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Dissoziative Identitätsstörung












@ Raven,

... danke, du beschreibst das super...mir ist ganz unheimlich wie vertraut das alles für mich klingt, das heisst es bringt etwas in mir zum Klingen was ganz weit weg ist

LG, walter!
Ich muss das erstmal verdauen. Das merkwürdige ist, dass es mir ganz ähnlich geht wie walter... Ich bin gegruselt. Aber nicht für lange, dann taucht bestimmt auch schon die nächste Frage auf.
Am besten Billy schriebe ein Buch. Dann könnte man da gemütlich nachlesen. Selbstreflexiv genug ist sie ja (nur wenige 'primäre Bewusstseinszustände' können das von sich behaupten)...

LG
Vielleicht macht es das etwas klarer. Es ist zwar nicht von ihr, aber ich hoffe es ist verständlich.

LG Recorder

"Sie öffnete die Augen.
Richtig, hier hatte das Mädchen eben gestanden. Die Schwester, die ihr so ähnlich sah. Sie sah auf die manikürten Fingernägel, die langen braunen Haare.
Hatte sie nicht eben noch etwas gesagt?
Nicht etwas wichtiges vergessen?
Die Klinge fiel zu Boden. Tropfen tapsten wie blinde Tiere, fielen zu Boden und schlugen auf. Sie wendete den Blick ab, wurde durchstoßen von der traurigen Wahrheit.
Aber der Wunsch zu sterben war nicht mehr präsent. Die Angst war kein Teil mehr von ihr. Sie war nicht dieses Mädchen… aber wenn sie nicht die eine war… wer war sie dann?
Sie legte die Hände über die Augen, taumelte erneut und ließ ab.
Wenn sie nicht Lana war und auch nicht Alice, wo lag dann der Schlüssel zu ihrer Identität?
Die rosa Vorhänge gefielen ihr nicht. Sie war doch kein Mädchen, sie war eine Frau. Das Zimmer eines Kindes, die Identität einer von Angst getriebenen Persönlichkeit.
Nichts davon gehörte ihr.
Nicht eine einzige Erinnerung, nicht ein einziges Gefühl gehörte ihr. Alles gehörte den anderen, die sie umgaben. Sie war ein neugeborenes Kind und nun lag alles in ihren Händen.

Sie nahm ein Taschentuch und wischte die Tropfen vom Boden. Nahm die Klinge und hielt sie unter Wasser. Wusch die Schuld von sich und die Angst, das sie jemand entdecken könnte.
Sie wollte nicht sterben.
Nicht hier, nicht heute.
„Weißt du was du tun solltest?“, fragte eine Stimme in ihrem Kopf.
„Nein.“, antwortete sie laut und die Stimme verschwand. Sie wusste das sie nicht auf sie hören sollte, sie wusste das sie einen eigenen Weg finden musste.
Was sie nicht wusste war, wie sie hier her gekommen war.
Sie hatte lange braune Haare und war 22 Jahre alt. Ihr Körper war jünger. Sie hatte viele Schwestern, aber keine Geschwister. War Jungfrau und doch schuldig.

Sie kannte keine Angst, keine Liebe, keine Verzweiflung. Das einzige was sie kannte war die Leere, das nicht-fühlen, nicht-denken, nicht-leiden…
Aber woher konnte sie vergleichen, wenn sie das Gegenstück nicht kannte?

Draußen spielte der Wind mit den Bäumen, jagte sie, fing sie und hielt sie fest. Eine unvollkommene, strahlend helle Sonne schien auf die Erde. Erleuchtete sie mit endloser Glut.
Richtig, das war ihr Zuhause.
Sie ging ans Fenster und atmete die Luft ein und erst da wurde das monotone Rauschen in ihren Ohren zu einem Takt. Das Gefühl von Schlägen zu einer Stimme und ein Lied, das sie nicht kannte, drang aus dem Radio.
Schlag für Schlag, Ton für Ton, Takt für Takt.
„Ein Name. Du brauchst einen Namen.“
„Billy-Jean.“, sagte sie, ohne das ihr jemand einen Gedanken oder Wissen gegeben hatte. Ein Name, ihr Name.
Richtig, mein Name ist Billy."
Das ist sehr schön geschrieben. Allgemein habt ihr eine tolle ausdrucksweise.

Eure Beiträge fesseln mich richtig. Danke, dass ihr uns an diesem Leben teilhaben lasst.

Herzliche Grüße
Hallo Raven,

Zitat:
Hallo liebe Forengemeinde,
ich war lange nicht mehr aktiv in diesem Forum. Nun wende ich mich an euch, in der Hoffnung vielleicht... ich weiß auch nicht...

... bist´ mal wieder hier?... geht´s gut?... hab grad an euch gedacht

LG, walter
Forum -> Psychologie und Psyche

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