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Einseitigkeit unter der Lupe












Zitat: „Aber gibt es so gesehen für dich überhaupt Gott, Seele und ein Leben nach dem Tod?“
Ich glaube, wie du dir sicher denken kannst, weder an Gott, noch an ein Leben nach dem Tod. Meinen Standpunkt was für mich Seele ist, habe ich bereits erläutert.
Zitat: „Wenn es keine Seele gibt, dann gibt es logischer Weise auch keine Lichtpartikel oder feinstoffliche Kleinstteilchen.“
Dieser Satz ist logisch falsch. Du gehst von der (rein hypothetischen) Annahme aus, der Mensch sei ein duales Wesen, das einerseits aus Materiellem, dem Körper besteht, andererseits eine Seele besitzt, die zumindest dem materiellen ähnlich ist. Erstens kann man sich wie gesagt auch dann eine Seele vorstellen, wenn man den Mensch rein materiell sieht, zweitens kannst du nicht einmal unter der Annahme, es existiere dieses duale System, behaupten, die Erklärung mithilfe von „Lichtpartikeln“ und „Feinstofflichkeit“ sei ein zwingender Schluss. Da diese „Lichtpartikel“ rein hypothetisch sind, kann auch jede andere, noch so weit hergeholte Hypothese, dieses duale System ebensogut erklären. Einzige Voraussetzung: die Erklärung darf wissenschaftlich nicht nachprüfbar sein.
Zitat: „Aber ist das auch Gott, Seele, die feinstoffliche Realität?“
Noch einmal: das „Feinstoffliche“ ist KEINE Realität, sondern nur Hypothese, die noch dazu von wissenschaftlicher Seite her äußerst unwahrscheinlich ist. Ein Physiker könnte dir diese Hypothese wahrscheinlich einwandfrei widerlegen.

Zu deiner Frage, ob eine solche Diskussion für mich überhaupt interessant sein könne, wenn ich an nichts Übersinnliches glaube. Die Antwort darauf ist eigentlich relativ einfach. Gerade weil ich daran nicht glaube, ist es für mich interessant die Gegenposition zu hören und meine Standpunkte zu erläutern-auch um meinen Standpunkt vor mir selbst zu rechtfertigen und zu hinterfragen.

Ich habe noch eine Frage an dich. Gibt es Gründe, weshalb du den Glauben an Gott dem Unglauben vorziehst? Ich meine wirklich Stichhaltige Argumente, weshalb du beispielsweise der Meinung bist, die Gotteshypothese sei für die Entstehung der Welt eine bessere Erklärung, als die rein wissenschaftliche (die natürlich auch nicht alles erklären kann).
Ich wünsche dir eine schöne gute Tageszeit Achim,

ich glaube, ich kann dir keine Argumente bringen, die für dich stichhaltig sind. So etwa einen echt hieb- und stichfesten Beweis für Gott, der nach deiner Auffassung lediglich eine reine Hypothese ist. Ich behaupte: Nicht einmal ein solch "echter" Beweis würde dir einen Gewinn bringen. Alles hängt von der Bereitschaft ab, auf etwas Anderes einzugehen. So brauchten heute durchaus anerkannte und wissenschaftlich genützte Erkenntnisse oft sehr sehr lange, bis sie sich durchsetzten. Oft gegen den erbitterten Widerstand anderer wissenschaftlicher Fakultäten.

Deshalb muss ich betonen, dass Argumente, die mir etwas bedeuten, für dich noch lange nicht etwas zu sagen haben, obwohl du den Dingen auf den Grund gehen willst und bereit bist, "alles" zu hinterfragen. Zu meinen Argumenten gehört: Wenn die Wissenschaft sagt, dass Gott nicht existieren könne, weil er nicht nachweisbar oder zu beweisen sei, so darf ich im Gegenzug doch auch feststellen, dass es der Wissenschaft nie gelingen wird, den schlüssigen Beweis dafür zu erbringen, dass es Gott nicht gibt. So gesehen ist jede philosophische Betrachtung der Wissenschaft auch nur eine x-beliebige Hypothese.
Fortsetzung

So gefällt mir die absolut wissenschaftliche Hypothese vom Urknall ganz und gar nicht. Umso weniger gefällt mir auch, dass es für den Eintritt dieses Urknalls keine andere Erklärung gibt, als dass er eben durch einen Zufall eingetreten sei. Konsequent weiter gedacht ist dann alles Andere eine endlose Kette von weiteren Zufällen, so etwa, dass die Erde in ihrer zufällig richtigen Größe genau auf die zufällig passende Umlaufbahn um die Sonne geraten ist. Und Zufälle sind eben unerklärlich, und dann noch: Auch die Wissenschaft kann nicht alles erklären.

Ist das nicht eine Pattstellung? Ich habe sie für mich aus einer gewissen Unzufriedenheit mit der Wissenschaft und aus "innerem" Verlangen verlassen, um sagen wir einmal der Metaphysik den Vorzug zu geben. Gleichzeitig geht es mir sehr darum, alles Wissenschaftliche nicht einfach zur Seite zu schieben, sondern zunächst einmal nur für mich selbst zu einer Versöhnung von Wissenschaft und Religion zu gelangen.

Es ist ein Versuch, ich weiß es. Aber er brachte mir Ausgewogenheit, eine positive Lebenseinstellung. Ist das nicht ein Vorteil?

Liebe Grüße - reinwiel
Guten Abend Reinwiel,
ich möchte auch noch einmal betonen, dass die Wissenschaft vermutlich niemals in der Lage sein wird, die Frage ob es Gott bzw. etwas Übersinnliches gibt, vollständig aufzulösen. Was ich allerdings ablehne, ist deine Behauptung, die Erklärungsversuche der Wissenschaft bezüglich der Entstehungsgeschichte des Universums und des Lebens auf der Erde, seien „x-beliebige“ Hypothesen. Im Unterschied zu dir und deiner „Feinstoff-/Gottes-Hypothese“, bemühen sich Wissenschaftler ihre Erklärungsversuche auf Tatsachen aufzubauen, die sich beweisen lassen. Und wenn es auch sein mag, dass dir die Urknall-Theorie nicht „gefällt“, so gibt es dennoch stichhaltige Gründe (z.B. kosmische Hintergrundstrahlung, Ausbreitung des Raumes), die diese Theorie untermauern.

Fortsetzung folgt.
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