Darf ich ihn um Hilfe bitten?


Hallo
vielleicht kann mir jemand von Euch einen Tipp geben, was ich machen soll.

Ich habe seit einem knappen Jahr eine Krankheit (physische, keine psychische) und bin vor kurzem an einen Spezialisten überwiesen worden. Ich war erst 3 Mal bei ihm, das letzte Mal vor ca 2 Monaten. Was mich total überrascht ist, dass ich in so kurzer Zeit, diesem Arzt so stark vertraue, dass ich mit ihm über alle meine Probleme sprechen möchte. Ich kenne sonst niemanden mit dem dies möglich wäre. Andererseits sehe ich keine Möglichkeit wie und warum er da mitmachen sollte.
Ich werde von einer Seite zur anderen gesrissen: Soll und darf ich den Arzt darum bitten, mir beim Lösen meiner Probleme zu helfen?

Danke für Eure Meinungen.
Iced
Hallo Iced,
was spricht dagegen,was kann geschehen wenn Du einem Menschen vertraust? Bei mir kommt es so an, als ob Du angst vor Ablehnung hast.
Natürlich kannst Du ihn fragen ob er Zeit für Dich hat,wie dann die Antwort ausfällt so oder so. Wenn Ja freue Dich,wenn Nein akzeptiere es,dann ist es Zeitmangel von deinem Arzt,aber nichts persönliches.
Ich wünsche Dir Mut zu dem was kommt.
Gruß von Sturmwind
Hallo Iced,
was spricht dagegen,was kann geschehen wenn Du einem Menschen vertraust? Bei mir kommt es so an, als ob Du angst vor Ablehnung hast.(kenne ich gut)
Natürlich kannst Du ihn fragen ob er Zeit für Dich hat,wie dann die Antwort ausfällt so oder so. Wenn Ja freue Dich,wenn Nein akzeptiere es,dann ist es Zeitmangel von deinem Arzt,aber nichts persönliches.
Ich wünsche Dir Mut zu dem was kommt.
Gruß von Sturmwind
Hallo Sturmwind
als erstens vielen Dank für die schnelle Antwort. Habe sie auch am abend noch kurz gesehen.
Angst vor Ablehnung - ja sicher auch, aber da sind doch noch viele andere Fragen, z.B. kann jemand die Konsequenzen einer solchen Bitte abschätzen?
Das war mein erster Gedanke - Na ja, ich habe dann ein wenig weiter nachgedacht - Angst vor Ablehnung! - Wahrscheinlich liegst Du mit Deiner Vermutung doch nicht so falsch. Wobei Angst vor dem eigenen Mut (wie gesagt trage ich mein Herz nicht auf meiner Zunge und erzähle eigenlich niemandem von meinen Problemen und Wünschen und jetzt stelle ich mir vor das zu tun) sicher auch in einer wichtigen Rolle mitspielt.
Ich weiss momentan noch nicht wie's weitergehen wird. Falls beim nächsten Termin das Vertrauensgefühl immer noch so stark ist, hoffe ich dass Du mir die Daumen drückst, dass ich den Mut zum Fragen aufbringe.
Danke für den Denkanstoss und das "gut Zusprechen".
Grüsse und machs gut!
iced
Hallo Iced,

Deine Ratlosigkeit kann ich verstehen. Wenn wir vergeblich nach Antworten und Lösungen suchen, kann das an der Richtung liegen.
Wer kennt Dich besser als Deine Seele? Wer kann Dir besser helfen?
Seit über 30 Jahren erfahre ich immer wieder, dass sich die ausgeklügelsten Erklärungen mit den Botschaften, die leidende und ratlose Menschen aus ihrem Inneren bekommen nicht messen können.

Worauf macht Dich, was Du erlebst, aufmerksam? Was sagt Dir Deine innere Stimme immer wieder? Welche Frage hast Du Dir noch nicht gestellt?
Es ist sinnvoller, an seinen Schlussfolgerungen zu zweifeln als an seinen Fähigkeiten.

Gib nicht auf und übernehme das Steuer. Wo willst Du hin und was willst Du wissen?

Auf dem Weg zu einem Ziel lernen und erleben wir, wofür sich der Weg gelohnt hat. Das Ziel ist die Richtung und ein Ergebnis, das uns diesen Weg ermöglicht.

Worauf wartest Du noch? Auf eine Erlaubnis, eine Diagnose oder eine Entschuldigung?

Alles Gute und nur Mut

liebe Grüße

Benedikt
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Wir sehnen uns nach Liebe, weil sie das Lebenselixier unserer Seele ist.
Hallo iced,

einfach mal ein paar Tatsachen, vielleicht hilft es dir ein wenig bei deiner Entscheidung.
1. Dein Arzt hat Schweigepflicht. D.h. er darf niemandem, absolut niemandem irgendetwas von dem, was du ihm erzählst weitersagen.
2. Er geht täglich mit Menschen und ihren Problemen um, d.h er kennt sich damit aus und ist es gewohnt, es ist sein Job. Er wird dich nicht verurteilen für was auch immer, er wird sich eher bemühen dir dabei zu helfen eine Lösung zu finden. Und er hat sicher schon heftigeres gehört. (Meine Mum ist Physiotherapeutin, sie hört sich den ganzen Tag Probleme anderer Leute an, versucht zu helfen (manchmal gelingt es!) und vergisst dann wieder alles. Anders kann man den Job nicht machen.) D.h. er ist der neutralste Zuhörer, den du dir wünschen kannst.

Frag ihn einfach, ob er bereit wäre, dir zuzuhören, schildere deine Hemmungen. Vielleicht wird er einen Extra-Termin machen, eine echte _Sprech_stunde und dann gäbe es die Möglichkeit, dass dich das, was er zu sagen hat oder auch einfach nur das Sprechen weiterbringt. Würd sich das Risiko dafür lohnen? Das weisst du selbst am besten .

LG
Zitat:

Ich habe seit einem knappen Jahr eine Krankheit (physische, keine psychische)



Was macht die da so sicher?


"Wenn die Seele durch den Körper spricht" war ein Thema -ich glaube in der Psychologie heute-



L.
_________________
Wir brauchen das Licht,
wird es greller,
geht's auch nicht schneller
L., manchen Menschen fällt es leichter zu glauben, dass ihre Krankheit ausschliesslich physisch bedingt ist. Sie würden sich sonst schuldig fühlen. Für die psychische Verfassung kann man ja was, sowas muss man unter Kontrolle haben und falls nicht, ist man verrückt, abnormal, man hat sein Leben nicht im Griff und sollte sich was schämen... (das ist natürlich Quatsch mit Sosse).

Menschen, die das nicht so sehen, haben zwar Recht, aber sie sind in der Minderheit. Und das ist zu akzeptieren, egal was diverse Populärfachzeitschriften sagen.

LG
Hallo
Danke an alle die sich Gedanken zu meiner Frage gemacht haben.
Eure Antworten bringen mich dazu über andere Aspekte nachzudenken, bringen neue Sichtweisen; auch wenn ich (noch) nicht alles verstehe. Es hat mir auch geholfen mich wieder besser in Relation zur Wirklichkeit zu setzen. Aus einer gewissen Distanz sind meine Sorgen nicht soo gravierend. Keine Angst - ich werde die Gelegenheit mir das Ganze von der Seele zu reden nicht grundlos verstreichen lassen. Ich bin nur noch nicht sicher ob ich es wirklich fertigbringe über meinen Schatten zu springen. Da jedoch alle 3 Möglichkeiten (nicht fragen, eine negative sowie auch eine positive Antwort) etwa gleichgrosse Ängste hervorrufen, sind die Chancen intakt. Einen kleinen Hüpfer hab ich ja schon getan - indem ich in diesem Forum meine Frage gestellt habe - und ich lebe noch!

Zitat:
Dein Arzt hat Schweigepflicht.

Wahrscheinlich mit ein Grund, warum sich das Vertrauen überhaupt entwickelt hat. Und dass mein Vertrauensgefühl nicht einfach als Hingespinst oder Phantasie qualifiziert wird, lässt das Risiko schrumpfen. Deinen Tipp auch über meine Hemmungen zu sprechen, werde ich mir zu Herzen nehmen.

Zitat:
Worauf wartest Du noch? Auf eine Erlaubnis, eine Diagnose oder eine Entschuldigung?

Gute Idee! Am liebsten von allem etwas und kannst Du noch eine Dose "Recht jemanden mit meinen Problemen zu belästigen" und eine Prise Anti-Zweifel dazupacken?
Ach, ich glaub ich mach mir wiedereinmal zu viele Gedanken.
Das Vertrauen in meine Fähigkeiten hat vor einiger Zeit eine Auszeit genommen - ich vermute es macht eine Weltreise. Aber möglicherweise wacht das Grundvertrauen in mich selbst gerade von seinem Winterschlaf auf. Braucht es eine Nuss? oder wurde es geweckt?
Im Ernst: Meinen Gefühlen zu vertrauen hat mich nicht immer vor Verletzungen bewahrt. Und jedesmal wird die Hemmschwelle ein Stück höher -- und doch riskiert man es immer wieder.

@ Lichtstrahl
ich bin heute rsp. schon längere Zeit sicher, dass meine Krankheit mit meiner Situation zu tun hat, nur das diese wiederum auf die Psyche zurückwirkt.
Zum anderen habe ich mich wohl zu knapp ausgedrückt. Ehrlich gesagt ging es mir darum darauf hinzuweisen, dass es sich beim Arzt nicht um einen Psychologen oder Psychiater handelt. Wieweit andere Ärzte psychologisch geschult sind, weiss ich nicht. Habe da bei gewissen meine Zweifel.

Momentan bin ich relativ ruhig. Das dringende Bedürfniss Erzählen zu MÜSSEN ist verschwunden. Ich will immer noch reden und kann mir keinen besseren Gesprächspartner vorstellen. Ich bin immer noch sicher, dass das Erzählen etwas bringen wird. Und wenn dann noch ein paar Bemerkungen oder Fragen kommen, muss ich doch den Weg zu Lösungen finden.
Bis Montag ...

Alles Gute
eigentlich ist alles ganz einfach, es kommt so wie es kommen muss.

Also, mache ich z. B. Fehler, muss ich diese so oft wiederholen, bis ich merke dass es so nicht geht.

Habe ich dann irgendwann das Wissen, welches ich zuvor nicht hatte, hilft es aber nicht anderen etwas zu vermitteln.



L.
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geht's auch nicht schneller