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@filosof:
Das Wort 'Philosophie' kommt nicht aus dem Lateinischen und hat mit Filius nichts zu tun. Es kommt aus dem Griechischen und heisst nichts anderes als 'Liebe zur Weisheit'.
Was deine Meinung zur Religion angeht:
Zwischen Religion und Philosophie entsteht genau dann ein Zusammenhang, wenn du 'Religion' nicht im Sinne eines bestimmten festgelegten Glaubenssystems (z.B. Hinduismus, Islam, Christentum..) definierst.
Religion im eigentlichen Sinne ist schlicht der Glaube an eine höhere Macht und mit der Frage "Gibt es eine höhere Macht?" stehst du mitten in der Philosophie.
Die Definition, die du gibst:
| Zitat: |
| Ich sehe in Religion nur einen Versuch,die Naturerscheinungen oder anderes,was sich die Menschen damals nicht erklären konnten,zu erklären. |
Das magst du so sehen, aber als Definition für 'Philosophie' ist es einfach nur falsch. Das ist die Wissenschaft, die das versucht und auch macht. Sie beschäftigt sich damit.
Die Philosophie geht darüber hinaus. (Wenn nicht, dann hätte die Wissenschaft die Philosophie längst überflüssig gemacht.)
Mit der Philosophie betrittst du u.a. das weite Feld des 'Warum?', das Feld der Moral/ Ethik ("Wie soll der Mensch leben? Was ist der Mensch überhaupt?"), das Feld der Wissenschaftstheorie ("Was können wir überhaupt wissen?"), das Feld der Religionstheorie ("Warum gibt es Glaubenssysteme, was können diese leisten?")... usw.
Philosophie ist die Lehre des Denkens über das Denken. Sie ist das Hinterfragen und nicht das Geben von möglichen Erklärungen. Und sie ist das Begründen und nicht nur das blosse Haben einer eigenen Meinung.
Philosophie ist das pure Interesse an Zusammenhängen und an Erklärungssystemen und Religionen sind, genau wie wissenschaftliche Theorien, Welterklärungssysteme. Als Philosoph solltest du sie prüfen und nicht von vorne herein ablehnen.
Wenn du Religion bereits als Antwort siehst, als überholten Erklärungsversuch, dann hast du noch nicht gründlich genug darüber nachgedacht. Wenn du weiterdenkst, wirst du feststellen, dass Religion eine einzige grosse Frage ist.
Und Fragen sind das, was einen Philosophen per definitionem brennend interessiert. Sie sind weitaus interessanter als Antworten.
LG
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@ filosof
...na siehst du, du bist schon mittendrin im Gespräch
| Zitat: |
| Ich finde,bei Philosophie ist das wichtigste die eigene Meinung |
...wenn wir das Wort Philosophie benutzen dann sollten wir uns auf eine Bedeutung einigen. Meinungen haben eher etwas von "Geschmacksfragen". Die Philosophie ist aber der Logik verpflichtet
LG, walter!
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Bei Wikipedia steht,dass es eine allgemeine Definition für "Philosophie"
nicht gibt.Und wenn es schon übersetzt "Liebe zur Weisheit"
bedeutet,dann kann die Frage für den Philosoph nicht interesannter sein,als die Antwort.
Denn wie will man Antworten bekommen,wenn jeder nur Fragen stellt?
Für mich bedeutet Philosophie Meinung und Meinungsaustausch.
Wir diskutieren hier gerade über die Bedeutung von Philosophie.
Jeder gibt hier seine Meinung weiter,ergo
wir philosophieren^^
Hach,ich bin richtig in meinem Element^^
mfg filosof
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ich denke bei dem von lisken gesehenden Konflikt, "Philosophie:ja, Religion:nein" keinen direkten Konflikt.
Ich sehe Religion nämlich eher als eine Art Philosophieersatz, das Aufgeben vom Denken und annehmen und glauben, wohingegen Philosophie probiert, wege zu finden außerhalb der Religion.
Ist vllt ein wenig krass ausgedrückt, aber Tendenzen sind in meinen Augen zu sehen.
PS: Religion ist heilbar
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@filosof:
Mit den Fragen und Antworten in der Philosophie ist es wie mit diesem Ungeheuer, dem zwei Köpfe nachwachsen, sobald man einen abgeschlagen hat.
Wie willst du denn zu Antworten kommen, wenn du gar keine Fragen stellst?
Und wenn du eine interessante Antwort gefunden hast, wer sagt dir, dass es die richtige ist? Und wer sagt, was eine richtige Antwort ist und was eine falsche. Und wenn es gar keine richtigen oder falschen Antworten gibt, sondern nur plausible und unplausible, dann ist es genauso plasibel (für manche) sich die Welt mit Religion zu erklären, wie (für andere) mit Wissenschaft.
Die Philosophie aber schaut nicht auf die Antwort (die Meinung meinetwegen) sondern auf die Begründung.
Ich habe zu begründen versucht, warum ich Philosophie und Religion (als Frage, nicht als Glaubenssystem) für untrennbar halte. Du hast nur deine Meinung wiederholt.
@vietor:
Wo siehst du denn einen Gegensatz von Denken und Glauben? Wie kann Glauben Ersatz für Denken sein, wenn Denken zu einem nicht unwesentlichen Teil auf Glauben beruht?
Oder hast du gar die Annahmen a priori gefunden, die uns eine unbezweifelbare Basis liefern für unsere Überlegungen? O zögere bitte nicht, sie mir mitzuteilen! Ich giere geradezu danach!
Wenn du denkst, brauchst du die Annahme, dass es soetwas wie 'Denken' überhaupt gibt - was wenn du nur glaubst, dass du denkst? Woher willst du überhaupt wissen, dass es sowas wie ein _du_ gibt, wenn du es nicht glauben würdest? Letztendlich vertraust du deiner Wahrnehmung, aber ist das denn berechtigt, vielleicht sind die Dinge ja ganz anders als das, was du davon zu sehen meinst? Du glaubst doch deinen Augen, aber du müsstest eigentlich wissen, dass sie nur ein begrenztes Spektrum der sichtbaren Welt überhaupt wahrnehmen können und letztendlich kannst du nicht wissen, dass etwas, was du nicht sehen kannst, darum auch nicht existiert.
Die Wahrheit ist: du nimmst an. Du glaubst schlicht bestimmte Sachen, von denen aus du dann räsonierst, aber du kommst a priori an keinen Grundsatz heran, von dem du guten Gewissens sagen könntest: ich weiss das. Sondern du glaubst. Du glaubst, dass die Welt existiert, sicher wissen kannst du nicht mal das...
Denken ist konstruieren... letztendlich stehen solche Konstrukte aber immer auf Glaubenssätzen.
Religion ist also kein Ersatz, wie du sagst, sondern es sind Erklärungsmodelle, die auf der Annahme beruhen, dass es einen Gott gibt.
Die Philosophie aber kannst du nicht als ein Konglomerat an Erklärungsmodellen sehen, die auf der gegenteiligen Annahme beruhen, weil es nachweislich sowohl philosophische Theorien gibt, die die Existenz einer höheren Macht voraussetzen, als auch solche, die das nicht tun.
Per se ist Philosoohie nicht an Atheismus gekoppelt!
Du kannst dich natürlich mit Philosophie beschäftigen unter völligem Ausschluss der Religion, aber es wird dir rein praktisch gesehen schwer fallen.
Schon von einem historischen Standpunkt aus. Du kannst dich schlecht ins Philosophische Seminar setzen und sagen: "Platon les ich nicht, weil er an die Götter geglaubt und einen Beweis für die Unsterblichkeit der Seele geführt hat. Das hat mit Religion zu tun und darum interessiert es mich nicht."
Du kommst als religiöser Fundi an der Philosophie locker vorbei... wenn du nur machst, was der Pfaffe sagt, brauchst du nicht viel denken. Aber du kommst als Denker ganz ganz schlecht an historischen Tatsachen vorbei.
Und da sehe ich den Konflikt. Einerseits will filosof denken, andererseits will er nicht in einer bestimmte Richtung denken, weil ihm das unangenehm ist - aber wenn er sein Denken in dieser Weise einschränkt, dann ist das zwar seine Sache, aber es ist meiner Meinung nach _keine_ Philosophie mehr. Denn es ist keine Liebe mehr zur Weisheit.
LG
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