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Willkommen im Mittelalter












Sakina

@solution_1
Zitat:
Der ethische Grundsatz, dass (heimtueckischer) Mord negativ sanktioniert werden muss, ist sicher aelter und basiert eher auf angeborenen Verhaltensweisen (Arterhaltungstrieb) als auf religioesen Ueberzeugungen.

Auch neuere Spielstrategien basieren auf alten Überlebensstrategien.
Zitat:
Tit for tat (auf deutsch "wie du mir, so ich dir"), ist eine durch Robert Axelrods Buch "Die Evolution der Kooperation" bekannt gewordene Strategie für ein Spiel im Sinne der Spieltheorie.

Inzwischen gibt es auch weiterentwickelter Strategien die fehrertoleranter auf Mißverständnisse reagieren und (Blutrache)vermeiden.
Tit for tat war die erfolgreichste Strategie im Überlebenskampf.
Zitat:
Allerdings ist, wenngleich das aus dem Namen nicht hervorgeht, der Spieler zu Beginn auf jeden Fall kooperativ. Es handelt sich also um eine freundliche Strategie. Wenn zwei Tit-for-Tat-Spieler aufeinander treffen, kooperieren sie immer.

Ansonsten kann ich noch die Moral des Pferdeflüsterers empfehlen.
http://basisreligion.reliprojekt.de/pferde.htm
Voraussetzung für eine Strategie ist Erinnerung (Gedächtnis)

mffffgggg gnostik
Ist halt eine Definitions- u. Ansichtssache: Wo beginnt Religion oder ein religiöser Ansatz?

Gruß
I.
Zitat:
Schon allein das du das Konzept ablehnst, zeigt das du doch von ihm beeinflusst bist. Überlege dir mal wie unser Strafrecht funktioniert. Selbst der Resozialisierungsgedanke erinnert doch irgendwie an Sühne, oder?

Der Resozialisierungsgedanke ist gerade die Abkehr des Strafrechtes vom Sühnegedanken. Der Sühnegedanke geht davon aus, dass ich für meine "Schuld" "Buße tue" und die Sache ist gehalten.
Die Prinzipien des modernen Strafrechtes haben sich von diesen Gedanken gelöst.
Dies betrifft sowhl die Frage, was überhaupt Gegenstand des Strafrechtes sein soll als auch die Frage der Santionierung von Verstößen.
Strafrecht hat sich von wenigen Ausnahmen abgesehen (z.B: Inzest) von moralischen Vorstellungen gelöst. Moralische Vorstellungen können und sollten Gegenstand des Strafrechtes sein.
Ziel des Strafrechtes ist auch nicht mehr Sühne. Vielmehr dient Strafrecht lediglich dem Schutz der Gesellschaft (General- bzw. Spezialprävention) sowie der Wiedereingliederung des Straftäters in die Gesellschaft, gegebenenfalls sogar ohne eine "Strafe" im eigentlichen Sinne.
Dies halte ich für etwas vollkommen anderes als Sühne.
II.
Ich denke gerade im Bereich des Rechtes lässt sich sehr gut ablesen, dass es sehr wohl christliche Einflüsse gibt, aber eben auch andere.
Den markantesten Einfluss des Christentums gibt es im Strafprozessrecht, der auch heute noch nach dem inquisitorischen Prinzip funktioniert, im Gegensatz zum angelsächsischen Raum, der hier eher ein kontradiktorisches (also von verschiedenen Parteien getragenes) Verfahren bevorzugt.
Im inquisitorischen Verfahren gilt ein sog. Amtsermittlungsgrundsatz sowie der Grundsatz des in dubio pro reo.
Und hier liegt ein Bsp. wo ich den christlichen Einflus weder verleugne, noch würde ich ihn aus dem Grunde seiner Herkunft ablehnen.
Ich persönlich halte diese Prozessordnung nach wie vor für das dem Angeklagten gegenüber gerechteste Verfahren.
Auch das geltende Verwaltungsrecht hat starke Anleihen aus dem kanonischen Recht.
Völlig anders sieht es aber im Bereich des Zivilrechtes aus.
Hier sind die Einflüsse stark auf römisches Recht oder gar germainsche Rechtsgedanken zurückzuführen. Insbesondere der Bereich des Familienrechtes hat sich mittlerweile glücklicherweise aus den Fängen überkommener Vorstellungen gelöst und auf eine zunehmend sachliche Grundlage gestellt.
@solution:

Es gibt keine ethischen Grundsätze a priori. Wie kommst du auf diese Idee?

*koppschüttel*
Forum -> Judentum und Christentum

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