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Leere und Sein - dasselbe?












Zitat:
Man läuft Gefahr, die Leere als Aufhebung der Tugenden wie der
Laster misszuverstehen, wenn man nicht weiß, dass Existenz und
Leere in ihrem Wesen identisch sind, und das schließt alle moralischen
Wahrheiten und Gesetze ein.

Lama Kong Ka


Ich wüßte gerne, was die Buddhisten hier im Forum dazu sagen.

Ich bin immer wieder mal korrigiert worden, wenn ich das Nirvane mit dem Sein gleichgesetzt habe, und ich habe die Kritik akzeptiert, weil ich mich ja nun wirklich theoretisch nicht so gut auskenne wie Ihr.

Aber es freut mich sehr, wenn das, was ich nicht theoretisch weiß, sondern ganz Innen spüre, sich immer wieder mal "außen" bestätigt. Für mich ist es so: Das Sein umfaßt alles, das Sein und das Nichtsein, Laster und Tugenden, Heilige und Verbrecher. Für mich ist das Sein unendlich viel mehr als ich mir vorstellen kann, das All, die gesamte Existenz, der Kosmos ..... Gott (natürlich den personlichen und den unpersönlichen Gott, beide, eben Alles)!

Inanna
Liebe Inanna!

Ich bin zwar kein Hinduist und auch kein Buddhist, aber ich möchte zu deinem Beitrag doch etwas sagen, weil ich doch meine, dass Sein und Nichtsein einander kategorisch ausschließen, während Leere und Existenz vereinbar sind.

Du kannst in deiner vollen Persönlichkeit wesentlich vorhanden sein, existieren, und dennoch bis zu großer Vollkommenheit die Leere von Gedanken erlernen. Ebenso wird es einmal sein, dass du leer aller Laster oder alles Bösen bist. Dennoch ist dann deine Existenz nicht leer, sondern höchst erfüllt.

Sicher, und da stimme ich mit dir überein, ist Gott unendlich mehr, als wir gemeinhein begreifen können. Jakob Böhme erfasste Gott in seiner mystischen Erkenntnis sogar als Ungrund oder Abgrund, die Nacht der Tiefe. Aber nicht einmal das deutet darauf hin, dass die Existenz Gottes zugleich das Paradoxon seiner eigenen Nichtexistenz beinhaltet.

Das geht einfach nicht sagt aus allen Fibern seines Fühlens - reinwiel
Ja, lieber reinwiel,

aus allen Fibern unseres Fühlens - wissen wir.

Für mich gehören Sein und Nichtsein als Pole in die Dualität.

Gleichzeitig ist das Sein weit über der Dualität - vielleicht müßte man ein anderes Wort dafür haben? Kosmos, Universum? Mir ist einfach Sein lieber.

Und insofern ist das Nichtsein Teil des Seins. Für mich. Immer diese Worte, die es so schwer machen, das was klar ist und licht, auszudrücken.

Die Buddhisten hier melden sich nicht? Tjaaaaa .......

Inanna
Liebe Inanna, warte doch ab, vielleicht antworten noch einige aus dem buddhistischen Bereich - manchmal werden alte Threads aus den Angeln gehoben, sprich, man findet sie und dann kommt es erst zur Diskussion. Aber ich finde, in den Worten Leere und Sein liegt schon eine andere wörtliche Aussage - hast Du mal gegooglelt ?

Leere oder leer sein ?

Was ist Leere überhaupt - was ist Sein überhaupt - nur unsere Existenz oder das Bewußtsein, daß wir sind ?

"sein oder nicht sein" schreit Hamlet - 4. Sein oder Werden, das ist hier die Frage - du kannst schauen, wohin du willst, die Worte werden immer etwas anders verstanden - Es war den Griechen wohl nicht bewußt, daß sie mit ihrer Philosophie lediglich ein semantisches Schattenspiel aufführten, das auf den grammatischen Regeln der griechischen Sprache beruhte. (ANM:EXKLUSIV[8]) Aristoteles hatte dieses Spiel auf seinen Höhepunkt getrieben, und die gesamte westliche Welt hat in den folgenden 2300 Jahren nichts anderes getan, als in den von ihm gelegten Bahnen weiterzuarbeiten. Dies ist es, was am Anfang mit der "klassisch-aristotelischen Gestalt des Denkens" bezeichnet worden war.
quelle: was ist die leere ?

2.1 Sein und Seiendes

Grundlegend für den Heideggerschen Zugriff auf die Seinsproblematik ist die Unterscheidung von Sein und Seiendem, die Betonung der ontologischen Differenz zwischen beidem.

quelle: was ist das sein ?

Ich bin ganz ehrlich, ich habe heute in manche philosophischen Seiten rein geschaut - mir ist vieles zu hoch - und ich bin auch ganz erstaunt, mit welchen Themen sich die Philosphen abgeben - daß sie viel Zeit haben, um sich über solche Probleme den Kopf zu zerbrachen, aber alles ist für alles da - ich gehöre mehr zur einfachen Ebene - so bin ich, wie Gott mich geschaffen hat - und man sollte nicht versuchen, über seinen Schatten zu springen. Man kann nicht sein, was man nicht ist. Oder ?

Was verstehst Du selbst über Leere und Sein ?

Kann Leere und Sein überhaupt von der Wortbedeutung das Selbe sein ?
Innerlich leer sein oder in der Leere leben und das Sein- Bewußtsein - sich bewußt sein oder werden, was man ist oder darstellt ?

Oder habe ich Dich jetzt so sehr mißverstanden ?
*grübel*, *grübel*
Achtung! Simpel und doch so einfach:

Leerheit bedeutet im Buddhismus, dass nicht aus sich selber heraus entsteht, nichts hat inhärente Eigenschaften, nichts hat irgendwelche Qualitäten von sich aus. Ein Apfel ist nicht grün, wir sehen ihn nur grün, er ist nicht süß oder sauer wir schmecken ihn nur so.

Da ich nicht weiß aus welcher Ecke der Lama kommt, kann ich nichts mit Sicherheit sagen, aber im tibetischen Buddhismus sagt man, die Erscheinungen in unserem Geist, sind das freie Spiel des Raumes. Es entsteht alles aus dem Raum und es kehrt wieder zurück in den Raum. Der Apfel ist Raum, das fünfte Element im Buddhismus - übertrieben kurz gesagt. Wie rotes Licht ein Teil vom weißen ist, so ist der Apfel ein Teil des Raumes, ungetrennt. Sein Sein, seine Existenz ist somit leer. Es gibt keinen Apfel könnte man sogar fast sagen.

Klar soweit ?
Forum -> Hinduismus, Buddhismus, Zoroastrische Religion


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