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Hallo Leuts
Mit ist heute etwas klar geworden. Nämlich, dass es soetwas wie 'den Islam' überhaupt nicht gibt. Das hätten viele Muslime gern so, Islam als Einheit, als etwas, das keiner Interpretation bedarf, der direkte Weg zu Gott. Und wozu führt dieses Wunschdenken? Zu Streit. Nichts als Konflikte.
Und die Realität?
Wenn man mal von aussen draufguckt, versteht jeder Muslim was anderes darunter. Die einen sagen das geht, die anderen sagen, das geht nicht. Für manche ist der Islam die einzig wahre Religion, der Islam hier, der Islam da... aber _welcher_ Islam, denn bitte? Welcher der vielen Auslegungen und Interpretationen ist denn nun bitteschön _der_ Islam? (Die eigene natürlich... aber das kennen wir ja schon.)
Also liegt, so wie ich das sehe, der eigentliche Streitpunkt nicht ausserhalb, sondern direkt innerhalb des Islams. Die verschiedenen Auslegungen sind miteinander in Konflikt. Und das Problem ist: es wird viel zu oft geleugnet. Es wird viel zu oft ein Angriff auf eine bestimmte Auslegung als Angriff auf 'den' Islam empfunden.
Das Märchen vom direkten Zugang zu Gott... von vielen als _die_ Begründung für die Überlegenheit ihrer Religion angesehen... ist eine Seifenblase. Aber leider eine explosive.
Was haltet ihr davon?
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Interessant fände ich auch, wie man zu dem Schluss kommt die eigene Interpretation sei die Richtige. Ich muss zugeben das ich mich speziell mit dem Islam nicht besonders gut auskenne aber nach welchen Kriterien wählt denn der Gläubige eine der vielen Versionen seines Glaubens, in diesem Fall unter dem Begriff des Islam aus?
Gibt es da so etwas wie ein Maßband?
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Ich denke, das sind zwei Paar Schuh. Das eine ist 'warum die Version und keine andere?' Das kann ja viele Ursachen haben, vom blinden Gehorsam bis zur philosophischen Überlegung (*Jester neck* ).
Die andere Frage ist: Warum halten wir unsere Ansicht für die bessere? Weil wir sonst dem anderen Recht geben müsste, auch wenn seine Ansicht der eigenen widerspricht und dann wäre die eigene Ansicht wertlos, sie hätte ihre Existenzberechtigung verloren... jegliche Ansicht, Ansichten im Allgemeinen hätten ihre Existenzberechtigung verloren. Und dann können wir uns genauso gut wieder in die Bäume hängen und 'Ugh!' schreien. *g*
LG
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Lissi, es gehört zur ganz normalen Entwicklung einer Religion sich mit der Zeit in verschiedene Strömungen zu teilen.
Welche Religion hat schon eine festgegosse, einheitliche Lehre ? Alles in der Natur ist in Bewegung und somit die Religion auch. Religion ist ja vorallem auch eine Ideologie, die selber verlangt über sich nachgedacht und konsequent gelebt zu werden.
Wenn man meint alle anderen Religionen sind auch zum Seelenheil führend wie der Islam dann lebe man es konsequent durch und wenn man meint nur Mohammed bringe einen zum Seelenheil dann lebe man auch das konsequent durch und sehe dann, ob es etwas positives gebracht hat.
Wenn man meint die Scharia sei Zeit und kulturbedingt offenbart worden und könne durchaus reformiert werden so lebe man dies konsequent und wenn man meint die Scharia ist so, wie man selber meint es richtig zu verstehen, das perfekte System lebe man auch dies konsequent durch.
Die meisten Menschen jedoch labern nur und sind eigentlich gar nicht dazu bereit das zu leben, was sie erzählen.
Viele Menschen, die von sich behaupten würden aufgeklärt und progressiv denkend zu sein sind im Grunde die größten Fundamentalisten und viele Menschen, die behaupten die Scharia leben zu wollen sitzen gemütlich in einer freien Gesellschaft und wollen es eigentlich gar nicht.
Viele Menschen versuchen sich irgendwie gegenseitig "aufzuklären" und sind als Person selber Gegenstand ihrer eigenen Kritik.
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Lisken und ihre Seitenhiebe . Wollte deine Frage nicht erweitern, ich halt mich mal zurück .
Liebe Grüße
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