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| Ich verstehe nicht, warum bis heute Halbwahrheiten über das christliche Mittelalter in den Schulen gelehrt werden - die Leute haben kein ausgewogenes Bild im Kopf, sondern eine unausgegorene Mischung von Fantasien und Legenden. |
Vor allem eben die polemischen Darstellungen der Humanisten, welche eben, um ihre, zu großen Teilen berechtigte Kritik, auch historisch untermauern wollen. Dazu mussten sie aufzeigen das ohne sie alles schlecht war.
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| Ein Fehler, der grundsätzlich gemacht wird, ist eine historische Zeit nach heutigen Masstäben zu beurteilen. Damit macht man es sich aber zu leicht. |
Zum einen das und zum anderen wird die Antike extrem romantisiert, die Mängel in der Neuzeit ausgeblendet.
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| Man macht es sich auch zu leicht, wenn man Entwicklung aus dem Zusammenhang reisst - die Renaissance, Humanismus und New Learning wären gar nicht möglich gewesen ohne die Vorbereitungen der Scholastiker ohne die Stabilisierung des Gelehrtentums durch die Kirche. |
Oft wird vergessen das sowohl Renaissance, wie auch Humanismus aus dem Mittelalter stammen.
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| Aber du wirst einen, der sich von Kerkern und Scheiterhaufen einen Schauder über den Rücken jagen lässt nicht für Hofkultur, Minnesang oder Klosterbibliotheken begeistern können. |
Es gab zugegeben beide Dinge, Historie ist eben nicht nur Schwarz und Weiß, sondern meist grau, oder, erschreckend!, vielmehr Bunt.
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| Wenn heute für Joghurt mit pürierten Erdbeeren geworben werden darf, warum darf dann für die Lehren des Jesus nicht geworben werden? Wenn mir an der Uni ein Professor das Werk Wittgensteins ans Herz legen darf, warum darf ein Priester einem Menschen nicht die Bibel ans Herz legen? Man muss sich als mündiger Mensch ja weder von Wittgenstein, noch von der Bibel einwickeln lassen, aber vielleicht ist Wittgenstein inspirierend, vielleicht die Bibel, vielleicht schmeckt dieser Joghurt wirklich gut (ich hab ihn einmal probiert, mir schmeckt er nicht so...). |
Weil nun auch der Atheismus seine Blüten schlägt, wie aggressiv er sein kann hat er ja bereits mehrmals gezeigt. Andere Ideen halten dann teilweise als Ersatzreligion her, welche dann genauso Fanatiker finden, wie eben auch Religionen. Hier recht interessant als Beispiel:
https://portal.d-nb.de/opac.htm?met.....p;query=978-3-458-71010-3
http://www.verlagderweltreligionen......us_als_religion_71010.pdf
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@tobias,
Ich bin der Ansicht, dass dein Vegleich hinkt. Der These, dass der Kommunismus, jedenfalls in den Stataten in denen man sich auf ihn berief oder beruft, eine Ersatzreligion darstellt, kann ich zustimmen.
Man berief, bzw. beruft sich aber dabei gerade nicht auf den Atheismus als solchen, sondern eben auf die theoretisch entworfene Gesellschaftsordnung.
Die antireligiösen Züge, die insbesondere in in der Sowejtunion zu Tage getreten sind, sind vielmehr darin begründet, dass sich die Russische Kirche, als Staatskirche, demonstrativ als zarentreu und Vertreter der alten Ordnung dargestellt hat.
Heute muss man ja auch befürchtenn, dass Russland wieder einen umgekehrten Weg einschlägt.
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Ohne die Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem "Mittelalter" hätten wir heute unsere Errungenschaften nicht.
Erfahrung gibt es nicht per Schalterklick, sie muß erlebt werden, nur so kann eine Einstellung internalisiert werden!
Gruß
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| Ich bin der Ansicht, dass dein Vegleich hinkt. Der These, dass der Kommunismus, jedenfalls in den Stataten in denen man sich auf ihn berief oder beruft, eine Ersatzreligion darstellt, kann ich zustimmen. |
Und warum nicht? Wenn du mal Zeit, Geld und Lust hast kaufe dir das Buch. Bis auf den Glauben an Gott weißt der Kommunismus alle Teile einer Religion auf, sogar einer recht engstirnigen. Es gibt feste Dogmen, Bekenntnisse, Heilswege und Heilsfiguren.
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| Man berief, bzw. beruft sich aber dabei gerade nicht auf den Atheismus als solchen, sondern eben auf die theoretisch entworfene Gesellschaftsordnung. |
Eben, der wissenschaftliche Sozialismus wird praktisch zur Theologie und der real existierende Sozialismus zur 'Heiligen Kirche'. Selbst wer an die Idee glaubte, aber eine andere Theorie vertrat oder gar am real Existierenden System zweifelte geriet schnell ins Abseits. Kaum ein Unterschied zur Häresie.
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