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Panik vor dem Tod












Guten Tag zusammen

Ich habe ein Problem. Vor etwa einem halben Jahr ist mir abends im Bett auf einen Schlag bewusst geworden, was Sterblichkeit überhaupt heisst. Seither habe ich totale Panik. Angst vor dem Nichts, dem Verlust des Bewusstseins. Einfach weg sein. Jeden Tag hört man von Verkehrstoten, Kriegstoten etc. Diese GEdanken verfolgen mich jeden Tag. Ich denke dauernd, z.b. beim Einkaufen: Wieso soll ich auf Preise achten? Wenn ich in 5 min sterben könnte, dann lebe ich besser jetzt. Wieso soll ich aufräumen usw. Vorher war mir das nie so konkret bewusst.

Beruflich bedingt habe ich mit Krankheiten und manchmal auch mit dem Tod zu tun. Erst letztens musste ich mit, um einen Tod festzustellen. Dies war der erste Mensch, den ich tot gesehen habe. Sah aber irgendwie ganz friedlich aus. Und trotzdem graut es mir vor dem unendlichen Schlaf. Mit unserem Bewusstsein kann man sich das irgendwie gar nicht vorstellen. Ich will nicht, dass das alles aufhört. Man denkt doch immer irgendwas. Gar nichts mehr denken? Wie geht das?

Ich bin ein gläubiger Mensch, jedoch keine Kirchengängerin. Ich glaube B. sehr stark an Schutzengel. Aber das ändert auch nichts an unserer Vergänglichkeit. Stürzt euch das nicht auch manchmal in Panik und Trauer? Irgendwann sind wir weg. Und das wars dann. Für immer und ewig.

Ich freue mich, wenn ihr zurückschreibt, was ihr denkt, vielleicht hilft mir das.

Liebe Grüsse
Lenya
Hi Lenya!
Ich habe es andersrum erlebt, ich wollte sterben weil mir das Leben zuviel war. Bis ich dann den Sinn des Lebens erkennen durfte - er liegt in Gott, in seinem Wort (der Bibel) beschrieben.
Nach dem Tod - was dann? Auf diese Frage gibt es einen wunderbaren Vortrag von Prof. Dr. Werner Gitt. Der heißt "Gibt es ein Leben nach dem Tod?" und ist unter dem folgenden Link zu kaufen: http://www.christlicheraudiodienst......p;katseite=1&sortart=
Er berichtet dort ganz genau wie man von dieser gesunden Panik los kommt und sich auf den Tod sogar freuen kann. Apostel Paulus hat mal gesagt: Christus ist mein Leben und Sterben mein Gewinn. Das Sterben kann nur dann zum Gewinn werden wenn das Leben hier auf Erden Christuts (ein Leben für Jesus) bedeutet. In jedem anderen Fall ist das Sterben ein dramatischer Verlust der durch nichst zu bezahlen ist.
Verstehst Du meine komplizierten Text?
Meine Lieben!

Panik oder Angst vor dem Tod entsteht meistens aus dem Gedanken, unweigerlich alles verlassen zu müssen. Doch das ist vielen Menschen dann ein Trost, wenn sie vom Leben unendlich enttäuscht worden sind oder auch so tief in irgendwelchen Problemen stecken, dass sie sich nichts sehnlicher wünschen, als dass das Leben ein Ende haben würde.

Aber sowohl Panik als auch Befreiungwunsch hat eine gemeinsame Basis: Beides rechnet mit dem absoluten Nichts. Wenn nichts ist, dann ist nichts. Man hat kein Bewusstsein, kein Gefühl, kein Sein. Die Realisierung eines Zufalls - also ein persönliches Leben auf der Erde - löst sich wieder dahin auf, woher sie gekommen ist: Nämlich aus dem Nichts.

Aber merke dir gut an: das ist der reine Nihilismus. Ihm steht die Erfahrung des Positiven entgegen. Es hat auf Erden bereits so unzählbar viele positive geistige Erfahrungen, Einblicke, Erlebnisse und Zeugen gegeben, dass es der Vogel-Strauß Politik gleichkommt, davor den Kopf in den Sand zu stecken und das alles nicht wahrhaben zu wollen. Die enorme Bewegkraft dieses Erfahrungsgutes zeigt sich z.B. auch in der Stärke, die viele Menschen in und aus der Religion schöpfen. (Gleichgültig welche Religion)

Doch da wiederum gibt es unendlich viele Färbungen. Die schönsten liegen in hoher Mystik mit den Blicken über die Grenze, hinüber ins Jenseits. Für viele Menschen ist es aber einfach schön, in einer religiösen Einbettung zu sein, die auf Fragen die "endgültig richtige" Antwort gibt. Und manche werden religiös auch zu Fanatikern.

Das heißt, in Wirklichkeit wird jeder für sich selbst ein positives Weltbild aufbauen müssen. Was hilft es mir, wenn ich hier meiner Überzeugung Ausdruck gebe, dass das Sterben zum Teil als unendlich schöner Vorgang abläuft und danach das eigentlich freie geistige Leben anfängt?

Wenn nun dieses mein Reden bei meinem Gegenüber ankommt, dann kann der Betreffende für sich - und nur für sich - den Weg weitergehen, der ihn immer weiter von Angst, Unsicherheit und Hoffnungslosigkeit fort bringt. Oh ja, man kann sich sogar dem Gott anvertrauen, zu dem man aus seinem Herzensfunken die größte Verbindung aufbauen kann. Dieser Gott ist für den einen Menschen unendlich transzendent, in seiner Herrlichkeit über allem stehend, für den anderen Menschen eine Persönlichkeit - eben auch Jesus Christus - die den Menschen einmal zu einer hohen Wesenheit werden lässt.

Aber gerade diese Aussicht ist es, die das Leben hier auf der Erde in all seinen Facetten wertvoll werden lässt und im Einzelfall die Angst vor dem Tod durch klare Hoffung, Gelassenheit und ruhige Erwartung ersetzt.

Und das ist es, was man sich erarbeiten kann, meint - reinwiel
Hallo Lenya,

Die Frage hat sich ohne Zweifel jeder Mensch schon einmal gestellt. Die Antworten sind freilich vielfältig, vor allem im Kontext der Religionen.
Eduard hat die christliche Lösung bereits dargelegt, da ich kein Christ bin möchte ich meine Sicht der Dinge darlegen.

Seneca schrieb mal in einem Brief an einen kranken Freund, dem er versuchte die Angst vor dem baldigen Tode zu nehmen sinngemäß:
Zitat:

"Habe keine Furcht, denn mit dem Leben ist der Tod nicht, und mit dem Tode ist das Leben nicht."


Damit meint Seneca nichts anderes als die grundlose Furcht im Menschen, die er dem Tod aus der Unwissenheit heraus entgegenbringt. Das eine existiert nicht zusammen mit dem anderen was eine wechselseitige Relation aufhebt. Den Tod also mit dem Maß des Lebens zu wiegen ist der falsche Ansatz.

Zitat:

Mit unserem Bewusstsein kann man sich das irgendwie gar nicht vorstellen. Ich will nicht, dass das alles aufhört. Man denkt doch immer irgendwas. Gar nichts mehr denken? Wie geht das?


Hast du schonmal darüber nachgedacht das die die gängige Vorstellung des Zustandes "Tot" sich über die Grenzen des menschlichen Bewusstseins erhebt? Mich stürzt diese Unwissenheit mehr in eine Art der neugierigen Erwartung als in Angst.

Die folgende Frage wäre, inwiefern es Sinn macht sich Zeit seines Lebens der Frage zu widmen wie selbiges endet. Ab hier muss es wohl jeder selbst entscheiden.
Vielen Dank für eure Texte. Ich war übrigens vor ca. 2 jahren auch mal so weit, wollte vor den Zug springen, doch er kam genau an diesem Tag nicht. Also dachte ich mir das sei wohl Schicksal und konnte mich dann mit prof. Hilfe aufraffen.

Natürlich kann mir meine Fragen niemand beantworten, und doch, es hilft wenn man merkt, dass viele andere sich auch solche Gedanken mahcen. In meinem Umfeld sagt man mir immer, ich solle mir das Leben heute nicht mit dem Tod von morgen oder übermorgen vermiesen. Nur sind nicht alle Menschen gleich. Ich beschäftige mich auch von Berufes wegen relativ viel mit der Endlichkeit des Lebens. Vor dem Sterben habe ich keine Angst, man kann nur hoffen dass man in Ruhe einschläft und nicht leidet. Aber meine Angst vor dem Nichts kann ich nicht verbergen oder verjagen. Klar merke ich es dann eh nicht mehr. Aber ich bin mir für den Rest meines Lebens darüber im klaren, dass es irgendwann so sein wird. Und die Welt dreht sich einfach weiter. Als wäre nichts geschehen. Von alldem kriege ich dann nichts mehr mit. Weder wenn meine Freunde Spass haben, meine Familie glückliche Momente erlebt etc. Das macht mir Angst
Forum -> Leben nach dem Tod


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