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Ohnmachtsgefühl der islamischen Welt












Beim Kramen in alten Ordnern auf meiner Festplatte stieß ich auf einen Artikel von Uwe Simson aus dem Jahr 2004, der im TAZ Magazin erschienen ist.
Uwe Simson versucht darin, die kulturellen und gesellschaftlichen Ursachen für das Ohnmachtsgefühl und daraus die antiwestliche Militanz der islamischen Welt zu erklären. Sein Fazit besteht darin, dass erfolgreiche Industrialisierung heute die Basis der Macht eines Landes darstellt, und dass islamische Gesellschaften im Gegensatz zu den so genannten „konfuzianischen“ Gesellschaften des Fernen Ostens es nicht geschafft haben, die Industrialisierung mit Erfolg anzupacken -- und es oft gar nicht erst versucht haben.
Ich habe den Artikel mal ins Netz gestellt: http://home.debitel.net/user/hphilipps/vorlagen/sims-art.htm
Eine sehr gute Beschreibung der Gesamtsituation!

Gratuliere zu dem Fund!

Gruß
Ergänzendes:
quelle: Uwe Simson

http://www.eurozine.com/articles/2006-11-02-kohlhammer-de.html


Zitat:
Autoritärer bis diktatorischer Regierungsstil und Mangel an Demokratie sind oft für die schlechte wirtschaftliche Situation in Afrika oder den islamischen Ländern verantwortlich gemacht worden.

Warum wird von den Regierenden fast überall und fast immer wieder eine entwicklungshemmende Politik verfolgt, obwohl deren Mängel doch offensichtlich sind und zum Himmel schreien? Die afrikanischen und islamischen Länder hatten gewiß keinen Mangel an Diktatoren und Tyrannen: Warum ist keiner von ihnen zum Entwicklungsdiktator geworden, warum sind alle Hoffnungen immer wieder enttäuscht worden?

Die Erklärung, die sich aufdrängt, ist der Unterschied der Kulturen. Es gibt anscheinend Kulturen und Kulturkreise, die schlechtere oder günstigere Voraussetzungen für wirtschaftliche Entwicklung und good governance bieten. Die eingangs unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten skizzierten Einheiten wie "afrikanische" oder "islamische Länder" entsprechen zugleich ungefähr den Grenzen der Weltkulturen. "Kultur" sei hier verstanden als etwas bewußt oder unbewußt Erlerntes, als ein unsystematisches und wandelbares – wenn auch oft erstaunlich langlebiges – Ganzes von Angewohnheiten und Anschauungen, Werten und Abneigungen, Denkweisen und Annahmen über die Welt. Kultur beinhaltet also ein Weltbild, "das bestimmte Arten der Wahrnehmung gestattet (oder begünstigt), andere verhindert (oder erschwert), die Individuen mit spezifischen Eigenschaften ausstattet, während es ihnen andere vorenthält und die Aufmerksamkeit der Menschen auf bestimmte Sachverhalte lenkt und von anderen abzieht" – so der Soziologe und Entwicklungsexperte Uwe Simson.[1]


http://www.taz.de/index.php?id=arch.....&dig=2004/03/06/a0341
Zitat:

Es ist, wenn man dieser Argumentation folgt, nicht ausgeschlossen, dass die islamische Welt auf Dauer an der Industrialisierung scheitert. Denn es handelt sich um nichts weniger als um die Aufgabe eines Weltbildes. Es ist zwar von großer Integrationskraft und Geschlossenheit, es ist aber auch ein Gehäuse, das nur sehr schwer verlassen werden kann. Es gibt für alle Misserfolge eine "islamische" Erklärung, die eine produktive Auseinandersetzung mit der Außenwelt erspart. Die Politiker der islamischen Länder werden sich, wenn die gegenwärtigen Trends anhalten, die Zustimmung ihrer Völker verstärkt dadurch sichern, dass sie die Schuld an ihrer wirtschaftlichen Misere dem Westen zuschieben und die Konfrontation weiter verschärfen.
Die Bedrohung aus der islamischen Welt wird nicht die Form des Krieges im klassischen Sinn annehmen, eben weil militärische Schlagkraft heute an erfolgreiche Industrialisierung gebunden ist. Wohl aber ist mit weiteren Aktionen unterhalb der militärischen Schwelle zu rechnen, die zwar nicht die Aussicht eröffnen, den westlichen Satan zu beseitigen, aber deshalb attraktiv sind, weil sie dem Hass in der islamischen Welt immerhin ein Ventil bieten.
Der von Gabriele angegebene Link -- http://www.eurozine.com/articles/2006-11-02-kohlhammer-de.html -- ist unbedingt lesenswert.
Viel von der ständigen Argumentiererei in diesem Forum über, für oder gegen den Islam usw. geht wohl darauf zurück, dass wir Europäer gern verstehen möchten, warum wir uns über unsere Muslime Sorgen machen, nicht aber über Japaner, Inder, Chinesen oder Vietnamesen. Mir scheint, die hier genannten Verweise auf kulturelle Unterschiede und ihre Relevanz für den wirtschaftlichen Erfolg von Einwanderergruppen gibt eine schlüssige Antwort.

Sehr interessant in Gabrieles Link der Hinweis auf muslimische Mädchen, die in der Schule erfolgreich sind, sowie der Verweis auf das kulturell bedingte Integrationshindernis, dass muslimische Mädchen im Prinzip keine nichtmuslimischen Männer heiraten dürfen.
Fipps, herauszulesen ist auch eine gewisse Trägheit, die sich bei allem auf Gott verläßt. Wie steht es um die soziale Absicherung von in Not gekommenen Menschen - welche erfolgreichen Unternehmen werden gestartet, um Menschen im Allgemeinen zu helfen ? - Es kann doch nicht sein, daß man sagt, wenn es einem Menschen schlecht geht, daß es so gewollt ist durch Allah - das ist eigentlich ein Versagen der Politik, wenn Religion und Politik so eng verbandelt sind. Hier muß sich grundlegend eine Wandlung vollziehen - die Starre muß aufgelöst werden und das Weltbild überprüft. Vielleicht ist hier das Christentum dem Islam im Vorteil - es läßt sich überprüfen, es läßt sich hinterfragen - es bleibt flexibel - es hat schon viele Untersuchungen überstanden - es erneuert sich - es sind Freiheiten erkämpft worden - der Wandel durchzieht Jahrtausende der Geschichte.

Da bin ich dann auch gespannt, wie sich das mit dem hier Gegensätzlichen in der Realität zeigen wird und wie wir damit umgehen.
Es geht um diese Sekte, die sich auch Kirche nennt und ihr Eingreifen in alle Bereiche - durch Zufall gefunden - entsteht hier eine größere Gefahr als vom Islam her ? Und ist der Islam eine Gefahr für uns - wird ja überall diskutiert, wohin man auch schaut - selbst wenn man die Augen schließt - dann wird man es hören, wenn man den Rundfunk einschaltet - ist Europa überhaupt in Gefahr ? Oder ist es nur ein Wandel, der sich jetzt vollzieht - in der ganzen Welt ?

siehe hier, was ich meine:
Zitat:

Scientology hat große Pläne:

FOCUS liegen Dokumente über Umfragen innerhalb der Mitgliederschaft vor. Ziel: Informanten requirieren, die ihren Beruf dazu nutzen, für Scientology wichtige Infos zu ermitteln. Angeblicher Rücklauf bei den Mitgliedern: „zehn bis 20 Prozent.“

Sektengründer Hubbard hinterließ seinen Nachfolgern zahlreiche Instruktionen für kriminelle Handlungen, wie Gegner und andere „unterdrückerische Personen“ (alle, die sich nichtscientologisch verhalten) fertigzumachen sind (siehe Seite 278).

Sandkastenspiele, die mangels Gefolgschaft nie umgesetzt werden dürften. Realer ist die Gefahr, die vom sogenannten „Auditing“ ausgeht. Wer in diese Falle tappt, wird einer hypnotischen Behandlung unterzogen, die ihn recht wirksam „bekehrt“.


http://www.focus.de/finanzen/news/scientology_aid_154950.html

Ist es alles Panikmache oder steht mehr dahinter ?

Zitat:
Folgendes beklagen die Kritiker:

Mission. Sektengründer L. Ron Hubbard schrieb vor, daß nur dann persönliche Daten genutzt werden dürfen, wenn ein „persönlicher Kontakt“ besteht. Bei der Frankfurter Co-Bank kostete dies einen Scientologen den Job.

Info-Weitergabe. Jedes Sektenmitglied muß regelmäßig „auditieren“ (siehe Seite 276, Kasten oben). Dabei werden sämtliche Probleme des Scientologen säuberlich notiert. FOCUS liegen Aussagen darüber vor, daß Bankangestellte in Frankfurt/Main während des „Auditing“ über Kundenkontakte informierten. Die Akten über die persönlichen Beichten werden in den Scientology-Zentren archiviert. Bisher läßt sich zwar kein Fall belegen, in dem Firmeninterna mißbraucht wurden, aber Aussteiger berichten von Erpressungsversuchen.


Die Menschen haben vor allem Angst - vor der Klimakatastrophe, vor einem Atomkrieg - vor Sekten, dem Fremden - den Andersartigen - im Großen betrachtet ist es ein Wandel in der Welt durch die Globalisierungsprozesse.

Sehen wir jetzt Wahlkämpfe in Amerika oder anderswo - was wird sich ändern, wenn....

In der Technik neue Arten des Forschens - Vordringen durch die nasa im Weltraum - neue Gebiete erschließen - neue Mittel gegen Krebs - gegen andere Krankheiten - bleibt die Familie bestehen oder geht die Richtung in Patchworkfamilien - alles ändert sich - das macht den Menschen Angst - müssen wir Angst vor dem Islam haben ?

Öffnet sich die Welt im Sinn einer Globalisierung ?

Wer werden die Gewinner - wer die Verlierer sein ?

Ich glaube nicht, daß wir Angst vor dem Menschen aus dem Islam haben, vielleicht nur vor den gewalttätigen, aber wir haben Angst davor, so behandelt zu werden, wie die Menschen behandelt werden von ihren Regierenden - und wir würden einen großen Schritt zurück in allen Bereichen machen - sind wir ehrlich, dann wissen wir es alle - es hat aber nichts mit Menschenhass zu tun - nur die Abneigung, diese Lebensweise anzunehmen - obwohl auch nicht alles gut ist, was sich hier noch vollzieht - doch es stellt sich die Frage: was gebe ich dafür auf ? Ist es das wert ?
Zitat:

Der Islam ist, anders als das Christentum, vor allem als siegreiche weltliche Macht in die Geschichte eingetreten und hat sich selbst immer in erster Linie als solche definiert; die heutige Machtverteilung ist also ein Sakrileg, ein Werk des Teufels. Es ist die immer und überall zutage tretende westliche Überlegenheit, die die eigene Schwäche quälend bewusst macht und Hass erzeugt. Russland, Indien und China unterdrücken die von ihnen beherrschten millionenstarken muslimischen Bevölkerungen erheblich härter als etwa Israel die Palästinenser. Wenn die Empörung sich trotzdem in erster Linie gegen uns richtet, dann gilt sie nicht dem, was wir tun, sondern dem, was wir sind.


In der Geschichte der Menschheit konnte Macht auf sehr verschiedenen Grundlagen beruhen. Charakteristisch für unsere Zeit ist, dass ein Element zum alles entscheidenden Schlüsselfaktor geworden ist: Macht ist heute das Ergebnis erfolgreicher Industrialisierung. Ein nicht industrialisiertes Land muss, um mächtig zu werden, den Prozess der Industrialisierung nachholen. Tatsächlich lässt sich die Zeit vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zum Zusammenbruch des Ostblocks als weltweiter Kursus in nachholender industrieller Entwicklung betrachten, an dem so gut wie alle unterentwickelten Staaten teilgenommen haben.
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