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.. Am Toten Meer
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| (Bonn, 17.01.2008) Wer meint, er wisse schon alles über Qumran und die weltberühmten Schriftrollen vom Toten Meer, wird umdenken müssen. Ein neues Buch über Qumran präsentiert weit reichende Deutungen und selbst Theologen nur selten bekannte Fakten, die auch für den christlichen Glauben von größter Wichtigkeit sind! |
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Es begann mit einem Steinwurf …
Es wird immer im Dunkeln bleiben, warum im Frühling 1947 der Beduine Muhammed edh-Dhib auf dem Steilhang an der Westküste des Toten Meeres herabkletterte. Suchte er wirklich seine Ziege, die ihm angeblich weggelaufen sei und die er durch Steinwürfe aufschrecken wollte? Oder hielt er Ausschau nach einem passenden Versteck für seine Schmuggelware, die die Beduinen in jenen Tagen von Jordanien nach Palästina brachten? Der Grund seiner Steinwürfe ist eigentlich unwesentlich – wichtig ist, dass er damit einen Stein ins Rollen gebracht hat, der bis heute weltweit Forscher und die breite Öffentlichkeit in Atem hält. Fast jeder hat schon von den Schriftrollen vom Toten Meer gehört, doch nur die wenigsten wissen, um was für einen archäologischen Schatz es sich wirklich handelt. In den letzten Jahren haben eine Vielzahl von Büchern und Medienberichten erneut große Verwirrung um die Bedeutung der Qumranfunde gestiftet. So wird durch christentumskritische Skandalbestseller wie „Sakrileg“ (Da Vinci Code) oder „Verschlusssache Jesus“ den unkundigen Lesern vorgegaukelt, dass der Vatikan die Herausgabe der Schriftrollen vom Toten Meer zu verhindern suche, da die Qumrantexte angeblich unliebsames Material über Jesus enthalten sollen. Auch wenn sich Bücher mit solch reißerischen Thesen millionenfach verkaufen, bleiben solche unwahren Behauptungen lediglich eine millionenfach geglaubte Lüge. Es ist daher mehr als begrüßenswert, dass nun der Qumran- und Jesusforscher Professor Rainer Riesner (Universität Dortmund) seine Forschungsergebnisse in allgemeinverständlicher Weise unter dem populären Titel „Verschwörung um Qumran – Jesus, die Schriftrollen und der Vatikan“ (Knaur 2007) veröffentlicht hat. Das durchgehend – mit z.T. neuesten Fotos aus der Qumranforschung – illustrierte Buch ist ein wahres Lesevergnügen und eine schier unerschöpfliche Fundgrube für jeden, der Fakten in Sachen Qumran- und Jesusforschung sucht. Bereits 1993 hatte Riesner den weltweit beachteten Bestseller „Jesus, Qumran und der Vatikan“ veröffentlicht. Die Gesamtveröffentlichung aller Texte aus den Höhlen und neue Ausgrabungen in Qumran haben der Schriftrollenforschung nicht nur neue Impulse gegeben, sondern auch eine Vielzahl an neuen Erkenntnissen. In akribischer Detailgenauigkeit hat Prof. Riesner seinen Klassiker, den er zusammen mit seinem inzwischen verstorbenen Doktorvater und Qumranpionier Professor Otto Betz verfasst hatte, völlig überarbeitet und aktualisiert. Er präsentiert so eine Fülle an z.T. bisher wenig bekannten Fakten, für die der Leser sonst einen ganzen Berg an Fachliteratur durcharbeiten müsste.
Qumran – ein Jahrtausendfund!
In den Jahren 1947-1956 wurden in elf Höhlen über 900 Schriftrollen entdeckt, die überwiegend aus der Zeit des 3.-1. Jahrhunderts v.Chr. stammen. Unter den Texten befanden sich Abschriften fast aller biblischer Bücher des Alten Testaments (AT). Diese Texte sind über 1000 Jahre älter als die bis dahin bekannten kompletten hebräischen Handschriften des AT. Die Bibelabschriften belegen, wie hervorragend der hebräische Text des AT überliefert ist. In Detailfragen helfen die Qumranrollen den originalen Urtext zu rekonstruieren. In viele moderne Bibelübersetzungen sind die Ergebnisse der Textforschung an den biblischen Qumrantexten schon eingeflossen.
Prof. Riesner zeigt auf, warum die Mehrheit der Qumranforscher die jüdische Religionsgruppe der Essener für die Besitzer der antiken Bibliothek hält. Intensiv widmet sich das Buch der viel diskutierten Frage „Wer lebte in Qumran?“. Besonders durch das ZDF wurde in einer Terra-X-Sendung die These popularisiert, dass Qumran nur eine landwirtschaftliche Siedlung gewesen sei und die Schriftrollen aus den Bibliotheken von Jerusalem stammen würden. Die Texte und die Siedlung hätten demnach nichts mit den Essenern zu tun. Riesner zeigt dagegen mit archäologischen und historischen Argumenten auf, warum diese These trotz ZDF-Verfilmung nur eine Minderheitenmeinung in der wissenschaftlichen Debatte darstellt. So gibt es in Qumran z.B. keinerlei Spuren von Bewässerungsanlagen, die man für eine intensive landwirtschaftliche Nutzung aber voraussetzen müsste. Hingegen hat man viele rituelle Bäder in Qumran ausgegraben, die eher auf eine Nutzung der Siedlung durch eine besonders fromme jüdische Gemeinschaft schließen lassen. Für Prof. Riesner gilt daher als Fazit: „Und Qumran ist doch eine Essener-Siedlung!“ (S. 115).
Neues Licht auf das Neue Testament
Neben Abschriften der biblischen Bücher entdeckte man Hunderte von unbekannten Texten, die uns ein Fenster in die Antike öffnen. Den religionsgeschichtlichen Aspekten widmet sich daher Prof. Riesner ganz besonders, nachdem er die Probleme bei der Veröffentlichung der oft nur briefmarkengroßen Schnipsel erklärt hat. Die Behauptung einer Vatikanverschwörung verweist er überzeugend in den Bereich der literarischen Schundmärchen. Es hat nie eine „Verschwörung um Qumran“ gegeben! Die theologische Bedeutung der Qumrantexte für das Verständnis des Neuen Testaments ist enorm. Ein Beispiel: Man hat meist angenommen, der Messias sei im Frühjudentum nicht als „Sohn Gottes“ bezeichnet worden, während das im Neuen Testament oft geschieht. Das sei heidnisch-griechischer Einfluss. Hier fordert die Entdeckung des Qumrantextes 4Q246 zu einem Umdenken, denn der wichtigste Textabschnitt lautet: „Sohn Gottes wird er genannt werden, und Sohn des Höchsten wird man ihn heißen.“ Diese Formulierung erinnert an die Worte des Engels an Maria: „Der wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden … und er wird Sohn Gottes geheißen werden“ (Lukas 1,32-35). „Das Qumran-Fragment 4Q246 zeigt, wie an einer wichtigen Stelle der lukanischen Geburtsgeschichte die Sprache nicht etwa heidnisch-griechisch, sondern palästinisch-jüdisch ist“ (S.194). Fazit: Das Buch ist ein Gewinn für jeden, der das antike Judentum und die Umwelt des Jesus von Nazareth genauer verstehen möchte und es ist absolut glaubensstärkend, zeigt es doch, wie wissenschaftliche Arbeit und erwecklicher Glaube sich befruchten können. Jeder engagierte Christ sollte es gelesen haben und Gemeindeleiter samt den Theologen ebenso! Diesem mitreißenden Buch wünscht man eine große Verbreitung.
Der Autor der Rezension, Alexander Schick (Westerland/Sylt), ist Verfasser des Bestellers „Das wahre Sakrileg“ (Knaur) und Leiter der größten Qumran- & Bibelausstellung Europas (www.bibelausstellung.de), die Gemeinden ausleihen können. Infos unter e-mail: Schick.Sylt@freenet.de – Soeben ist bei Pattloch eine hochwertig illustrierte archäologische Studienbibel von A. Schick erschienen mit 120 kommentierten Farbbilder von den Originalschauplätzen der biblischen Orte (ISBN 978-3629011008). |
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Neuerscheinung!
Otto Betz, Rainer Riesner, „Verschwörung um Qumran – Jesus, die Schriftrollen und der Vatikan“ ISBN 978-3-426-77993-4 (319 Seiten mit über 100 Fotos, Knaur 2007, 8,95 €). |
http://www.bulusmakilisesi.de/?p=145
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Hallo Sakon,
Danke für Dein Buchtipp. Ich glaube auch wenig an Verschwörungstheorien, vorallem wenn es sich um Religionsgeschichte handelt. Ob es sich dabei nun um die Bibel handelt oder irgendein anderes Buch.
Die Bibel sehe ich durchaus als authentisch und der Begriff "Gottes Sohn" ist nur dann unsinnig, wenn er wörtlich genommen wird. Auch wird im AT dieser Begriff öfters verwendet.
Ansonsten verstehe ich alle diese komischen Theorien nicht, dass dieser Begriff angeblich früher nicht da gewesen sein soll und unter heidnischen Einflüssen so hineingeschrieben sein soll.
Nur eins muss ich Dich noch fragen:
| www.bulusmakilisesi.de hat folgendes geschrieben: |
| Gott hat uns den Weg in den Himmel freigemacht und gleichzeitig klargestellt, dass es keine Rettung gibt für diejenigen, die nicht an Jesus Christus unseren Retter glauben. Das bedeutet, dass Menschen, die uns lieb sind oder die von anderen verführt und betrogen werden in die ewige Hölle kommen werden. |
Du selber teilst doch diese Meinung hoffentlich nicht, oder ?
Gruß,
Rahiym
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| Ansonsten verstehe ich alle diese komischen Theorien nicht, dass dieser Begriff angeblich früher nicht da gewesen sein soll und unter heidnischen Einflüssen so hineingeschrieben sein soll. |
Hallo Rahiym
Ist wahrscheinlich ein "Argument" um das Christentum anzugreifen und es argumentativ abzuschwächen.
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| Die Bibel sehe ich durchaus als authentisch und der Begriff "Gottes Sohn" ist nur dann unsinnig, wenn er wörtlich genommen wird. Auch wird im AT dieser Begriff öfters verwendet. |
Wie siehst du das mit Gottes Sohn?
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| Gott hat uns den Weg in den Himmel freigemacht und gleichzeitig klargestellt, dass es keine Rettung gibt für diejenigen, die nicht an Jesus Christus unseren Retter glauben. |
Diese Meinung teile ich, den Rest versteh ich nicht ganz.
Die Leute aber, die nichts von Jesus Christus hören, die können ja nichts dafür.
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So wie die Dreifaltigkeit dann auf den Konzilen ausformuliert wurde, geht sie eindeutig auf hellenistische Einflüsse zurück und nicht mehr auf de jüdische Umfeld in dem Jesus entstand. Zugegeben versteht heute kaum ein Christ die Dreifaltigkeit so, wie sie dort dargelegt wurde.
Trotzdem ist die Idee des leiblichen Sohn Gottes eine hellenistische Idee, genauso wie die "Heilige Familie" aus Gottvater, Maria und Jesus, und ebenso die Trias, welche am Ende aber den einen Gott darstellt.
Wenn du hier erstaunliche Ähnlichkeiten sehen willst, dann beschäftige dich einmal mit der Religion des Mithras und der ägyptisch-griechischen Serapis-Isis-Religion.
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Hallo Tobias,
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| So wie die Dreifaltigkeit dann auf den Konzilen ausformuliert wurde, geht sie eindeutig auf hellenistische Einflüsse zurück und nicht mehr auf de jüdische Umfeld in dem Jesus entstand. Zugegeben versteht heute kaum ein Christ die Dreifaltigkeit so, wie sie dort dargelegt wurde. |
Dort steht ja nichts mit Dreifaltigkeit. Ich glaube übrigens nicht an die Dreifaltigkeit, aber: Woher willst du wissen, dass die Dreifaltigkeit auf hellenistische Einflüsse zurück geht? meinst du jetzt wegen dem Konzil von Nicäa 325 n. Chr ?
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| Trotzdem ist die Idee des leiblichen Sohn Gottes eine hellenistische Idee |
Hast du dir den Text nicht richtig durchgelesen?
Dort steht:
| Zitat: |
| Man hat meist angenommen, der Messias sei im Frühjudentum nicht als „Sohn Gottes“ bezeichnet worden, während das im Neuen Testament oft geschieht. Das sei heidnisch-griechischer Einfluss. Hier fordert die Entdeckung des Qumrantextes 4Q246 zu einem Umdenken, denn der wichtigste Textabschnitt lautet: „Sohn Gottes wird er genannt werden, und Sohn des Höchsten wird man ihn heißen.“ Diese Formulierung erinnert an die Worte des Engels an Maria: „Der wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden … und er wird Sohn Gottes geheißen werden“ (Lukas 1,32-35). „Das Qumran-Fragment 4Q246 zeigt, wie an einer wichtigen Stelle der lukanischen Geburtsgeschichte die Sprache nicht etwa heidnisch-griechisch, sondern palästinisch-jüdisch ist“ (S.194). |
Oller Besswerwisser
Übrigens steht auch in der Thorah was mit Sohn Gottes also nichts mit Heidnischen Einflüssen.
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