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Soll Strafe Rache sein oder sich auf Schutz vor verbrechern












Jesus lehrt in dem von ihm seinen Juengern empfohlenen Gebet (Lord's prayer=Vaterunser), dass uns "unsere Schuld" vergeben werden moechte, so wie "wir" unseren Schuldigern vergeben.
Wie vergeben "wir"? Als Gesellschaft bestrafen wir Verbrecher. In einigen Staaten der USA sogar mit dem Tode.
Wenn wir(oder besser ich) etwas falsch gemacht haben, "gesuendigt" haben oder das Gesetz verletzt haben, z.B.durch Abtreibung, Drogenmissbrauch, Meineid zum Schutz eines Freundes usw. , wollen wir dann auch von Gott so bestaft werden, wie das Gesetz, d.h. doch "wir", es vorsieht.
Ich wende mich dagegen, dass als Motivation der Strafe auch die Rache enthalten sein darf. Nach meinem Dafuewrhalten sollten wir als Gesellschaft nur die Gesellschaft schuetzen, d.h. Generalpraevention und Spezialpraevention gelten lassen. Ein nach der Tat kastrierter Vergewaltiger braucht daher nicht bestraft zu werden, wenn es ausgeschlossen ist, dass er weiterhin andere vergewaltigt, es sei denn die Abschreckung fuer andere ist weiterhin noetig.
Ich empfinde es als besonders scheusslich, wenn Verwandte des/der Verletzten in Jubel ausbrechen, wenn ein Taeter bestraft worden ist. Das Rachegefuehl sitzt doch sehr tief.
Sollte nicht auch der Strafvollzug vorwiegend der Besserung und nicht der Vergeltung dienen? Das koennte zu vielen moderneren Vollzugsmethoden fuehren, die nur zum Teil angewandt werden.
Ich will es mal so ausdrücken: Wenn dann er Mörder des Mörders, bzw der der die Todesspritze zb gegeben hat vor Gott steht und Gott ihn fragt "warum hast du ihn ermordert" ist ein "weil man es mir befohlen hat" nicht geltend. Wenn Gott dann die Angehörigen fragt: "warum wolltet ihr seinen Tod?" dann ist die Antwort: "Weil er das gleiche gemacht hat/wir wollten nur Rache" nicht von bedeutung.
mit der Antwort bin ich voll einverstanden!!! Lieben Dank.
offen bleibt aber die Frage, ob "wir"wiklich so vergeben (vor allem wir als Gesellschaft, die das Strafgesetzbuch anwendet), wie wir uns unsere Vergebung fur unsere Schuld wuenschen.
Das heisst eine Erklaerung des "WIR" (ist das nur auf die betende Gemeinde bezogen, auf die ganze Gesellschaft, in der wir leben oder auf mich?) und eine Erklaerung wie wir vergeben sollen: dem Feind die andere Backe hinhalten?
mir gefällt das "Feind" nicht, ich weiß nicht, gibt es wirkliche Feinde? Wer ist denn bitte ein Feind meiner? Ich hasse keinen soviel, dass ich sagen würde er wäre ein feind. Ich verstehe sowieso das prinzip des ganze nicht. Bestrafung und Kirche, welch ein Paradoxon.

Muss dazu aus "Königreich der Himmel" zitieren: "Ich bin kein Freund von Religion, zu viel Krieg, zu viel Blut. Ich bin ein Freund des Glaubens"
Forum -> Leben nach dem Tod


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