Männersachen


Dabei sind die Zitate nicht von mir. Jung nennt das "Synchronizität". Und es ist wirklich faszinierend, wie Ereignisse in der Realität zusammenfallen mit geistigen Zuständen.

Hier ist es ja nur eine nette Spielerei.

Ich beneide Dich Astrella: bei Dir ist es sicherlich richtig warm!

Inanna
Ja, das ist es.
Zu warm im Moment, aber ich bin weit davon entfernt mich zu beschweren... vielleicht ein bißchen über meinen Sonnenbrand

Die Synchronizität - selektive Wahrnehmung?
Hatten wir das Thema nicht vor Kurzem schon mal?
Also einen Sonnenbrand möchte ich nicht haben. Aber Wärme ...

hier liegt morgens Schnee auf den Feldern, der tagsüber wegtaut, Nieselregen, eiskalt. Nachts zieht es an, wieder Schnee ... ekelhaftes Wetter das!

Inanna
Schnee auf den Feldern...*Herz zieht sich vor Sehnsuch zusammen*
Es ist zwar schön, in einer Gegend zu leben, wo irgendwie immer Sommer ist, aber als Europäer ist unsere Kultur sehr stark mit den Jahreszeiten verbunden.
Irgendwie verliert man dier das Zeitgefühl und die traditionellen Feste werden unwichtig, weil die Atmosphäre einfach nicht mehr stimmt.
Weihnachten bei 30 Grad im Schatten hat nichts mehr von seinem Zauber.
Und wie man auch hier sieht, wir Menschen wollen immer das, was wir nicht haben. Schreckliche Geschöpfe sind wir!

Die Jahreszeiten würden mir auch sehr abgehen. Sie haben einen tieferen Sinn, der mir hilft, zurecht zu kommen mit den Widrigkeiten des Lebens. Z.B. waren schon im Dezember die Knospen an den Haselsträuchern sichtbar - erste Verheißung des Sommers in der unwirtlichsten Zeit. Und morgen ist Mariä Lichtmeß, ab morgen wird es rasant heller täglich mehrere Minuten, man kann zuschauen, wie die Sonne ihre Bahn verändert.

Und das ist sicher in Afrika anders. Würde mir auch sehr fehlen. Aber wahrscheinlich haben dort die Menschen andere Rituale und Feiern, die sich von der Natur herleiten und ihren eigenen Sinn haben.

Wir sind halt Wesen, die sich immer einen Sinn suchen müssen. Wie Viktor Frankl sagt: wer keinen Sinn im Leben findet, der ist krank.

Inanna
Ist es nicht zum Lachen, Astrella?

Auch die heutige ZEN-Wahrheit paßt "wie Po aufs Klo":

Zen-Wahrheit vom: 01.02.2008

Dein Stand muss fest und kraftvoll, fehlerlos und sicher sein. Als Herr der Lage wirst du eins mit all den verschiedenen Umständen, wie der schrankenlose Raum. Wenn die tiefe, offene Klarheit keine
Veränderung kennt und jederzeit besteht, erst dann kannst du in Frieden sein.
Yuanwu

Inanna
Zitat:
wir Menschen wollen immer das, was wir nicht haben. Schreckliche Geschöpfe sind wir




Nein, so richtig beklagen mag ich mich nicht. Weihnachten wird dann halt in Deutschland gefeiert...
Die Kinder wollen ja auch mal wieder Schnee sehen.
Hier in der Stadt habe ich noch nicht mitbekommen, daß die Menschen irgendwelche ritualisierten Feiern zum Wechsel der Jahreszeiten haben (Trockenzeit/Regenzeit).
Das mag auf dem Lande anders sein, aber soviel Einblick habe ich hier leider nicht.

Ich hätte nie gedacht, daß ich mich mit meiner Heimat, Deutschland, so sehr verbunden fühle wie gerade im Ausland. Früher habe ich gelacht, wenn ich im Fernsehen gesehen habe, wie deutsche Auswanderer plötzlich Heino auflegen und dabei feuchte Augen bekommen.
Heute geht es mir genauso. Unsere Heimat ist ein Stück unserer Identität. Vielleicht nicht unbedingt der beliebteste Teil, aber es gehört zu uns wie unsere Erziehung, unsere Bildung und bestimmt maßgeblich, wie wir die Welt wahrnehmen.

Man lernt erst zu schätzen, wenn man es nicht mehr hat.
Ich habe ab und zu Heimweh, auch wenn "Deutschland" es mir leicht macht, es nicht zu haben mit seiner erbsenzählerischen kleinkarierten genormten und gehorsamen Art.
Mit vier Kleinkindern wird man in Deutschland nicht vorgelassen, sondern darf sich gaanz hinten anstellen.
Ich hatte teilweise das Gefühl, jeder Köter hatte mehr Rechte als Kinder.
Leinenzwang? Da gibt es regelrecht Demonstrationen.
Und wenn ich irgendwelche Hund auf meine Kinder zustürmen sah von der Größe eines mittleren Kalbes und der Besitzer nur lakonisch meint "Der will nur spielen", dann könnte ich Amok laufen.
Und meine Kinder sollten sich mal erlauben, irgendwo vor einer Haustür ein Häufchen abzusetzen...
Heutzutage müssen die Kinder in Deutschland schon mit Hornhaut auf der Seele zu Welt kommen, von allen Seiten wird ihnen subtil mitgegeben, wie unerwünscht sie doch sind.
Ich bin echt streßresistent, aber erst hier merke ich, wie groß der Druck auf meine Kinder und mich doch war.


Ich habe mein Plätzchen, an dem ich mich mit meiner Familie wohl fühle, in dieser Welt noch nicht gefunden.
Liebe Astrella,

ich kann gut nachfühlen, was Du meinst mit Deiner bittersüßen Sehnsucht nach Deutschland. Ich kenne das Gefühl von einer ganz anderen Seite.

Weil meine Eltern Nazis waren, habe ich mich früh sehr kritisch auseinandersetzt mit dem deutschen Nationalsozialismus und dem Holocoust. Irgendwann einmal habe ich dann gemerkt, dass die Eigenschaften an mir, die mir gut gefallen haben und auf die ich stolz war: Pflichtbewußtsein, Verbindlichkeit, Zuverlässigkeit .... sogenannte "deutsche" Tugenden waren. Und noch später habe ich mich gefragt, ob ich mich damals mit meiner Begeisterungsfähigkeit als junge Frau nicht auch für den Nationalsozialismus hätte einspannen lassen ... ob mich nicht nur die Gnade der Spätergeborenen davor gerettet hat ....

Ich bin durch und durch Deutsche. Ich sehe das wie Du: unsere Heimat ist ein Stück unserer Identität. Sie hat uns geprägt, hat uns gezeigt, wie "Welt" ist, ist unauslöschlich mit unserem Ego verbunden.

Und nur, wenn man das weiß, kann man versuchen, Abstand zu halten von den Prägungen, die einem nicht gefallen: von der "erbsenzählerischen kleinkarierten genormten und gehorsamen Art".

Und was Du über Kinder in Deutschland sagst, ist lustig und traurig zugleich. Du weißt ja auch, dass man in Deutschland ab 3 Kindern zu den Asozialen zählt? Denn wer sonst tut sich denn das an: 3 oder 4 Kinder!

Und Deinen Amoklauf bei den Hunden, die - nicht nur Kinder - umreißen, indem sie an einem hochspringen, teile ich. Ich hatte schon mal ein aufgeklapptes Messer in der Hand, als so ein Köter mich verbellt hat. Leider war ich zu feige, zuzustoßen, und so hat er mich gebissen.

Was Du über Kinder schreibst, ist die 1. Stufe für die Kindstötungen in den letzten Monaten. Nur mit dieser Mentalität der Bevölkerung ist es denkbar, dass Kinder in den Familien verhungern, gequält werden, gefoltert und getötet werden.

Ich habe mein Plätzchen, an dem ich Heimatgefühl entwickle gefunden: überall dort, wo ich lebe in der Natur. Es ist sehr schmerzhaft, wenn ich mein Waldglück verliere, weil ich umziehe. Aber ich finde wieder eins und bin dann wieder zuhause. Viel mehr im Wald als in der Stadt, in meiner Wohnung ....

Aber ob das in Afrika auch so wäre, das weiß ich nicht.

Inanna