder? Wenn diese Fragen kamen habe ich richtige Panikattacken bekommen.

Und die Fragen gingen nicht weg. Also habe ich mich diesen Ängsten gestellt. Dadurch habe ich auch das spannende Forum entdeckt. Zu der Zeit als mein Vater noch im Krankenhaus war habe ich viel gebetet und auch danach hatte ich einen sehr starken Glauben.
Ich habe dann mit meiner Oma gesprochen ob sie Angst vor dem Tod hat und ich habe auch anderen älteren Menschen aus meinem näheren Umfeld danach gefragt. Alle sagten das Gleiche: Mit dem Alter bekommt man eine andere Weltanschauung, die sich im Laufe des Lebens immer mal wieder ändert und erweitert. Und alle verneinten die Frage. Wobei die Gründe oft unterschiedlich waren.
Mein Schlüsselerlebnis war Google-Earth. Ja hört sich komisch an. Man kann ja nun mit diesem Programm auch in den Weltraum schauen und das hat mich so sehr fasziniert. Ich kam mir so klein vor.

Ich habe nun keine Angst mehr vor dem Tod oder auch nicht vor dem Tod geliebter Menschen. Das Leben ist einfach nur faszinierend. Außerdem habe ich den Tod meines Vaters als sehr beruhigend wahrgenommen. Ich lese momentan jeden wissenschaftlichen Artikel den ich in die Hände kriege. Auch wenn ich nicht alles verstehen kann. Meinen Glauben würde ich momentan als nicht allzu stark einschätzen. Ich bin dankbar dafür in der heutigen Zeit leben zu können wo jeden Tag neue tolle wissenschaftliche Entdeckungen gemacht werden und ich persönlich gebe der Wissenschaft die Chance mir meine Fragen im Laufe des Lebens beantworten zu können. Das muss ja nicht heute sein. Trotzdem verneine ich Gott nicht. Aber die Bibel ist für mich kein Regelwerk.

Am Ende noch ein Zitat von meiner Oma: Packe deine Taschen jetzt voll mit Liebe indem du jeden Tag mit deinen Liebsten geniest. Denn das ist der Proviant für den Weg den du am Schluss alleine gehst.


Viele Grüße Seffian
@Seffian

Mein Beileid für all das was du bisher erfahren musstest!
Vorbildliche Lebenseinstellung die du da verfolgst, nur wenige sind dazu in der Lage, den Tod als Erfahrung zu sehen.
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