Depression oder Psychose und wer/was kann mir helfen?


Hi @ all.
Mittlerweile ist es schon so weit das ich, seit nunmehr 6 geschlagenen tagen, zuhause in selbstgewählter Isolation bei geschlossenen Rolläden sitz und nicht mehr aufhören kann mir Gedanken zu machen.

Um es euch etwas verständlicher zu machen kurz über mich:
Bin 21 Jahre jung, Koch und lebe seit ca. 3 Jahren allein.
Meine Kindheit war nicht sehr rosig, mit einer mutter die Alkoholikerin war/ist und einem Vater der der Arbeit wegen ziemlich viel auf Reisen war. Gute Freunde und später auch Cannabis waren der ersatz für meine nicht vorhandene Familie. Nach aussen hin war ich, durch meine überaus freundliche und zuvorkommende Art (die ich von meinem Vater hab), immer gern gesehen und auch gemocht.

Naturlich gab es Höhen und Tiefen, die Höhen draussen und die Tiefen im Elternhaus. Doch schienen sie überwunden zu sein als ich gegen Ende meines 2. Lehrjahres zu Hause auszog. Weiter gekifft hab ich trotzdem.

Nach meiner Lehre war ich ein Jahr festangestellt, zufrieden und mit gutem Gehalt. Doch dann wurden der Stress und auch der Druck immer größer. Dazu kommt das meine Freundin, mit der ich 1 1/2 Jahre zusammen war, kurz bevor ich meinen Führerschein wegen BTM am steuer abgeholt bekam, mit mir schluss machte. Das war Anfang letzten Jahres.

Danach war ich ein halbes Jahr clean und es schien mir gar nicht schwer zu fallen. Auf der Arbeit aber ging nunmehr alles den Bach herunter, mangels Motivation und Engagement. Ich sah nur noch die schlechten Seiten in meinem Beruf. Komplexe bahnten sich langsam aber sicher den Weg durch meinen Kopf, die sich bis heute noch verstärkt haben.

So beschloss ich wieder zur Schule zu gehen um mein Abitur zu machen.
Das war schwerer als erhofft, da ich so gut wie jeden Abend nach der Schule arbeiten musste um meine Wohnung, ect. Finanzieren zu können.
D.h. Morgens 6 aufstehen Abends frühestens 23 uhr im Bett.
War klar das ich auch diesem Druck nicht gewachsen war und so begann ich nach 2-3 monaten Schule wieder mit dem Kiffen.

Das war so ungefähr der Anfang meiner ersten Selbstmord gedanken.
Dazu kamen dann noch Schulden, da ich mit einem 400 € Job natürlich nicht mehr alles bezahlen konnte, die sich bis heute angehäuft haben.

Jetzt bin ich kurz davor die Schule zu schmeissen und ins Ausland zu flüchten um alles hinter mir zu lassen, oder mich halt umzubringen und alle die mir geschadet haben mitzunehmen.

Es ist als ob mein Gehirn die Kontrolle über mich hält obwohl ich bei vollem verstand bin. Ich hab sowas noch nie erlebt. Der Druck wird von Tag zu Tag größer. Es scheint mir als stünde mein Kopf kurz vorm platzen. Ich glaub ich halte das nicht mehr lange durch.
Ich brauch dringenst Hilfe!

Hoffe auf schnelle Antwort
thx
Hallo tmal,

ich kann mir vorstellen, wie verschissen Deine Situation ist, und es tut mir leid. Man glaubt in einer solchen Situation, dass man kaum mehr heraus kommen kann und die Hoffnung an einen Rettungsring ist nicht allzu gross. Versuche doch, ja nimm Dich zusammen, und gehe nach draussen an einen schönen Ort. Vielleicht hilft Dir das, wenigstens einen kleinen Lichtstrahl zu erhaschen, der Dir möglicherweise einen Ausweg zeigt.

Einen liegen Gruss, Gottes Segen und viel Kraft wünscht Dir

NicoS
Hallo tmal,

deine Geschichte hört sich an wie meine. Auch ich bin 21 Jahre alt und meine Mutter ist alkoholkrank. Ich habe die liebe und ausgeglichene Art von meinem Vater, der leider letztes Jahr gestorben ist, und jeder der mich sieht denkt, ich habe keine Probleme. Falsch:

Auch ich habe lange Zeit gekifft und alles in Frage gestellt. Wolle meine Ausbildung hinschmeißen und einfach nur im Selbstmitleid versinken.

Ich kann dich wahrscheinlich besser verstehen als andere.

Klingt vielleicht echt doof, aber auch für dich wird die Sonne wieder scheinen. Es kann bei dir durchaus mit der Jahreszeit zusammenhängen, dass du am Boden bist.

Du bist noch so ein junger Mensch. Du hast (noch) die Kraft, dich selbst aufzurappeln. Es ist nicht alles verloren. Steh auf. Nimm dein Leben in die Hand.

Ich weiß es ist schwer, aber man kann es, wenn man den Willen zum Leben wirklich in sich hat.

Und ich kann dir sagen, ich bin ein neuer Mensch seit ich mich für das Leben entschieden habe. Es gibt sicherlich auch mal schlechte Zeiten aber die hat einfach jeder. Und ohne ein Tief kann man nicht wissen was ein Hoch ist

Ich wünsche dir von Herzen viel Kraft, Mut und ein kleines Stück Glück, dein Leben in den Griff zu bekommen.


Liebe Grüße
@NicoS

Danke für die guten Zusprüche.

Aber das mit dem rausgehen an einen schönen Ort?
Gut gemeint, aber ich weiß nicht ob du dieses Gefühl kennst wenn schöne, fröhliche Töne real in den Ohren schmerzen?
Ich spiele leidenschaftlich Gitarre und hab auch viele fröhliche Lieder geschrieben, doch schaff ich es nicht ein´s zu spielen.

Gottes Segen kann ich gut gebrauchen.
Mein Glaube ist auch so ziemlich das einzigste
woran ich Halt finde.

Danke


@Josefin

Weiß gar nicht wie ich´s sagen soll, aber deine Antwort ist fast wie ein leichter Balsam für die Seele.

Hab halt das Gefühl das du mich wirklich verstehst.
Nur ist es so, dass ich warscheinlich durch das lange Kiffen (jetzt immerhin schon ca. 8-9),
Schäden davon tragen werde.

Mein Geist spielt mir Streiche,
realisiert was nicht realisierbar scheint.
Nicht ständig, aber es wird häufiger.
Ich kriege die Gedanken manchmal einfach nicht in den Griff. Wenn ich unter Leuten bin und wieder "Denke", ist es schon passiert, das ich laut seufze oder stöhne und mir an den Kopf fasse.
Die reaktionen der Leute kannst du dir ja ausmalen.

Ich weiß nicht ob das wieder besser wird.
Aber vielen dank für diese schönen Antworten, das hilft mir wieder etwas weiter.

thx
Eine leichte Art seinen stress los zu werden, ist in die Psychiatrie zu gehen. Ich habe keine gute Erfahrung mit Therapeuten und ich glaube das sie deine Probleme wahrscheinlich nicht lösen können, jedoch wäre das eine greifbare Möglichkeit kurz zeitig aus den Alltag zu verschwinden. Es könnte dir Helfen eine Auszeit zu nehmen, außerdem habe ich in der KJP jede menge interessante Menschen getroffen. Vielleicht siehst du dann alles ein bisschen anders...zum Teil einfacher. Viele Leute, die mit mir dort drin waren, teilten die gleiche Meinung wie ich "Die Psychiatrie ist ein Feriencamp mit eingeschränkten Rechten!".

Wenn du in die Psychiatrie willst, geh einfach zu deinen Hausarzt und sag das du Suizidgefährdet bist. Darauf hin muss er dich behandeln, da ein Arzt bei Suizidgedanken automatisch von einer psychische "Erkankung" ausgehen muss und so mit gleichzeitig verpflichtet ist etwas dagegen zutun.

Wenn du sterben willst sollst du dir Spritzen besorgen und einen Stoff wie Isopropanol 70% dir spritzen. Normaler weise stirbt man schon wenn man das Zeug trinkt und man kann es leicht beschaffen, da es zum disinfizieren verwendet wird.

Spritzen ist meiner Meinung nach auch der leichste Weg, um aus dem Leben zu scheiden.
@Exitus

Das finde ich mal ganz schönen Mist was du hier machst. "Anleitung zum Sterben" Spar dir das bitte. Ich denke nicht dass sich tmal umbringen möchte. Er sucht Rat und keine Sterbehilfe.

@ tmal

Erstmal hat es mich gefreut, dass ich dir etwas helfen konnte. Du siehst du bist nicht allein.

Die Streiche, die dir dein Geist spielt, muss nicht mit dem Kiffen zusammenhängen. Lass dich mal untersuchen. Ich denke, dass kann man sicherlich mit einer ambulanten Therapie ansatzweise beheben. Da ich auch in psychologischer Behandlung war (lange) kann ich es nur empfehlen.

Mir wurde beigebracht, dass ich stärker bin als ich dachte. Dass ich wichtig bin für die Menschen die mich lieben. Dass mein Leben was wert ist.

Fang einfach nochmal bei null an. Jetzt kennst du deine Fehler. Gestallte dein Leben neu. Du kannst das!

Grüßle
Hi,

also ich bin 23 Jahre alt und denke ich kann dich voll verstehen da ich zwar nicht in einer gleichen aber in einer ähnlichen Situation seit einigen Jahren bin - seit September is das ganze dann bei mir "ans Tageslicht getreten"´- bin noch mittendrin, aber ich denk i kann dir evtl. bissl was "erklären".

Also ich verstehe dass du gewisse "Altlasten" aus deiner Kindheit hast, habe ich auch = Punkt 1.

Das mit dem Job verstehe ich sehr gut, ich studiere und habe einige Praktika gemacht, für mich ist es auch teilweise als töte ich mich durch den immer gleichen Mist ab anstatt mich selbst zu verwirklichen.
Den Ansatz mit dem Abi machen finde ich super, jedoch weiss ich dass man sich relativ leicht was vornimmt, das aber kontinuirlich umzusetzen ist das schwere. = Punkt 2.

Dass du dir gedanken darüber machst ob du evtl süchtig bist finde ich gut, jedoch solltest du schon unterscheiden ob die Sucht etwas damit zu tun hat. = Punkt 3

Deine Freundin war dann auch noch weg, ich denke das wiegt immer schwer. = Punkt 4

Einer der wichtigsten Dinge ist denke ich das "Denken" selbst, also mir wurde da einiges erzählt als ich in der Psychatrischen Tagesklinik war und auch jetzt während meiner Psychotherapie bei nem Psychologen. = Punkt 5

Das letzte was du schilderst sind eben die Folgen der vorausgehenden "Probleme" die sich angesammelt haben. = Punkt 6

Ich will dir mal einige Eindrücke/Ratschläge zu den jeweiligen "Problemen" die dich beschäftigen versuchen zu geben:

Punkt 1: Kindheit/Elternhaus

Versuch das alles zu vergessen, das zählt jetzt nichts mehr, es belastet nur noch. Ich weiss es hört sich blöd an, aber man kann lernen zu vergessen, es ist schwer aber es geht. Nicht jetzt mit den Alkoholproblemen deiner Mutter rumärgern oda darüber nachdenken wie dass dein Leben negativ beeinflusst hat, dafür hast du jetzt keine Energie.

Punkt 2: Selbstverwirklichung (Job/Beruf(ung))

Lass das mal irgendwie aussen vor! Mach dir da keinen Druck, ich weiss es ist später im Leben wichtig, aber du musst dein Leben bzw. dich selbst jetzt erst neu ordnen, such dir nen Job mit dem du über die Runden kommst, frag bei der Schule nach ob sie dir ne Auszeit gewähren (was sie bestimmt tun werden) und geh zu nem Psychologen oder ner Psychiatrischen Einrichtung - du musst dir helfen lassen, ich hatte da auch keinen Mut dazu am Anfang, aber es hilft und ist wirklich nicht schlimm!
Schieb diese Thema "Selbstverwirklichung" mal beiseite, dem kannst du dich widmen wenn du wieder "gesund" bist.

Punkt 3: Drogen/Sucht

Ich glaube ehrlich gesagt nicht dass das irgendwas mit deiner Situation zu tun hat! Ich kenne ettliche Menschen die "weiche" Drogen konsumieren und von daher denke ich dass die nicht daran schuld sind. Sie bieten dir halt nen Ausweg aus deiner Lage, du kannst vergessen und dich ne Weile lang gut fühlen durch sie, so gesehen sind sie ja gut, du betäubst jedoch nur die Symptome und bekämpfst dadurch nicht die Krankheit.
=> du hast kein Drogenproblem (welches an der Krankheit schuld wäre)

Punkt 4: Beziehung/Partner

Hm, was soll man dazu sagen, ich finde sowas ist wirklich verdammt hart, vor allem wenn es ne richtige Beziehung war mit richtiger Liebe. Ich weiss ja nicht wie das bei euch war, aber wenn sie dich wegen sowas verlässt is mir das ganze nicht geheuer, natürlich kannst du mehr an ihr hängen als sie an dir...! Ich würde sagen dass das deine Situation sicherlich mit verschlimmert hat, jedoch kommst du über die (blöde) Frau hinweg - wenn sie dich wegen sowas verlässt is sie es nie wert gewesen! Versuch aus dass abzuhacken - es geht wirklich.

Punkt 5: Das "Denken"

Oje, ez sind wir bei der eigentlichen Krankheit, jedenfalls habe ich den Eindruck. Also es ist ganz normal, über sachen nachzudenken. Es gibt auch Menschen die über ALLES nachdenken, jede Geste, jede Person die sie sehen jede noch so kleine Veränderung in der Umwelt.
Ich sehe einen Menschen immer als Summe von Emotionen und Verstand.
Der Verstand ist für das denken zuständig, wird jedoch von den Emotionen beeinflusst. Wenn du dich nun schlecht fühlst, also negative Emotionen hast, dann denkst du auch scho - jedenfalls ist es bei mir so, dann interpretiere ich jede Handlung, jedes Ereignis als "schlecht" für meine Person. Dann geht das von einem Gedanken zum Nächsten, bis die Ganze welt scheisse ist und man nicht mehr Leben will.
Wenn du wieder aus dieser "Spirale" raus willst, musst du das zuerst mal verstehen, zumindest war es bei mir so, ich weiss nicht ob dir so einfach sachen wie Musiktherapie oder ähnliches in ner Klinik helfen, da gibt es eben verschiedene Typen von Menschen.

Problem 6: die "Symptome"

Du fühlst dich schlecht, die Welt erscheint dir sinnlos, genau wie dein Leben, selbstmordgedanken kommen auf.
Meiner Meinung nach kommt das alles vom negativen Denken.
Hört sich blöd an aber solche Phasen habe ich auch noch immer, du musst diese "seelischen Schmerzen" durchstehen, weil es auch wieder bergauf gehen wird. Betrachte das ganze als Krankheit, in deinem Kopf sind ein Parr Schalter/Regel nicht richtig eingestellt darum spuckt dein Körper Schmerzen (seelisch/körperlich/geistig) aus.

Mein Rat:

Geh so schnell du kannst zu nem Psychologen oder irgend ner Einrichtung die sich auf Psychische Krankheiten spezialisiert hat! Die helfen dir dann schon weiter und bringen dich an die richtige Adresse. Du musst denen alles erzählen, brauchst auch keine Hemmungen haben.
Du wirst deine Situation verstehen, du wirst verstehen warum es dir momentan so geht, du wirst die "Schalter" in deinem Kopf finden und sie umlegen. Wenn du jemanden hast der dir nahe steht, ein sehr guter Freund oder ähnliches rede mit dem darüber, reden hilft sehr viel, genau wie schreiben.
Fang an Tagebuch zu schreiben, notiere alle Gedanken die du am Tag gehabt hast, wie du dich dann auch gefühlt hast.

Erst wenn du diese "Schalter" im Kopf umgelegt hast, dass die Maschine wieder richtig funktionierst, dann solltest du dir ne "Bilanz" erstellen über dein Leben, links was ist gut, rechts was ist schlecht.
Dann würde ich mir überberlegen ob du das schlechte bereinigen bzw. ob du damit leben kannst.
Und erst dann würde ich über Selbstmord nachdenken. Meiner Meinung nach hat jeder das Recht über sein Leben zu entscheiden, wenn du es nicht mehr willst dann überleg es dir gut und trenne dich im Zweifelsfall davon. Solche Gedanken habe ich auch.
Ich weiss dass ich meine Krankheit im Griff habe, jedoch ist schon soviel in meinem Leben dabei kaputt gegangen, wenn ich das nicht mehr reparieren kann, dann will ich für mich nicht mehr leben. Es ist deine Entscheidung.

So jetzt hab ich dir hier den MEGA-Text gepostet... - oje! Aber das ist wirklich alles immens komplex was in einem Kopf abgehen kann.
Das was du hast ist für mich ne Krankheit, für mich fast das gleiche wie Krebs, kann dich genauso killen. Aber es gibt gute Behandlungsmethoden, lass dich erstmal drauf ein.
Exitus,

ich werd aus dir nicht schlau... erst empfiehlst du hier jedem, der reinkommt pauschal bloss keinen Psychologen aufzusuchen, weil das alles Schwachköpfe seien, die es nur noch schlimmer machen. Jetzt empfiehlst du plötzlich sogar einen Aufenthalt in der Psychiatrie, weil das ja so entspannend sei.
Ausserdem empfiehlst du jedem, der von Suizid spricht, es doch einfach mal mit Suizid zu versuchen.

Mein lieber Scholli, deinen patzigen Umgang mit den Hilfesuchenden hier hab ich langsam richtig dicke satt. Beschäftige dich doch bitte mal mit dem für dein Ego wenig schmeichelhaften Gedanken, dass du vielleicht nicht ganz so schlau sein könntest, wie du denkst. Ich spreche aus Erfahrung, wenn ich sage, dass du umso schlauer werden wirst, je früher es dir gelingt dich damit anzufreunden, dass du im Grunde über einen sehr begrenzten Erfahrungshorizont verfügst. Und bis der sich erweitert, gilt das gute alte Motto:



LG
@tmal:

Wie du siehst, gibt es ganz viele Möglichkeiten mit deiner Situation fertig zu werden.
Du bist nicht der erste und nicht der letzte, der aus so einer Phase rausgekommen ist. Sowas kommt im Leben jedes Menschen vor. Ich weiss, das ist dir im Moment kein grosser Trost, aber vielleicht gibt es dir ein bisschen Hoffnung und die kannst du dann wie einen Schlüssel einsetzen um dich diesen Lösungsmöglichkeiten zu öffnen.
Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Glück!

LG