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Zeit ist relativ?












Vorwort: Ich muss mir ab und zu wieder was von der Seele schreiben, besonders wenn mich das Leben in irgendeiner Weise nervt. Ich kenne das Forum bereits von früher und finde die Leute hier super, darum werd ich es hier mal von der Seele schreiben. Was ich mir wünsche? Dass es mir danach besser geht, Anregungen die meine Situation verbessern etc ... Ich danke euch vielmals wenn ihr es durchlest, jedoch wird der Text "relativ" lang werden.

Erstmal was mich grade am meisten verwirrt, das Wort relativ ... das find ich relativ verwirrend *rolleyes* Ich mag es nicht mehr, es bedeutet weder viel, noch weniger ... kein ja, kein nein; keine Zustimmung, keine Ablehnung. Das ist es allgemein. Also wirklich alles. Verwirrend und ohne Bedeutung. Das schlimmste ist jedoch die Frage "Warum machen wir(die Menschheit) das". Wobei das "das" sich auf so vieles bezieht. Warum stehen wir täglich um 7 Uhr auf? Warum machen wir uns dann nicht einfach Spaß sondern donnern uns mit Pflichten zu. Ich muss dies und ich muss dies ... mach das mach dies. Und machs gut.
Es ging mir mal ganz gut ... ihr müsst wissen ich hatte ca ein halbes Jahr da hat sich alles zum Guten gewendet. Ich begann zu verstehen, es machte mir Kopfweh, aber ich verstand schön langsam. Natürlich wurde nicht alles klar, dies ist fast unmöglich, aber die Verwirrung lies nach. Am Anfang find ich mit eben so einem Thread an, jedoch in einem anderen Forum.
(wer ihn lesen will: http://quatschen.at/thread.php?threadid=15115)
Kurz: Ich wurde Vegetarier (bin ich jetzt noch), ich begann zu meditieren, sah in der Welt die guten Sachen anstatt mir wie vorher über alles die schlimmsten Gedanken zu machen.

Dann, es war Februar, kam ein Spiel auf den Markt. World of Warcraft. Ich wollte es nicht, nein, jedoch, ich habs mir gekauft. Ich würde es nie wieder tun, ich will es aber auch nicht weglegen (oder will ich es doch?). Jedenfalls ich wurde süchtig danach. Ich habe Tag und Nacht gespielt, ich habs überwunden - zwar nicht ganz aber ich bin nicht mehr viel im Spiel. Doch ich kann mich irgendwie nicht ganz losreißen. Wieder beginne ich mit Sachen, die ich garnicht will. Ich fange wieder an zu Programmieren - mein früheres Laster. Und wieder mache ich es viel zu oft. Mache ich es nicht, frage ich mich nur "was mache ich", mir wird langweilig, ich höre Stundenlang Musik und bin sauer, dass ich sie schon auswenig kenne.

Um nochmal zu dem Punkt zurückzukommen. Ihr müsst euch das jetzt so vorstellen: ALLES LIEF PERFEKT - kein Stress in der Schule (ich hab gelernt, ich wollte es, ich wusste es ist besser für mich) - kein Stress mit der Zeit (habe ich Zeit gebraucht, habe ich mir diese gegönnt anstatt hektisch zu werden) - im Grunde war wirklich alles so super, dass ich dachte 1-2 Stunden Spielen können nicht schaden. Nur diesen Tag an dem ich das Spiel gekauft habe bereue ich sehr.
Einige Freunde steckten mich in der Schule dem "Spielfieber" an. Ich kannte das Spiel kaum. Ha ... zuhause -> Vater angerufen -> Er soll das Spiel kaufen. Er sagte dann es gäbe keines mehr, ich fuhr sofort los um es selbst zu sehen (?) und als ich dort war, kaufte ich eines (es waren doch noch welche da). Hier ging es los. 8 Stunden vorm PC warten bis die Server online gingen (ist ein online spiel) das ganze mit dem Gedanken "Ich möchte meditieren - ach einen Tag kann ich schonmal auslassen". So geschah es, dass ich bis 2 Uhr in der Nacht spielte um dann noch zu meditieren .. was schwer fällt .. müde und dann das, nein, da lieber im Bett schlafen gehen. Ich ging dann also noch ein paar mal wirklich meditieren, dann vergaß ich total darauf. Stundenlang vor dem PC-sitzend verlor ich jedliche Realität, in der Schule gingen die Noten teilweise abwärts, bzw eher stabil bis leicht schlechter. Ich kam heim, schaltete den PC ein und begann zu zocken. Mit einigen WC-Pausen spielte ich bis 1-2 Uhr in der Nacht. Und das täglich, egal ob Schultag oder nicht! Ich wurde immer mehr mein Charakter, ich wäre es immer noch, wäre da nicht etwas eingetreten: ein Zockerfreund von mir muss die ganze Woche in ein Internat, kann also nicht mehr spielen. Der Rest verlor einer nach dem anderen die Lust, was eine Art Kettenreaktion war. Jeder verlor einen mit dem er spielen konnte, also spielte der eine nur wenn der andere da war, was aber immer seltener der Fall war. Alleine war langweilig, also fang ich bisschen an zu programmieren und die Zeit durchzudrücken.

Genau hier liegt das Problem!

Zeit durchdrücken ... Welch ein Horror. Ich brauche doch eigentlich mehr Zeit, verdammt, ich müsste lernen, Hausübung machen etc... Dafür hab ich keine Zeit. Doch sitze ich oft hier und will die Zeit durchdrücken, einfach schnell überstehen, es soll Nacht sein und ich soll schlafen. Kurz gesagt: Mir ist langweilig obwohl ich doch was zu tun hätte.

Also was mache ich. Ich beginne wie "normale" (schonwieder so ein wort ... normal ... igitt ...) Jugendliche einfach öfter mal auszugehen. Doch irgendwie gibt mir Alkohol keine Befriedigung. Führte nur dazu dass ich fast einem Freund bei einer Geburtstagsparty die Freundin ausgespannt hätte (bzw Sie sich mich geschnappt hätte, wenn ich es zugelassen hätte ...) Außerdem ist das ein teures Hobby... Trinken kostet und schadet. Trotzdem steht mir das Verlangen nur nach Ausgehen, Trinken, Freundin suchen. Was ich aber eigentlich gar nicht will (?) (zumindest die ersten beiden Punkte).
Also was mache ich eigentlich den ganzen Tag: an möglichst wenig denken, sonst denke ich ans Wochenende, ans Saufen, an sinnloseste Sachen der Welt. Ich fürchte um meine Intelligenz, ich fürchte darum so zu werden wie der (große) Rest der Welt (mit Ausnahmen).

Ich bekomme irgendwie Angst ... jetzt in diesem Moment .. ich weiß nicht warum, wahrscheinlich weil ich wirklich so werde. Kurzsichtig (nein, nicht das mit der Brille, sondern gedanklich kurzsichtig).

Eigentlich fällt mir dazu nur noch genau das gleiche ein, was auch beim letzten Artikel stand:
Zitat:
Ich hoffe diese Wandlung beendet sich nicht und wenn dann zum Guten. Denn einerseits kann es sein, dass ich es nicht mehr sehen werde. Dass ich das was ich geschrieben hab, nichtmal mehr nachvollziehen kann. Dass ich so wie der Rest werde .. oder alles einsehen, das wäre die 2te Möglichkeit.
Jedenfalls "ICH HALLTS NICHT MEHR LANGE AUS" ... Wann versteht die Welt dass der Spruch mehr bedeutet als es scheint: "Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teilchen (Aristoteles)"




Vielen Dank, wenn ihr es gelesen habt, "macht nichts", wenn nicht. Ist ja schließlich eure Entscheidung. Tja wie solls weitergehen. Ich werde verrückt, ich wandle mich zurück(am besten genau zu dem Tag als ich das Spiel gekauft habe) und kaufe es diesmal NICHT oder ...

Ich denke ich werde heute wieder meditieren. Das habe ich wirklich lange nicht mehr gemacht. Eigentlich sollte ich Englisch lernen, aber naja. Ich werde weder ins Spiel einsteigen, noch programmieren. Wiederrum (wie im Beitrag "Ich bin !ICH!") werde ich innerlich aufgefressen. Von mir selbst. Ich versuche das mal zu stoppen, weiß jedoch nicht wie.

Ist es nicht verrückt ... dieser Kreis des Lebens! ( ... Zeit verläuft wohl nicht linear... ?!? )
Lieber Yuest,

beim Lesen deines Beitrages ist mir aufgefallen, was für einen harten Kampf du gerade in deinem Inneren austrägst. Es erfüllt mich mit Trauer, das Ergebnis dieses Kampfes zu betrachten: innere Spaltung.

Die Welt des Geistes ist die Grundlage alles Materiellen, so wie der Geist des Menschen die Welt der Atome durchdringt und diese anordnet. Der mit Vernunft begabte Geist des Menschen, oder besser gesagt seine Seele, ist etwas Ganzes, nicht zusammengesetzt und deshalb unteilbar in ihrem Wesen.

Eine tiefe Sehnsucht brennt im Herzen der Menschen, weil sie vergessen haben, wer sie wirklich sind. Keine materielle Befriedigung kann diese Sehnsucht löschen, noch sie mindern. Kaum hat man das vermeintlich Ersehnte erreicht, da fällt das Augenmerk schon auf das nächste materielle Ziel.

Lieber Yuest ,diese spezielle Sehnsucht der Seele, ist die eigene Ent-deckung, die Er-lösung von allen dualistischen Denkweisen, denn sie entspringen nicht der Wahrheit Ihres Wesens. Im Nachhausekommen in die tiefste Wahrheit, liegt doch der Sinn des Lebens verborgen und dein Herz wird dich dahin führen, folge ihm. Aus ihm spricht die Sehnsucht des Lebens nach sich selbst. Hier, und nur hier, in der Einheit, ist der Frieden zu finden, der allen geistigen Durst und Hunger zu stillen vermag.

Zitat:
Denke ein wenig nach!
Hast du jemals gehört, daß Freund und Feind im selben Herzen wohnen?
So vertreibe den Fremdling, daß der Freund in Seine Wohnung Einzug halte.

(Baha'u'llah, Die Verborgenen Worte, p. s.25)


Zitat:
Des Zweifels niedre Stufen lasse hinter dir
und schwinge dich empor zu den erhabnen Höhen der Gewißheit.
Öffne der Wahrheit Auge, die unverschleierte Schönheit zu schauen und laut zu rufen: Geheiligt sei der Herr, der vortrefflichste aller Schöpfer!

(Baha'u'llah, Die Verborgenen Worte, p. s.7)


Zitat:
O Sohn des Geistes!

Zerbrich den Käfig und dem Phönix der Liebe gleich
schwinge dich auf in den Himmel der Heiligkeit.
Entsage dem Selbst und ruhe,
erfüllt vom Geist der Gnade, im Reiche himmlischer Reinheit.

(Baha'u'llah, Die Verborgenen Worte, p. s.36)


Ich nehme an, du bist ein ernsthafter Sucher nach der Wahrheit. In diesem Sinne bitte ich dich alles auf seinen Wahrheitsgehalt hin zu prüfen, damit dir nichts entgeht. Höre auf deine Sehnsucht und sieh durch alle Schleiher hindurch, damit du einen Blitzstrahl der erhabenen Einheit vernehmen kannst, deren Ruf die Welten durchdringt. Im Geiste der Freundschaft schreibe ich dies nicht nur dir, sondern auch mir selbst, wo ich mich doch in dir wiedererkannt habe. Bitte nehme meine besten Wünsche für deinen Weg an.

In inniger Verbundenheit,
Robi
Hallo Yuest,

was ist nicht relativ

Ich weiß nicht was und wie Du meditierst - aber die Erfahrung der Einheit,
die man dort erfährt, kann in Deiner Situation sicher hilfreich sein. Hier
stelle ich Dir einen Spruch des zeitgenössischen Zenmeisters Wu Bong
'rein - denk' nicht lang darüber nach; lies ihn und lass' ihn fallen...
Zitat:
Vorschriften sind dazu da, um uns zu helfen, unsere
Anhaftungen abzuschneiden. Wenn das geschehen ist,
werden alle Vorschriften von selbst eingehalten.
Also stelle ich euch eine Frage:

Vor langer Zeit hat Meister Nan-ch'üan eine Katze mit
einem Messer entzweigeschnitten. War das eine gute
oder eine böse Tat? Wenn ihr sitzen bleibt, ohne eine
Antwort zu geben, seid ihr nicht besser als Felsblöcke;
aber jedes Wort das ihr sagt ist falsch. Was tut ihr ???
danke mal für die Antworten, aber irgendwie hilft alles nichts. Ich fühl mich leer, dem Nullpunkt nahe. Total am Boden. Es wird alles schlechter, immer. Ich scheiß drauf, ich scheiß auf den beschissenen PC, die ganzen Wertgegenstände, alles. Ich hab's da stehen, na und? Hab mir von der Gesellschaft einreden lassen ich brauch einen Großbildfernseher, eine Dolby anlage, einen superschnellen PC. SCHEISS AUF DIE GESELLSCHAFT!

Verdammt mit störts, einfach nichts klappt. Schule ; Freunde ; Freudin ;
Sie findet mich süß, aber sie hat sich nicht in mich verliebt :o/ super!!! Typisch! und sagt nicht es kommt schon noch die richtige. In der heutigen Welt gibt es keine "Richtige" mehr. Den Glauben hab ich aufgegeben, es gibt nur eine vielzahl passender Subjekte. So naif wie ich war hab ich trotz dieser Tatsache geglaubt, sie könnte zu mir passen; aber nein lass uns lieber Freunde bleiben! :o/

Irgendwie werd ich noch immer verrückt. Gestern war ich auf einem kleinen Konzert - total dicht gewesen. Mir geht schön langsam alles am A* vorbei. Ich weiß nicht, irgendwie versteh ich die Welt gar nicht mehr.
Und irgendetwas im inneren schreit nach irgendetwas,aber was?
Lieber Yuest, du bist nicht allein!
Dir gehts genauso ab wie einigen Leute hier auf der Welt. Vor etwa 6 Monate ging es bei mir auch so ähnlich ab wie du gerade durchlebst. Heute ist es leider noch nicht "perfektioniert", ich meine hiermit, dass mir noch nicht gut geht. Eines muss man wissen können: Geduld braucht man, und ich bin eh oft ungeduldig.
Nach dem Tiefpunkt kommt noch die Höhepunkt.
Vielleicht warst du selber in einem Höhepunkt, und als der Zenit erreicht worden ist, gehts dir schlechter. So wars bei mir jedenfalls.
Da ich die Welt eh nie verstehe, rede ich mir diesen Motto ein:
"DAS LEBEN IST INTERESSANT, DIE WELT UND IHRE KOMISCHHEIT"
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