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@Karim
Zuerst einmal danke für deine Übersetzung.
Ja, ich habe geschrieben "drei Götter anbeten".
Und im Endeffekt läßt dieses Wort doch gerade diese 2 Deutungen zu.
"Gott" und "Angebeteter".
Und ich als Christ bete Jesus Christus an. Obwohl ich im Gegensatz zur allgemeinen Auffassung nicht die Meinung vertrete, daß Jesus Christus Gott ist. Zumindest nicht in der Form, wie es die ersten Christen im Konzil von Nicäa beschlossen haben, daß es so sein müsse.
Ich sehe Jesus Christus als einen Menschen an, der in die Fülle Gottes eingegangen ist. Aber er ist als Persönlichkeit in Gott eingegangen. Ist also nicht aufgelöst in diesem unvorstellbar Großen, sondern ein Teil dieses Großen geworden. Und zwar ein wesentlicher Teil, aus menschlicher Sicht. Er ist aber ein verschwindend geringer Teil aus göttlicher Sicht. Jesus Christus ist für mich die herausragende göttliche Komponente, die sich mit dem Leben der Menschen befasst hat, unsere
Sorgen und Nöte also persönlich kennt. Und diese "Komponente Gottes" ist also für mich der Ansprechpartner, wenn ich mit Gott Gemeinschaft suche. Ich kann das durchaus auch ohne diesen Umweg Jesus machen. Aber ich werde spätestens dann auf Christus zurückgeworfen, wenn ich erkenne, daß ich als Mensch unendliche Schwierigkeiten habe, nicht zu versagen. Dann nämlich erkenne ich Jesus Christus als denjenigen, der als Mensch diesen Weg gegangen ist. Dieser Mensch Jesus Christus ist der, in welchem Gott in seiner ganzen Fülle wahrhaftig wurde; in Jesus Christus war Gott auf der Erde, inmitten der Menschen. In Jesus Christus hat Gott auf der Welt gelebt. Dieser Mensch Jesus Christus hat es zugelassen, hat sein Leben ganz in Gott gelebt, sich ganz Gott hingegeben. Und Gott hat diesen Menschen ganz in sich angenommen, indem er ihn am dritten Tage auferweckt hat. Das ist die Bedeutung der Auferstehung. Ein Mensch ist Teil Gottes geworden. Und diese Chance besteht seitdem für alle Menschen, die in der Liebe bleiben. Ja, si bestand natürlich schon immer, unabhängig von dem Beispiel Jesus Christus. Aber durch die Auferstehung wissen wir Christen, daß es die Wahrheit ist, und nicht nur eine Hoffnung. Das ist die frohe Botschaft.
Jetzt habe ich sehr viel geschrieben, und dennoch konnte ich vieles nur anreissen. Aber vielleicht siehst du jetzt, daß Jesus Christus durchaus auch als Gott angesehen werden kann, und viele Menschen nicht irren, wenn sie ihn als Gott verehren. Aber genausowenig irren jene, die sagen, daß Christus kein Gott ist. Es ist immer eine Frage der Sichtweise. Und eine Frage des Verständnisses des Gläubigen.
Das Thema eignet sich aber nicht, um auf den Christen vorzuwerfen, sie würden mehrere Götter anbeten. Denn derjenige, der das behauptet, der müßte mir zuerst einmal erklären, was denn Gott ist. Und das kann kein Mensch auf der Welt. Die Muslime selbst sehen Gott auch durch eine gewisse Brille. Einerseits sagen sie, daß Gott >der Eine< ist. Andererseits sagen sie, daß es möglich ist, Gotteslästerer zu sein. Wie, so frage ich dich, sollte ein winzig kleiner unbedeutender Mensch diesen allmächtigen Gott lästern können? Ist Gott auf einmal wieder so klein? Es sind doch sehr menschlich begrenzte Vorstellungen, die eine solche Möglichkeit in Betracht ziehen. Wer es für möglich hält, daß ein Mensch Gott lästern könne, der verkennt grundlegend das Wesen Gottes, und überschätzt grundlegend die Bedeutung des Menschen.
Und wenn du dir bewußt bist, wie unvorstellbar klein wir Menschen gegenüber Gott sind, und dennoch von ihm angenommen werden, wenn wir uns ihm zuwenden oder er uns ergeifen will, dann beginnst du die Bedeutung der Auferweckung des Menschen Jesus Christus zu begreifen, und ein Ahnung zu bekommen, was Gott ist.
Galater
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