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Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte .....












Nein, arm zu sein macht sicherlich nicht glücklich.
Aber reich zu sein eben auch nicht.
Glück ist nicht abhängig vom materiellen Wohlstand.
Ich treffe hier jeden Tag Menschen, die bettelarm sind, behindert und krank und trotzdem die Sonne im Herzen tragen und mich mit ihrem strahlenden Lächeln beschenken, ich, die ich doch so ungleich reicher und wohlhabender bin und mich trotzdem dabei erwische, wie ich griesgrämig und verschlossen norddeutsch durch die Gegend renne.
Gewisser Wohlstand schafft sicher eine angenehme Zufriedenheit - und kein Deut mehr.

Zitat:
Ich denke, daß eine gewisse Lebensqualität auch ausschlaggebend für ein als glücklich empfundenes Leben ist.


Auch ausschlaggebend. Jain.

Irgendwo habe ich vor Kurzem gelesen, das die Menschen sich als am Zufriedensten einstuften, denen es relativ gut im Vergleich zu ihren unmittelbaren Nachbarn ging.
Also: Neid macht unglücklich.
Wenn alle bettelarm sind, scheint Armut anscheinend nicht mehr so das Problem zu sein...

Ich denke, wenn man sein Leben als glücklich einstuft, dann vor allem, weil man seinen Sinn gefunden hat.
Ich möchte nicht mit Menschen tauschen müssen, die von Hartz IV leben müssen. Sie alle hatten einmal einen Job und ein Einkommen, vielleicht nur ein niedriges, aber immerhin. Auch ich hatte schon Zeiten, wo ich nicht wußte, wie ich genug Essen für den Rest des Monats auftreibe. Diese finanzielle, materielle Enge ist etwas gräßliches.

Aber das hat nichts mit Glück zu tun. Vielleicht müßten wir erst einmal definieren, was wir jeweils unter Glück verstehen.

Ich habe Menschen an schweren Krankheiten sterben sehen, die zum Schluss einverstanden waren mit ihrem Schicksal, einverstanden mit ihrem Leben und einverstanden mit dem Sterbeprozess. Sie sind glücklich hinübergegangen. Aus der Literatur wissen wir, dass es auch in den KZs Menschen gab, die ausgeglichen und "glücklich" gelebt haben und so ihren Mitgefangenen eine ungeahnte Stärke geben konnten. Denkt nur an Bonhoeffer, z.B., oder Maximilian Kolbe.

Ich weiß nicht, ob ich diese Stärke und Abgeklärtheit in einer vergleichbaren Situation hätte. Ich glaube, eher nicht.

Dennoch glaube auch ich, dass Glück, oder das, was ich darunter verstehe (Einverstandensein mit dem Sein), unabhängig ist von allen materiellen Dingen. Und was mich angeht, das strebe ich an. Wissend, dass es nicht leicht zu erreichen ist. Dennoch: für mich ist es Sinn im Leben. Und: meistens bin ich glücklich.

Inanna
Das merkt man dir an.

Astrella
Wer kennt sie nicht, die Zeiten, in denen es einem finanziell schlecht geht, man Angst hat, die Arbeit zu verlieren, das Haus zu verlieren oder sich selbst.

Im Leben gibt es Höhen und Tiefen und wer nicht weiß, daß es Besseres gibt, wird mit dem zufrieden sein, was er hat.

Glücksempfinden ist immer eine subjektive Sache. Man kann schnell mal glücklich sein oder ewig unzufrieden - die Urbewohner kleiner Inseln, die noch nie ein Flugzeug sagen, waren sicherlich glücklich. Sie lebten ihr Leben, wie es seit Generationen kannten.

Zweifel am Glückhaben oder Glücklichsein kommt erst, wenn der Mensch mit anderem bekannt wird.

Aber ich denke auch, daß die Menschheit fort eilt - weiter voran und Unzufriedenheit führt eben dazu, daß sich der Mensch auch Gedanken macht.

Es gab diese Zeit der Esoterik-Welle, in der versprochen wurde, daß man nur Wünsche ans Universum zu senden brauchte und schon gab es das, was man brauchte und dann war man glücklich. Leider funktionierte es bei vielen Menschen nicht und dann waren sie wieder unglücklich.

Kein Mensch kann immer und ewig glücklich sein. Das ist von oben nicht vorgesehen, sondern der Mensch muß durch etwas weiter getrieben werden in der Unruhe - sich auf ein weiches Pölsterchen setzen, ist wohl nicht.

Die ewige Frage: Was ist Glück ? Gibt es ein ewiges Glück ? kann niemand beantworten.

Der eine ist schnell zufriedenzustellen - ein anderer wieder nicht.

Ich sehe eine Welt voller Reichtum - äußeren, wie inneren - wir sind darin eingebunden.

Und ich versuche, mehr in die Tiefe zu gehen - ich hinterfrage - ich bleibe nicht stehen und sehe Situationen, in denen ich sehr verzweifelt war, im Nachhinein als eine Bereicherung an. Sie forderten etwas - sie hinterfragten - sie ließen mich nie los. Man hatte das Gefühl, als wäre jemand im Raum, der einem die Leviten liest. Und man wußte nie, woher es kam - es schlich sich in das Innere ein und forderte - zum Nachdenken auf.

Eines Tages schlenderte ich mit einer Bekannten durch eine Großstadt - wir kamen an Straßenmusikanten vorbei, die lustig ihre Musik machten und die Menschen freundlich ansprachen - die Musik berührte mich und ich steckte 5 DM in den Hut. Der Mann lachte und sagte: ich wünsche alles Gute - und irgendwie freute ich mich - mich machte das Geld nicht ärmer und ihn bereicherte es ein bißchen - meine Bekannte meinte, soviel wäre doch nicht notwendig gewesen - aber es machte mich glücklich, daß es ihn freute - was ist da Geld - es kommt und geht - mal hat man es - mal sieht es düster aus in der Kasse - Glück ist vergänglich - es kann schnell kommen - was es auch immer sei - und es vergeht, wenn Zeiten sich anders drehen - Glück ist sprunghaft - man kann es nicht greifen - ewiges Glück gibt es nicht - man glaubt, es sei so, aber es ist manchmal nur innere Zufriedenheit - und unsere Vorstellungen vom Glück gehen oft sehr auseinander.

*seufz* aber schön, daß man einmal darüber nachdenken kann.

Glücklich bin ich auch, wenn ich meine Blumen pflege - es ist die Zeit, in der ich in mir bin - und sein kann.
http://www.internationalhibiscussoc.....epage/index1.php?letter=n
Liebe Gabriele,

ich glaube, wir haben unterschiedliche Definitionen von Glück. Wenn ich mich richtig erinnere, gibt es drei verschiedene Formen des Begriffs "Glück":

Glück als Schicksal: Wenn ich morgen im Lotto 15 Millionen gewinne, so habe ich Glück.

Glück als Empfindung, Gefühl:

Zitat:
Glück ist vergänglich - es kann schnell kommen - was es auch immer sei - und es vergeht, wenn Zeiten sich anders drehen - Glück ist sprunghaft - man kann es nicht greifen - ewiges Glück gibt es nicht -


Und Glück - philosophisch gesehen:

Zitat:
Lerne loszulassen, das ist der Schlüssel zum Glück.
Siddhartha Gautama


Du hast Recht, Gabriele, Glück als Empfindung ist vergänglich, kann nicht anhalten, weil unsere Empfindungen vergänglich sind. Aber Glück, philosophisch gesehen, ist ein Bewusstseinszustand der Zufriedenheit, der Ausgeglichenheit, des Einverständnisses mit dem was ist. Dieses Glück ist ein Sichauflösen im Absoluten, ein Sichloslösen vom Ego - halt einfach Glück.

Und Du hast auch Recht, wenn Du sagst, dass Glück gewachsen ist durch Erfahrungen, durch Prüfungen, durch Leid.

Inanna
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