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Ökumene zwischen Islam und Christentum?












@Inanna
Zitat:
Und da sie das ganz bestimmt nicht tun werden, weil sie die Deutungshoheit für sich beanspruchen, muss man sie ein bißchen zwingen dazu. Veränderungen im Bewusstsein sind nur möglich, wenn viele Menschen immer wieder ganz penetrant ihre Wünsche äußern, überall.

Was bei der r.k. Kirche so nicht klappt...

Aber unabhängig davon, wie hast du dir das vorgestellt?

Gruß
Ich will jetzt kein Konzept entwickeln, denn das ist nicht mein Job.

Wichtig ist mir nur immer wieder, darauf hinzuweisen, dass die Religionen, in diesem Fall Islam und Christentum, gar nicht sehr unterschiedlich sind.

Was Menschen trennt, das sind Konzepte, die sie machen, um sich abzugrenzen, also Ego-Spiele. Läßt man die Konzepte weg, dann sind wir alle sehr ähnlich, haben dieselben Kümmernisse und dieselben Freuden. Wir machen uns das Leben künstlich schwer.

Inanna
@Inanna
Da dürftest Du leider einem Irrtum aufsitzen. Alleine von der Konstruktion her enthält der Islam im Gegensatz zum Christentum diese Vorgaben zur Lebensgestaltung. Und dca beginnt der erste vielleicht unüberwindliche Unterschied.

Ohne diese "Gebote" zur Lebensgestaltung wäre der Islam offensihtlich kein Islam...

Gruß
Hallo Inanna,

doch, es ist dein Job ein Konzept zu entwickeln. Es ist der Job jedes Menschen, der an >den Einen< glaubt. Wenn du erkannt hast, daß viel Unfriede durch die Dogmen in die Welt gebracht wurde, dann ist es deine Aufgabe, das hinauszuschreien. Im Rahmen der Möglichkeiten, die dir von Gott gegeben sind.
Es ist die Aufgabe unserer Zeit. Wir haben doch heute die in dieser Form noch nie dagewesene Möglichkeit, mit Menschen anderen Bekenntnisses zu diskutieren. Das tun wir hier gerade. Es ist doch unsere Aufgabe, gegen diese Verkrustungen anzugehen. Mit unseren begrenzten Möglichkeiten zwar, aber es ist unsere Pflicht.
Zumindest sehe ich das für mich so. Ich kann nur für mich reden.
In der Sylvesternacht habe ich sehr lange mit einem Baptisten-Pastor über meinen Glauben geredet. Er hat sich mir als Mentor angeboten. Und ich nahm dankbar an! Wie konnte ich das, als Katholik? Wie konnte ich das, als Häretiker? Wie konnte ich das, als beinahe-Gnostiker?
Er ist auf der selben Suche wie ich. Er mag einen anderen Weg gehen, aber durch den Austausch unserer Gedanken werden wir beide gewinnen.
Mein Traum ist die Vereinigung all derer, die auf der Suche sind. Denn sie suchen dasselbe. Wir müssen nicht die unterschiedlichen Traditionen aufgeben. Aber wir müssen uns der Frage stellen, unwieweit diese Traditionen Wahrheit beinhalten. Und dann werden wir erkennen, daß in unterschiedlichen Traditionen dieselbe Wahrheit ist. Oder auch keine Wahrheit. Oder sie hatten einmal Wahrheit, sind aber durch die fortgeschrittene kulturelle Entwicklung überholt. So daß sie jetzt zum inhaltslosen Ritual geworden sind.
Wenn wir auf Gott vertaruen, wenn wir fest in unserem Glauben sind, dann ist es möglich, jegliche Tradition zu hinterfragen. Ohne daß wir gleich Angst haben müssen, das Wesen unseres Glaubens aufzugeben. Wenn das Wesen unseres Glaubens durch Traditionen definiert ist, und nicht durch den Inhalt, was für ein armseliger Glaube ist das?

Ich sehe es als Christ für meine Aufgabe an, allen Menschen die frohe Botschaft vom gnädigen Gott zu vermitteln. Die Botschaft, die durch Jesus erstmals in die Welt kam. Dann aber muß ich sofort Farbe bekennen. Buddha war vor Jesus. Das AT war vor Jesus. Und jetzt kommt der Hammer:
Joh 14,6 Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.
Das ist jetzt sehr provokativ gesagt, und jener Baptisten-Pastor hat mir das entgegnet, als ich ihm sagte, daß auch Buddhisten, die das Gesetz der Liebe in ihrem Herzen tragen, von Jesus gerichtet und nicht automatisch verworfen werden.
Und ich sagte ihm, daß Jesus mit diesen Worten genau das ausgedrückt hat. Jesus hat nicht gemeint, wenn ihr ruft: Jesus, Jesus, nur dann seid ihr errettet, sondern wenn ihr tut, was ich sage.
Joh 13,34 Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.

Es ist also eine Frage der Auslegung.
Natürlich ist die Christliche Kirche in die Irre gegangen. Aber sie ging nicht absichtlich in die Irre. Es ergab sich durch das begrenzte irdische Denken der Menschen. Natürlich ist das Judentum in die Irre gegangen. Sogar auf eine furchbare Weise. Die Erkenntnis dieses Irrtums ist grausam. Aber die Menschen heute sind jeder für sich auf der Suche nach Wahrheit. Und die Wahrheit ist im Christentum. Und die Wahrheit ist im Judentum. Und die Wahrheit ist im Islam, und im Buddhismus.
Aber in allen diesen Bekenntnissen ist auch Lüge. Und diese Lügen trennen.
Wenn wir die Wahrheit suchen, dann werden wir die Lügen erkennen. Dann werden wir den Balken im eigenen Auge sehen.

Ökumene zwischen Islam und Christentum kann nicht von oben stattfinden. Denn die Hüter der Dogmen haben zu viel Angst, durch die Aufgabe dieser "Glaubenswahrheiten" Menschen in ihrem Glauben zu verunsichern. Sogar wenn sie selbst die Erkenntnis haben, sie sind verantwortlich für das Seelenheil der ihnen anvertrauten Gläubigen. Wie sollten sie es verantworten können, den Menschen zu sagen, das, was ihr geglaubt hat, ist falsch? Das, was man euch Jahrhunderte lang als Wahrheit verkauft habt, ist eine Lüge? Sie würden viele Menschen in größte Gewissensnöte stürzen.
Der Wandel kann nur "von unten" kommen. Indem es immer mehr Menschen gibt, die für sich die Wahrheit erkennen. Die die Toleranz und Erkenntnis haben, andere Ansichten und Wege bestehen zu lassen. Die die Zuversicht haben, daß sich die Wahrheit durchsetzen wird. Das ist ein langer Weg.

LG Bernhard
@positiv

Stimmt nicht, was du sagst. Da gibt es nichts im Islam, was Christen und Moslems wegen des Lebensstils voneinander trennen muss:

"Jeder hat eine Richtung, auf die er eingestellt ist (je nachdem er Jude, Christ oder Muslim ist). Wetteifert nun nach den guten Dingen! Wo immer ihr sein werdet (wenn das Ende über euch kommt), Allah wird euch (am jüngsten Tag) allesamt zusammenbringen. Er hat zu allem die Macht." 2:148

"Und wir haben (schließlich) die Schrift mit der Wahrheit zu dir herabgesandt, damit sie bestätige, was von der Schrift vor ihr da war, und darüber Gewißheit gebe (muhaiminan `alaihi). Entscheide nun zwischen ihnen nach dem, was Allah (dir) herabgesandt hat, und folge nicht (in Abweichung) von dem, was von der Wahrheit zu dir gekommen ist, ihren (persönlichen) Neigungen! - Für jeden von euch (die ihr verschiedenen Bekenntnissen angehört) haben wir ein (eigenes) Brauchtum (schir`a) und einen (eigenen) Weg (minhadj) bestimmt. Und wenn Allah gewollt hätte, hätte er euch zu einer einzigen Gemeinschaft (umma) gemacht. Aber er (teilte euch in verschiedene Gemeinschaften auf und) wollte euch (so) in dem, was er euch (von der Offenbarung) gegeben hat, auf die Probe stellen. Wetteifert nun nach den guten Dingen! Zu Allah werdet ihr (dereinst) allesamt zurückkehren. Und dann wird er euch Kunde geben über das, worüber ihr (im Diesseits) uneins waret." 5:48

"Die Frömmigkeit besteht nicht darin, daß ihr euch (beim Gebet) mit dem Gesicht nach Osten oder Westen wendet. Sie besteht vielmehr darin, daß man an Allah, den jüngsten Tag, die Engel, die Schrift und die Propheten glaubt und sein Geld - mag es einem noch so lieb sein - den Verwandten, den Waisen, den Armen, dem, der unterwegs ist, den Bettlern und für (den Loskauf von) Sklaven hergibt, das Gebet (salaat) verrichtet und die Almosensteuer (zakaat) bezahlt. Und (Frömmigkeit zeigen) diejenigen, die, wenn sie eine Verpflichtung eingegangen haben, sie erfüllen, und die in Not und Ungemach und in Kriegszeiten geduldig sind. Sie (allein) sind wahrhaftig und gottesfürchtig." 2:177

Wie man sehen kann sind Gesetze, Riten und Bräuche nicht das, was die Ergebenheit zu Gott (Islam) ausmacht sondern die Ergebenheit selber und die Loslösung von eigenen Vorstellungen sowie das Vollbringen guter Taten.
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