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Das älteste Dilemma.












Schließe mich Lisken an. Es geht nicht um die wissenschaftliche Gewissheit über Gott, sondern um den Glauben. Die ewige Suche nach dem Ungewissen ist erst das, was das ganze spannend macht und die Menschen evolutionieren lässt. Hätten wir sämtliche Antworten über die Wissenschaft wäre es langweilig, so auch mit Gott Also schön immer weitersuchen nach dem bärtigen Mann im Himmel...
Genau!
Wer Gott als Pauschalerklärung für (noch) Unerklärbares heranzieht, der wird das allmähliche Schließen der Lücken in den Erkenntnistheorien als Bedrohung seines Glaubens erleben.

Auf was für wackeligen Beinen soch solch ein Glauben steht!

Wer wirklich glaubt, sucht nicht nach Beweisen.
Lisken hat folgendes geschrieben:
Die richtige Frage stellte ein grosser Dichter schon vor vielen vielen Jahren, es ist die sog. Gretchenfrage.
"Glaubst du an Gott?" - und die ist durchaus richtig gestellt.

Genau genommen ist die Gretchenfrage: »Wie hast du's mit der Religion?«.
@kereng:

Zitat:
MARTHENS GARTEN
Margarete. Faust.

[...]
Margarete: Nun sag, wie hast du's mit der Religion?
Du bist ein herzlich guter Mann,
Allein ich glaub, du hälst nicht viel davon.
Faust: Lass das, mein Kind! Du fühlst, ich bin dir gut;
Für meine Lieben liess' ich Leib und Blut,
Will niemand sein Gefühl und seine Kirche rauben.
Margarete: Das ist nicht recht, man muss dran glauben!
Faust: Muss man?
Margarete: Ach! wenn ich etwas auf dich könnte!
Du ehrst auch nicht die heil'gen Sakramente.
Faust: Ich ehre sie.
Margarete: Doch ohne Verlangen.
Zur Messe, zur Beichte bist du lange nicht gegangen.
Glaubst du an Gott?
Faust: Mein Liebchen, wer darf sagen:
Ich glaub an Gott?
Magst Priester oder Weise fragen,
Und ihre Antwort scheint nur Spott
Über den Frager zu sein.
Margarete: So glaubst du nicht?
Faust: Misshör mich nicht, du holdes Angesicht!
[...]

Goethe: Faust. Reclam (1986), S. 100.

Genau genommen wird die sog. Gretchenfrage mehrmals formuliert (es ist die strenge Ja oder Nein Frage nach dem Glauben) und Faust will sie weder mit Ja, noch mit Nein beantworten (wahrlich ein Mann der Wissenschaft..). Wir haben beide recht Ich find das schön!

LG
Ich meine, es geht schon um den Glauben an Gott. Die Religion ist meiner Meinung nach ein Gesicht der Zeit und des Entwicklungsstandes eines Volkes. Einem Kleinkind setzt man ja auch nicht das Gleiche vor, wie einem Erwachsenen, und es braucht auch nicht das Gleiche.

In der Bibel steht ja z.B., dass man annehmen solle, was man als richtig ansieht, und dass man verwerfen solle, was für einen nicht brauchbar sei. Es wird aber auch von der Demut gesprochen, die meiner Ansicht nicht heisst, dass man nur zerknirscht und zerstört auf Gottes Gnade wartet, sondern dass man einsieht, dass man eigentlich nichts weiss. Dagegen soll und kann man etwas tun. Die Frage kommt dann auf, in welcher Richtung man sich entwickeln solle? In den Religionen wird davon gesprochen, dass man durch eine richtige Lebensweise zur "Gnade" kommen könne, die möglicherweise auch einer Erleuchtung entspricht. Und hier kommt man vielleicht in Dimensionen, die mit dem Kopfdenken nicht erfasst werden können, und deshalb von den Kopfdenkern verleugnet werden. Dies wird dann mit allen Mitteln der Kunst als Hormonschübe und elektrische Impulse, etc. abgetan.

Der Glaube bedeutet nicht ein blindes Nachfolgen, sondern, es ist der Glaube, dass man über diesen Weg zu einer grösseren Wahrheit findet. Die Wissenschaft wird immer als etwas absolut Wahres angesehen, aber es ist auch ein Glaube, und wenn ich an die Uni gehe, dann glaube ich, dass ich da der Wahrheit näher komme. Man denke nur daran, dass viele lange Zeit nur an das glaubten, was sie anfassen konnten. Dieser Glaube musste sich auch wandeln.

Ich unterscheide für mich zwischen einem Glauben, einer Gewissheit und einem Wissen. Am Anfang steht der Glaube. Über Erfahrungen kann sich der Glaube in eine Gewissheit wandeln, etc.

Ich las einmal einen Satz: Selbst die Erzengel erfahren noch jeden Tag etwas Neues. Insofern verdammt der Glaube nicht zum Nichtstun.

In einem Glaubensbekenntnis haben verschiedene Dinge Platz: ein Glaube an die Erkenntnisse der Wissenschaft schliesst einen Glauben an Gott nicht aus.

Es war doch zuerst ein Glaube von Kolumbus, möglicherweise eine Gewissheit, die ihn Amerika "entdecken" liess. Ähnlich kann man für sich möglicherweise Gott entdecken.

NicoS
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