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Hallo ihr Lieben,
vielleicht habt ihr das schon gehört. Am Sonntagabend lief auf ARD in der Krimi-Serie Tatort mit dem Titel "Wem Ehre gebührt" eine Folge der Krimi-Serie.
Da geht es um eine türkisch-alevitische Familie, wo der Vater seine älteste Tochter sexuell missbraucht. Da werden die schon sowieso bestehenden Vorurteile gegenüber Aleviten nochmals bestärkt und bestätigt. Schon im osmanischen Zeit warfen die Sunniten den Aleviten Inzest vor, weil diese ihre Rituale gemeinsam mit Frauen und Kinder ausführten.
Ich bin selber Aleviten und fühle mich angegriffen. Wie seht ihr das?
Freue mich auf eure Feedbacks
Nela
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Hallo!
Nur weil es in einem Film, der darüber hinaus langweilig und schlecht gemacht war, um eine Familie mit alevitischem Religionshintergrund geht, in der es Inzest gab, Anzeigen wegen Volksverhetzung gegen den NDR zu erstatten und zu Demos aufzurufen, ist reichlich übertrieben und lächerlich.
Was ist aus freier Kunst und freier Meinungsäusserung geworden?
Sollte ein Pole, weil in einem anderen Tatort ein Landsmann von ihm als Autodieb gezeigt wird, Anzeige gegen den Sender wegen Volksverhetzung erstatten?
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| Zitat: |
| Sollte der Deutsche, weil in einem anderen Film deutschstämmige Rechtsradikale einen Ausländer verprügeln... |
Es wird aber im Gegensatz zu den Aleviten schwer sein abzustreiten, dass dies auch regelmäßig passiert. Die Aussage wäre daher nicht aus der Luft gegriffen. Und das ist ja auch das Problem. Es ist eine alte, lächerliche Verleumdung gegenüber Aleviten.
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Hallo Nela,
ich sehe das überhaupt nicht als bösartige Unterstellung den Aleviten gegenüber. Kindesmißbrauch kommt bei allen Glaubensrichtungen vor. Wenn ein Christ ein Kind mißbraucht, und es wird darüber berichet, dann fühle ich mich doch nicht als Christ angegriffen.
Vielleicht liegt das Problem darin, daß manche Türken viel mehr Gedöns um ihren Glauben machen, als es angebracht ist. Der Glaube dient vielen als persönlicher Identifikationspunkt in der "fremden" mitteleuropäischen Welt. So wird dem Glauben eine nach aussen wirkende, vor fremdem Einflüssen schützende Aufgabe zugewiesen. Und dann erscheint jegliche "Kritik" an diesem Glauben sofort als ein Angriff auf die eigene Persönlichkeit.
Wir Deutschen, die wir nicht in der Fremde leben, haben deshalb ein wesentlich entspannteres Verhältnis auf "Angriffe" gegen unseren Glauben. Weil wir diese "Angriffe" nicht als gegen uns persönlich gerichtet wahrnehmen müssen. Würde ich in einem muslimischen Land leben, und ein ähnlicher Film käme dort im Fernsehen, dann würde ich mich vielleicht auch zuerst einmal persönlich betroffen fühlen. Aber was wäre wirklich der Grund? Daß es bei Christen keinen Kindesmißbrauch gibt? Nein, ich würde mir sagen, warum ausgerechnet sollen hier wieder Christen als Sünder dargestellt werden. Und dann müßte ich mir aber sagen: Wieso denn nicht? Wieso verlange ich hier eine Rücksicht? Wieso sehe ich hier einen Angriff? Es ist doch gerade ein Zeichen der gesellschaftlichen Anerkennung, wenn nicht mehr Rücksicht genommen werden muß. Wenn niemand mehr sagt: Das kann man so nicht bringen, weil man Rücksicht nehmen muß. Wenn keine Sonderbehandlung mehr stattfindet.
Das ist ähnlich wie mit der Frauenquote. Von vielen Frauen wird das gerade als Zeichen angesehen, daß die Frauen nicht gleichberechtigt sind, da sie ja noch dieses Schutzes bedürfen.
Mein Fazit:
Ich sehe es als Fortschritt im Umgang mit Menschen anderer Kulturen.
Als Ausdruck einer Ungezwungenheit im Umgang miteinander.
Bernhard
Hier noch ein Link zu Aleviten:
http://www.aufenthaltstitel.de/stichwort/aleviten.html
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