Foren-Übersicht
Login | Registrieren | Forum | Suche

Einseitigkeit unter der Lupe












Guten Abend Reinwiel,

das war eine sehr schöne, aufrichtige Antwort, über die ich mich wirklich gefreut habe. Du hast Recht, es ist fragwürdig die heiligen Insignien der Wissenschaft-Logik und Beweisbarkeit-auf das Gebiet der Religion zu übertragen. Wissenschaft und Religion bzw. Glaube müssen auseinander gehalten werden, weil sie Antipole sind. Das Werkzeug der Wissenschaft heißt Ratio, das Werkzeug der Religion heißt Glaube. Mit dem Werkzeug der Religion kann man auf dem Gebiet der Wissenschaft nicht arbeiten, genauso Nutzlos ist der Versuch, das Werkzeug der Wissenschaft auf die Religion anzuwenden. Der Versuch beide Pole miteinander zu vermischen führt zu Verfälschung und Verwirrung. Die Feinstoffhypothese ist ein solcher Versuch. Du behauptest, ich hätte, indem ich Korrektheit und Plausibilität einfordere, eine Regel aufgestellt. Nicht ich habe diese Regel aufgestellt sondern du selbst, indem du die Werkzeuge der Wissenschaft für religiöse Zwecke missbraucht hast. Daraufhin bin ich eingestiegen und habe etwas getan, was unter normalen Umständen, wenn also beide Pole schön voneinander getrennt sind, kaum möglich wäre: Ich habe deine Glaubensvorstellungen mit dem Werkzeug-Logik-angegriffen, weil du mit ebendiesem Werkzeug versucht hast, deine Glaubensvorstellungen gegen Anfeindungen zu wappnen.
Thema gewaltsames Hineininterpretieren:

Diesen Vorwurf kann ich nur zurückgeben. Du unterstellst mir ich würde mich von vornherein dagegen wehren, zu einem Glauben zu finden. Ich habe mich mit Religion, Glaube, Leben nach dem Tod usw. auseinandergesetzt und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass es mir unmöglich ist an so etwas zu glauben, weil ich das Gefühl haben müsste, mir etwas vorzumachen. Ich finde es nicht schlimm, gläubig zu sein-solange es sich um einen aufgeklärten, liberalen Glauben handelt, der von Religiöser Mystik und von religiösem Aberglaube gereinigt ist, weil Mystik und Aberglaube gefährlich sind. Ich habe einfach festgestellt, dass ich nicht glauben kann-obwohl ich in mir durchaus auch eine Art von Sehnsucht nach Glaube verspürt habe.
Noch eine kleine Anmerkung, die ich mir nicht verkneifen kann, dazu: „Bei dieser Gleichwertigkeit der Beweisfähigkeit ist für mich persönlich auch die Wahrscheinlichkeit gleich groß.“
Hier handelt es sich eindeutig um einen Trugschluss den ich nicht so stehen lassen möchte. Die Tatsache, dass Gott weder zu beweisen noch zu widerlegen ist, sagt nichts über die Wahrscheinlichkeit seiner Existenz aus-und sie bedeutet schon gar nicht, dass die Wahrscheinlichkeit für die Existenz Gottes fünfzig Prozent beträgt. Ich erinnere hoffentlich das letzte mal an die Zahnfee: Nur weil dieselbe nicht zu widerlegen ist, bedeutet das noch lange nicht, dass die Wahrscheinlichkeit für deren Existenz bei fünfzig Prozent liegt.

Zitat: „(…)ein Etwas - auch wenn es unbeweisbar und nur vielleicht ist – ist besser als ein Nichts“
Damit bin ich vollkommen einverstanden, auch wenn dieses Bedürfnis nach einem-Etwas-keine so große Rolle bei mir persönlich spielt.
Zum Thema Mut:
Mit der Behauptung, Gläubige seien die mutigeren Menschen, bin ich nicht einverstanden. Ich könnte diese These auch umdrehen, gemäß der Denkweise eines Atheisten, und sagen: Atheisten sind die mutigeren Menschen weil sie der hässlichen Fratze-Realität-ins Auge sehen. Ich könnte sagen, die Ursache des Glaubens selbst sei Angst: Angst vor dem Tod, Angst vor der Sinnlosigkeit des Lebens, Angst vor dem Leben selbst; wie können Gläubige also die mutigeren Menschen sein, könnte ich fragen. Aber ich bin in Wirklichkeit der Meinung, dass sich in dieser Beziehung die Frage wer mutiger ist gar nicht stellt. Niemand entscheidet sich wirklich bewusst zum Glauben oder zum Nichtglauben. Es gibt Menschen wie mich, die den Glauben nicht brauchen, denen sozusagen der „Trieb“ dazu fehlt und es gibt Menschen wie dich, die einen Glauben im Leben benötigen, oder vielleicht sogar unbewusst dazu getrieben werden. Mit Mut hat das ganze nichts zu tun.
@achim
gut gegeben.
aber die erbsenzaehlerei bringt ja auch nicht weiter..
dieses nicht bewusst entscheiden(?) - gibt es das? -
ob man glaubt oder nicht, das finde ich interessant...
Forum -> Andere Themen

Zurück  
1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16  Weiter
Ähnliche Themen
Islam = Hingabe und Unterwerfung unter den Willen Gottes?
Ich schwitze so unter den Achseln!
Kritik am Islam bald weltweit unter Strafe ?
Terrorismus: Unter falscher Flagge
Ich mochte mich unter kontrolle hallten
madeleines eltern unter verdacht
Unter alle Völker zerstreut
Unter Zwang kann keine echt Liebe entstehen
Ball unter Pulli stecken
Leiden unter der Trennung