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Ich habe viel mit Jugendlichen gelebt, gearbeitet, auch jetzt noch. Mir scheint immer mehr, dass befreiender Glaube (der unsere Ängste nimmt, uns belastbar, friedfertig und solidarisch macht) nicht aus religiöser Erziehung, dem Bekennen von geoffenbarten Wahrheiten oder gar logischer Erkenntnis kommt. Mir scheint eher, dass sich dies aus dem persönlich zu lebenden Vertrauen (‚anarchisch’) erschließt, dass man angenommen und eingeladen ist. Als Grundaspekt des Religiösen wäre es auch die ideale Ebene der interkulturellen Verständigung. Es ist bestimmt nicht falsch, wenn wir uns in dogmatischen Fragen verständigen, in Amtsfragen, in kulturellen Ausdrucksformen. Aber ist nicht die Glaubens- (bzw. Vertrauens-)haltung der Dreh- und Angelpunkt?
Ich würde mich freuen über Gesprächspartner/Innen auf dieser Ebene.
s. auch (www.orientierung.org).[code]
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Hallo Weidacher,
herzlich willkommen im Forum!
Nachdem ich mich vor vielen Jahren als Bahá´í erklärt hatte (sagt man bei uns so, wenn man in die Gemeinde eintritt), wollte ich die Prinzipien, die Bahá´u´lláh lehrt, in die Tat umsetzen. Unter anderem auch das Prinzip der Einheit der Religionen. Aber irgendwie spürte ich in den Kontakten zu den Anhängern anderer Religionen immer so ein Gefühl von Konkurrenz und den Wunsch nach Überlegenheit in mir, was mich beides sehr störte. Bis ich eines Tages bei einem Stand, den wir in einer Fußgängerzone in Bremerhaven hatten, mit einem jungen Ehepaar sprach. Sie waren beide engagierte Anhänger einer christlichen Gemeinschaft und wir hatten, inmitten des Einkaufstrubels rings um uns herum, ein langes, inniges Gespräch. Mir wurde dabei irgendwann klar, dass die beiden die Religion, von der sie sprachen, innig liebten und - und das ist der Punkt! - dass es dieselbe Liebe war, die ich auch für meine Religion empfand.
Liebe hat keine Farbe und keinen Geruch, sie ist reine, geistige Energie und es ist schwer vorstellbar, dass die Liebe, die die Anhänger zu dem reinen Wesen ihrer Offenbarer empfinden, unterschiedlich sein sollte. Wieso sollten dann die Offenbarer, also die Ursprünge der Religionen selbst, in ihrem Wesen verschieden sein, oder sogar aus unterschiedlichen Quellen sprechen? Das macht keinen Sinn. Nur, hier begreift das Herz viel schneller als der Verstand ...
Liebe Grüße,
Herzlich
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Lieber Weidacher, lieber Iron Member,
'angenommen und eingeladen sein in persönlich gelebtem Vertrauen' ist der Angel- und Drehpunkt in der Tat für interkulturelle und interreligiöse Beziehungen.
Wenn Gespächspartner echte Liebe für wahre Religion empfinden, dann geschieht das Wunder der Liebe: herzliche Verständigung und einander verstehen wird möglich.
Ihr habt die Dinge wunderbar auf den Punkt gebracht der Veränderung im Einklang der Herzen ermöglicht. Hier gilt es, Herz und Kopf dazu zu bringen, zusammenzuarbeiten.
Herzlichst Gerhard
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Hallo Weidacher,
ja, das ist auch im Englischen der Unterschied zwischen faith und belief -
und dass die Meisten ihre Konfession und nicht ihre Religion vertreten...
(Da hab' ich schon einige solche 'Vertreter' durcheinandergebracht mit
"I don't believe in, but I do have faith in ...")
Ich denke, dass auch die letztere keine Farbe und keinen Geruch hat
Ich denke aber auch, dass man von diesem gläubigen Vertrauen nicht
ausgehen kann, sondern dass es erst durch Zweifel und Hinterfragen
hindurch ganz persönlich erkämpft werden muss...
Übrigens:
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Hallo Weidacher !
Ich arbeite auch im sozialen Bereich und seit Juli in einer Kindertageseinrichtung. Nun habe ich die Aufgabe übernommen, Angebote zum Thema interreligiöse Verständigung zu machen (Wir betreuen viele Migrantenkinder), zu denen auch die Eltern eingeladen werden können.
Ich denke auch, dass man über Vertrauensaufbau zu einem Austausch mit den Kindern und deren Eltern kommen kann.
Ich habe überlegt, dass man zum Thema "Wir sind Kinder einer Erde" bzw. "Wir sind alle Kinder Gottes" eine große Weltkarte gestalten könnte und von jedem Kind (und seiner Familie) ein Foto zu seinem Herkunftsland zuordnet.
Ich halte es auch für wichtig, die Eltern beim Feiern von religiösen Festen miteinzubeziehen. Z.B. könnte eine Mutter ein türkisches Essen mitbringen, das zum Zuckerfest gereicht wird und man feiert dann dieses Fest mit allen Kindern...
Was hältst Du/Ihr davon ?
Kann mir jemand sagen, wann in diesem Jahr Ramadan gefeiert wird ?
Wo finde ich Informationen zu anderen religiösen Festen aus aller Welt?
Über einen Austausch zu diesem Thema würde ich mich auch sehr freuen.
Tabea
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