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Wie wurde Gott geschaffen?












@nekilotte:

Zitat:
Mir geht's auch in keiner Weise um eine atheistische Gesellschaft, nie von mir propagiert, weil als Ziel auch unrealistisch, nur um eine säkulare.


Jou.
Ich muss aber folgendes hinzufügen:
Eine Gesellschaft ohne moralische oder ethische Grundsätze ist vielleicht möglich (vielleicht - keine Moral ist in gewisser Weise auch eine Art Moral), aber nicht wünschenswert. Die Frage ist also: worauf basieren diese Grundsätze?
Muss nicht Religion sein, können auch die Menschenrechte sein.
Um den Grundsatz: "Die Würde des Menschen ist unantastbar" durchzusetzen, müssen wir an diesen Grundsatz glauben. Und das ist leider keineswegs selbstverständlich.

Und die Begründung mit Gott oder göttlichen Geboten hat einen Hacken: sie wird von vielen nicht gelten gelassen. Innerhalb der gläubigen Gemeinschaft natürlich schon, aber nach aussen gegenüber anderen Gemeinschaften auf einer solchen Begründung zu bestehen ist schwierig. D.h. auch Dogmatiker müssen nach Begründungen für ihre Dogmen suchen.
"Weil Gott das so sagt" gilt nur solange bis einer kommt und meint: "Gott sagt aber was anderes als das, was du behauptest, was er sagt, weil..."

Da kann man genauso gut auch gleich ohne Gott argumentieren...

LG
@lisken:

1. Komplett richtig: Religiöse Dogmen haben in der Gesetzgebung nicht das geringste zu suchen!
2. stimme dir grundsätzlich zu, dass Religionen oder politische Systeme nur dann gefährlich werden, wenn auch gefährliche Menschen dahinterstehen!
Klar ist der mensch schuld, wer auch sonst?

Doch musst du auch zugeben, dass sich vor allem die Religionen schon sehr anbieten, für gefährliche dinge ausgenutzt zu werden!
Keine klaren Aussagen, zig verschiedene Interpretationen und leider oft auch gewalttätige (s. Bibel - alt. T).
Und es lässt sich auch nicht bestreiten, dass der großteil der Kriege auf der Welt auf religiöse Ansichten zurückzuführen sind.
Natürlich steckt oft viel mehr Politik dahinter.
Doch bietet die Thematik Religion den görßten Angriffspunkt und er stellt einen guten Deckmantel für politische Zwecke dar.

Und auf die Gefahr hin mich zu wiederholen, da du noch immer auf meiner Dumm-Aussage herumreitest:

Blinder Glaube ist dumm!
Toleranz hin oder her.
Denn genau diese Menschen sind es nämlich die stur ihren glauben vertreten und nichts anderes an sich herankommen lassen. und das ist gefährlich.

Und wenn dann Muslime von Logik faseln, indem sie anektoten aus dem koran zitieren, dann muss ich mir dann echt schon langsam sorgen machen, ob wir menschen uns nicht doch schon nach unzähligen sinnlosen Gotteskriegen weiterentwickelt haben und verstehen, dass heilige Bücher an 1. Stelle als Kriegsanleitung stehen und nichts göttliches daran zu finden ist.

Und Religionen sind nicht einfach nur "ein Messer".
Die körperlichen Schäden, da stimme ich mit dir überein, die fügen letzendlich Menschen zu. Jedoch den psychischen und intellektuellen Schaden, den erfährt jeder mensch, dem es oft von Geburt an eingetrichtert wurde.
Atheist, kennst Du „Ich Glaube Nicht“ von Reinhard Mey?

Hin und wieder geißl’ ich mich und geh’ hart mit mir ins Gericht
Und befrag’ mich hochnotpeinlich, ob ich glaube oder nicht.
Nur ein bißchen Folter und schon erpress’ ich mir den Beweis,
Daß ich erstens gar nichts glaube und zweitens gar nichts weiß.

Ich glaub’ nur, daß, wenn es ihn tatsächlich geben sollte,
Er, was hier in seinem Namen abgeht, gar nicht wollte!
Erstmal glaub’ ich, daß die Weihwasserbeckenfrösche ihn stören
Und die viel zu großen Häuser, die angeblich ihm gehören.
Glaubt ihr denn, er ist auf Lakaien und Grundbesitz erpicht?
Jasager und Immobilien? Ich glaube nicht!

Ich glaub’ nicht, wenn es ihn wirklich gibt, daß er’s überaus liebt,
Daß sich jemand hartnäckig als sein Stellvertreter ausgibt
Und sich für unfehlbar hält. Ich glaub’ nicht, daß es ihm gefällt,
Daß man ihm krause Ansichten als „sein Wille“ unterstellt

Ich verwette meine Gesäß: Brimborium und Geplänkel,
Mummenschanz und Rumgeprotze gehn ihm auf den Senkel,
Dieses Ringeküssen, diese selbsgefäll’gen Frömmigkeiten,
Dies in seinem Namen Eselei’n und Torheiten verbreiten.
Glaubt ihr, daß er will, daß irgendwer an seiner Stelle spricht?
Irgend so ein kleines Licht? Ich glaube nicht!

Ich glaub’ nicht, daß er in seiner Weisheit, seinem ew’gen Rat
Sowas Abartiges ausgeheckt hat wie den Zölibat,
Denn sonst hätt’ er sich zum Arterhalt was andres ausgedacht
Und uns nicht so fabelhafte Vorrichtungen angebracht.

Welch ein Frevel, daran rumzupfuschen, zu beschneiden,
Zu verstümmeln! Statt sich dran zu erfreu’n, dran zu leiden!
Und wenn Pillermann und Muschi nicht in den Masterplan passen,
Glaubt ihr nicht, er hätt’ sie schlicht und einfach weggelassen?
Glaubst du Mensch, armsel’ger Stümper, du überheblicher Wicht,
Daß du daran rumschnippeln darfst? Ich glaube nicht!

Ich glaub’ nicht, daß ihm der Höllenlärm etwas bedeutet,
Wenn man in die göttliche Ruhe hinein die Glocken läutet.
Ich bin sicher, daß er es als schlimme Lästerung betrachtet,
Wenn man, um ihn zu bestechen, kleine Lämmerchen abschlachtet
Und er muß sich sofort übergeben, denkt er nur ans Schächten,
Oder an die schleim’gen Heuchler, an diese gottlosen Schlechten,
Die scheinheilig die Kinderlein zu sich kommen lassen
Und ihnen in die Hose fassen!

Ich glaub’ nicht, daß er in Euren pompösen Palästen thront,
Ich glaub eher, daß er beim geringsten meiner Brüder wohnt,
Eher bei den Junkies, bei den Trebern im Park als in Rom,
Eher in den Slums, den Schlachthöfen, den Ghettos als im Dom,
Im Parterre bei Oma Krause, in der Aldi-Filiale,
Eher auf dem Straßenstrich als in der Kathedrale,
Wo Schiefköpfige, Händeknetende Schuldgefühle schüren,
Eitel, selbstgerecht, als würden sie IHN an der Leine führen.
Eher als in Eurer düstren, modrig-lustfeindlichen Gruft

Sitzt er unter freiem Himmel in der lauen, klaren Luft,
Neben mir auf der Bank vor der Gartenlaube
Bei einer Flasche Deidesheimer Herrgottsacker, ja, ich glaube!
Ja, ich glaube!
@atheist:

Zitat:
Doch musst du auch zugeben, dass sich vor allem die Religionen schon sehr anbieten, für gefährliche dinge ausgenutzt zu werden!


Jegliche dogmatische Ideologie bietet sich dafür an. Ein Auto bietet sich auch dafür an, dass man damit gefährliche Dinge treibt (letztens mal auf ner deutschen Autobahn gewesen? )
Ernsthaft: Ob du ein religiöses Wertesystem hast oder ein atheistisches - du kannst es sowohl zum Guten als auch zum Bösen gebrauchen.
Ich denke nicht, dass Religionen besonders anfällig sind für Böses missbraucht zu werden, jedenfalls nicht mehr als sie anfällig sind, für Gutes eingesetzt zu werden.

Klare Ansagen:
Klare Ansagen hatten wir im Dritten Reich. *HUST*
Die Scharia hat klare Ansagen, was Gesetzgebung betrifft "Wenn du klaust, wird dir die Hand abgehackt" ist eine klare Ansage.
Wenn unser Wertesystem nur noch aus solchen klaren Ansagen besteht... landen wir beim Totalitarismus.
Wir brauchen keine 'klaren Ansagen', sondern ein wohlwollendes Herz beim Interpretieren. Und wir _dürfen_ interpretieren können. Wir _müssen_ interpretieren um uns als Menschheit weiterzuentwickeln.

Politik und wirtschaftliche Interessen stehen hinter Kriegen, richtig. Religion lässt sich missbrauchen um Menschen gegen Menschen aufzuwiegeln und so 'die Kampfmoral zu heben', das ist leider wahr.
Menschen, die ihre religiösen Gefühle für sowas hergeben, haben sich meiner Meinung nach verrannt.
Das ist in der Tat 'blinder Glaube', aber nicht an Gott - sondern an eine Autorität. Die sagt einem, was Gott will und was man dafür zu tun hat. Das ist ein Autoritätsproblem.

Heilige Bücher kann man auf vielerlei Arten lesen. Bis vor noch nicht allzu langer Zeit konnten nur sehr wenige Menschen diese Bücher überhaupt selbst lesen. Bedenke dies, bevor du über Geschichte urteilst.

Zitat:
Und Religionen sind nicht einfach nur "ein Messer".


Dann misst du Religionen mehr Bedeutung zu, als ich es tue .

Und das mit dem Eintrichtern... das tun auch Menschen. Menschen _tun_ etwas. Nicht Bücher. Nicht Denksysteme. Sondern Menschen.

Ein psychischer Schaden entsteht, wenn du einem Menschen die Freiheit nimmst, sich selbst entscheiden zu können an was er glaubt. Du kannst einem Menschen verbieten an Gott zu glauben und ihn damit schädigen.

LG
@ martin h.

AMEN
ggg
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