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| Der Grund dafür, dass keiner der bei klarem Verstand ist in Erwägung ziehen würde, eine solche Hypothese könnte der Wahrheit entsprechen, liegt nicht in ihrer fehlenden Schlüssigkeit, sondern in ihrem völligen Mangel an Fakten, die eine Untersuchung auf ihren Wahrheitsgehalt überhaupt erst möglich machen würden. Ähnlich verhält es sich mit deiner Hypothese der „Feinstofflichkeit“. Deine Feinstoff-Hypothese ist der Zahnfee-Hypothese in zwei Punkten sehr ähnlich. Beide stellen die Behauptung auf, es existiere etwas, für das es keinerlei wissenschaftliche Anhaltspunkte gibt (Zahnfee; Feinstofflichkeit bzw. Lichtpartikel) und sichern ihre Hypothese gleichzeitig vor der Widerlegung, im einen Fall durch die unsichtbaren „Bausteine“, im anderen Fall durch die Behauptung, das „Feinstoffliche“ sei nicht wirklich materiell, deshalb könne man es auch nicht nachweisen. Damit entzieht sich diese Hypothese der Möglichkeit, sie mit dem klaren Menschenverstand zu beurteilen. Wenn es einem beim Glauben hilft, bitte.
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Zitat: „Was spricht dagegen, dass feinstoffliche Materie Kleinstteilchen hat? Und weshalb sollten diese nicht in grobstofflicher Materie vorhanden sein dürfen?“
Gegenfrage: Was spricht denn dagegen, dass die Zahnfee kleine Zahnfee-helferchen hat, die ihr ein wenig zur Hand gehen? Und weshalb sollte es nicht möglich sein, dass deren bevorzugter Lebensraum unsere Biotonnen sind? Ich bin der Meinung, dass meine Frage genau dieselbe Berechtigung hat wie deine.
Zitat: „Ein weiterer Fehlgriff ist es, Geistiges und Materielles einfach mit der Brechschere zu trennen, so als hätte das eine mit dem anderen nichts zu tun.“
Da gebe ich dir ausnahmsweise uneingeschränkt Recht. Ich bin ebenfalls der Meinung, dass das eine etwas mit dem anderen zu tun hat. Das Geistige geht nämlich aus dem Materiellen hervor, oder genauer gesagt, es entsteht durch unsere Gehirnaktivitäten, wobei man streng genommen, eigentlich gar keine Grenze zwischen beiden ziehen kann. Denn meiner Überzeugung nach ist „das Geistige“ ohne das Materielle gar nicht möglich.
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Guten Morgen Achim,
kann es denn für dich überhaupt interessant sein, über Geistiges als eine eigene Seinswirklichkeit zu diskutieren, wenn du feststellst, Geistiges entstehe (nur) durch unsere Gehirnaktivitäten? Oder Geistiges sei ein Produkt der Materie? Vom Gesichtspunkt der materiell gebundenen Wissenschaft hast du ja Recht.
Aber gibt es so gesehen für dich überhaupt Gott, Seele und ein Leben nach dem Tod? Also warum solltest über Dinge oder Inhalte reden, die für dich ohnedies irrelevant sind? Wenn es keine Seele gibt, dann gibt es logischer Weise auch keine Lichtpartikel oder feinstoffliche Kleinstteilchen. Deine Zahnfee ist für mich sicher eine Gedankenblase. Aber ist das auch Gott, Seele, die feinstoffliche Realität?
Ich bemühe nun auch einen Analog-Schluss:
Wenn ein Chirurg das Gehirn aufschneidet, dann findet er dort keine Gedanken - aber haben wir deshalb keine Gedanken?
Wenn ein Chirurg an irgendeiner Stelle den Körper aufschneidet, dann findet er dort keine Seele - aber haben wir deshalb keine Seele?
Liebe Grüße - reinwiel
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Guten Morgen Reinwiel,
zunächst ein paar Worte dazu: „Wenn ein Chirurg das Gehirn aufschneidet, dann findet er dort keine Gedanken - aber haben wir deshalb keine Gedanken?“
Zwar hast du recht mit der Aussage, dass ein Chirurg keine Gedanken sehen kann wenn er das Gehirn „aufschneidet“, Gedanken bzw. Gehirnströme können allerdings durchaus sichtbar gemacht werden, z.B. durch Elektroden die auf der Kopfhaut angebracht werden. Wissenschaftler forschen sogar an Methoden wie Gedanken LESBAR gemacht werden können. Im Ansatz wurde das auch schon erreicht. Beispielsweise hat man es geschafft, Patienten, die durch Rückenmarksverletzungen ganzkörpergelähmt sind, mithilfe von Apparaten, die Gehirnströme messen und an Rechner angeschlossen sind, beizubringen, allein durch ihre „Gedankenkraft“ einen Cursor zu bewegen.
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Zitat: „Wenn ein Chirurg an irgendeiner Stelle den Körper aufschneidet, dann findet er dort keine Seele - aber haben wir deshalb keine Seele?“
Ich bin auch nicht der Meinung, dass etwas nur dann existiert, wenn wir es mit bloßen Augen sehen können. Aber wenn etwas existiert, muss es messbar sein, wie z.B. Gedanken auch messbar sind. Die Seele, jedenfalls das was du dir darunter vorstellst, ist nicht messbar. Im Übrigen habe ich nicht behauptet, dass ich nicht daran glaube, dass der Mensch eine Seele hat. Du machst den Fehler anzunehmen, die Seele müsse zwangsläufig vom Körper unabhängig sein. Diesem Gedanken widerspreche ich. Für mich gibt es eine Seele, für mich ist die Seele gleichbedeutend mit dem Charakter eines Menschen, der sich aus seiner genetischen Veranlagung, aus Prägung, Erfahrungen usw. zusammensetzt. Damit wäre meine Vorstellung theoretisch nachweisbar, Bedingung ist allerdings, und das ist nur eine Frage der Zeit, dass man die Funktionsweise des Gehirns entschlüsselt. Meine Theorie hat gegenüber der deinen nur eine einzige „Schwäche“, sie lässt keinen Raum für den Wunsch, die Seele sei unsterblich-im Gegenteil.
Fortsetzung folgt.
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