Ist Sex die Grundlage einer Liebesbeziehung?


Hei ihr alle,

in meinem Kopf ist kürzlich eine Frage aufgekommen, die mir seither keine Ruhe läßt, da ich sie mir aufgrund mangelnder Erfahrung nicht selbst beántworten kann. Deswegen hoffe ich, daß hier jemand zumindest eine Vermutung parat hat.
Wie ich jedenfalls schon im Titel angedeutet habe, höre ich von vielen glücklichen Paaren aus meinem Freundeskreis, und ebenso auch allgemein aus dem Volksmund, daß Sex doch wohl die schönste Nebensache der Welt sei. Um es sogar in den Worten eines guten Freundes auszudrücken: "Sex ist nur das i-Tüpfelchen einer gesunden, funktiònierenden Beziehung."
Nun ja, es ist ja wunderschön, daß Leute heutzutage immer noch so naìv sind. Zumindest war das nach einigem Überlegen mein Gedanke. Genug der Einleitung, hier sind meine Zweifel:

Wenn Liebe und Beziehung nicht auf der nackten Grundlage von sexuêllem Triebverhalten aufbaut, wieso besteht dann bitte ein heterosexuêlles Liebespaar immer aus einem Mann und einer Frau? Wieso muß man "auf jemanden stehen" um sich in ihn zu verlieben?
Ich bin sicher, irgendwo mach ich 'nen Denkfehler, denn soweit ich weiß, gibt es überhaupt nichts Gegenteiliges. Ich hab zumindest noch nie etwas davon gehört, daß z.B. zwei heterosexuêlle Männer ein platonisches Liebesverhältnis führen, oder habt ihr das etwa?
Sorry, ich versteh's einfach nicht, ich war allerdings auch noch nie verliebt, und vielleicht ist die Beschreibung meines Kumpels doch nicht ganz so zutreffend, wie sie scheint.
Zumindest scheint für mich alles so, als wär selbst die Liebe nur ein Produkt menschlicher Triebgesteuèrtheit. Dieser Gedanke gefällt mir nicht, also bitte widerlegt mich.
_________________
Meditieren ist sinnvoller als einfach dazusitzen und nichts zu tun.
Also,

ich denke du hast schon irgendwie Recht. Ich glaube dass niemand schon der Moral wegen bahaupten würde, er wäre mit seinem Partner zusammen weil er mit ihm den besten Sex haben kann oder weil er der potenziell beste "Nachwuchserzeuger" ist. Aber Liebe ist nunmal Chemie.
Ich glaube solange zwei Menschen sich gut verstehen und lieben in dem Sinne , dann ist das Freundschaft. Sobald man den Sex mit einbezieht, wird es allgemeinhin als Liebesbeziehung bezeichnet. Also doch wieder das i-Tüpfelchen?

Vielleicht sollltest du auch in die andere Richtung denken... Sex ohne Liebe?
Wie soll man eine Erfahrungssache jemandem erklären, der von sich aus gibt, keine Erfahrung gemacht zu haben? Und jeder Mensch macht seine Erfahrung!

Gruß
Zitat:
..zwei heterosexuêlle Männer ein platonisches Liebesverhältnis führen...

Doch, so etwas gibt es, und ich behaupte mal, sogar ziemlich oft.
Ob nun Männer oder Frauen - manche gleichgeschlechtlichen Freundschaften - sehr intensive Freundschaften - überdauern so manche Ehe locker.
Ich liebe meine Freundin auch. Nicht körperlich.
Es gibt so unterschiedliche Formen der Liebe. Elternliebe. Auch ungeschlechtlich, zähle ich aber zu der stärksten Liebe überhaupt.
Liebe ist es, wenn man auch über das erste Verliebtsein hinweg mit seinem Partner zusammenbleibt.
_________________
Moment! Ich muss mich erstmal kurz reinsteigern!
Ich hab auch schon mal darüber nachgedacht, ob Liebe nicht letzten endes biologisch-wissenschaftlich begründet werden kann und die schmetterlinge im bauch einbildung sind bzw hormonelle zu begründen sind.
Irgendwie will ich das aber nicht wahrhaben! Die Liebe ist das einzig wahre im Leben, wie ich immer zu sagen pflege.

zur Ausgangsfrage: NEIN, Sex ist auf keinen Fall Grundlage einer Liebesbeziehung aber gehört meiner Meinung nach doch irgendwie zu einer Beziehung. In der heutigen Zeit, der One-Night-Stands basiert Sex leider nicht mehr auf Vertrauen oder Intimität. Da kann man Sex mit Biertrinken oder ähnlichen schönen Dingen vergleichen. Aber es gibt zum Glück immernoch einige Menschen, denen Sex mehr bedeutet.

Desweiteren gilt es zu beachten:
Mann und Frau können auch einfach nur befreundet sein. ohne hintergedanken. wenn liebe auf trieben basieren würde, würde ich doch in jedes hübsche mädchen untersterblich verliebt sein.

Ich denke, es gibt liebe auf körperlicher und seelischer ebene:
körperlich: auf trieben basierend, theoretisch immer hetero
seelisch: jedenfalls nicht auf trieben basierend, beeinflusst das körperliche ( daraus kann denn auch homosexualität entstehen)


ja ja...die Liebe! das wahrscheinlich schwierigste Thema von allen!
genug kopfzerbrechen... Jetzt Schlafung einleiten!gute nacht
Deine Bemerkung zu Homosexualitaet verstehe ich jetzt aber nicht: Wie kommst Du auf die Idee, dass Homosexualitaet seelischer Ursache ist? Geht es dabei nicht viel mehr darum, dass man sich koerperlich eher zum eigenen Geschlecht hingezogen fuehlt?

Das mit dem "sich in jedes huebsche Maedchen verlieben" find ich hingegen sehr einleuchtend. Dankeschoen. =)
Ich glaube, da hat Bennet eine eigene Theorie in den Raum gestellt!
kommt drauf an, was du unter liebesbeziehung verstehst.. wenn diese auf sex aufbaut, wird sie unweigerlich irgendwann damit auch enden, somit nur temporär bestand hat ... für eine liebe, die dieses leben standhalten soll, und darüber hinaus, liegt die wertebasis sicherlich in ganz anderen dingen ...
_________________
"Was in meinem Herzen geschrieben steht, wissen nur mein Herz und Gott allein"
Hm, eine sehr schwierige Frage!

Also ich denke sehr wohl, dass es Liebesbeziehungen gibt, auch zum eigenen Geschlecht, die, wie es Bennet so schön bezeichnet hat, rein seelischer Natur sind und dass diese oft die reineren und tiefgehenderen sind. Liebe bedeutet ja nicht nur die Liebe zu dem Partner (welchen Geschlechtes jetzt auch immer), sondern auch zu Freunden, die ebenso wichtig für das Leben sind.

Was nun den Sex betrifft, so ist er in einer Liebesbeziehung zwischen Mann und Frau von großer Wichtigkeit und vielleicht auch das i-Tüpfekchen, das weiß ich nicht, aber wenn Sex in einer Beziehung nicht gut funktioniert, gehen "bei aller Liebe" die Gefühle irgendwann verloren, weil er einfach ein so wichtiger Teil dessen ist, was wir Liebesbeziehung nennen!

Ok, keine Ahnung, ob das jetzt logisch war, haha!

Wünsch euch was
Ich glaube, es gibt verschiedene Lieben. Da ist einmal die Verliebtheit, die wahrscheinlich hauptsächlich hormonell bedingt ist. Dann gibt es eine Sympathie, die sehr stark sein kann. Dann gibt es ein Achten, oder eine Devotion. Im Religiösen strebt man eine Allliebe an. Liebe ist ja mit Offenheit verbunden, und die macht weit und glücklich. (Mit dieser Allliebe meine ich natürlich nicht die Affenliebe, die alles durch lässt).

Kann ich einen Partner lieben, mit dem ich keine sexuelle Verbindung mehr haben kann, aus was für Gründen auch immer? In meinem Leben hat sich so etwas Schritt für Schritt angebahnt. Da stellt sich die Frage, soll ich die Partnerin einfach "wegwerfen". Mit jedem Schritt habe ich etwas dazu lernen können, um das ich dann froh war, und das mich dadurch auch glücklich gemacht hat. Aber dies ist ein Prozess!

Astrologisch entspricht das Ausleben der Sexualität u.a. dem Mars-Symbol. Diese Kraft kann nach diesem Denken auch anders ausgelebt werden, aber sie muss dann anders ausgelebt werden. Wenn ich diese Kraft hauptsächlich im Sexuellen auslebe, kann sie mir u.U. an einem anderen Ort fehlen. Wir sind keine Wesen ohne Einschränkungen, und müssen deshalb die Energien, die wir immer wieder bekommen, richtig lenken, damit ein Energiefluss entsteht, der schlussendlich in die richtige Richtung mehr Kraft gibt. Was dieser Fluss für jeden ist, kann man nicht allgemien beurteilen.

NicoS