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Bahá'u'lláh über den wahren Sucher
Teil 1
O mein Bruder! Wenn ein wahrer Sucher sich entschließt, mit forschendem Schritt den Pfad zu betreten, der zur Erkenntnis des Altehrwürdigen der Tage führt, muß er vor allem sein Herz, den Sitz der Offenbarung der inneren Mysterien Gottes, vom trübenden Staub allen erworbenen Wissens und von den Andeutungen der Verkörperungen satanischer Wahngebilde reinigen. Er muß seine Brust, das Heiligtum der immerwährenden Liebe des Geliebten, von jeder Befleckung läutern und seine Seele von allem heiligen, was dem Wasser und dem Lehm zugehört, von allen schattenhaften, flüchtigen Verhaftungen. Er muß sein Herz so läutern, daß kein Rest von Liebe oder Haß darin verbleibt, damit weder Liebe ihn blind zum Irrtum leite noch Haß ihn von der Wahrheit scheuche. Denn wie du an diesem Tage siehst, sind die meisten Menschen solcher Liebe und solchen Hasses wegen des unsterblichen Antlitzes beraubt, sind von den Verkörperungen der göttlichen Mysterien weit abgeirrt und streifen hirtenlos durch die Wildnis des Vergessens und des Irrtums. Der Sucher soll allezeit sein Vertrauen in Gott setzen und sich von den Erdenmenschen abkehren. Er soll sich von der Welt des Staubes lösen und Ihm, dem Herrn der Herren, anhangen. Nie darf er sich über einen anderen erheben wollen, jede Spur von Stolz und Dünkel soll er von der Tafel seines Herzens waschen. Er soll in Geduld und Ergebung harren, Schweigen üben und sich eitler Rede enthalten. Denn die Zunge ist ein schwelend Feuer, und zuviel der Rede ein tödlich Gift. Natürliches Feuer verbrennt den Körper, das Feuer der Zunge aber verzehrt Herz und Seele. Die Kraft des einen währt nur eine Weile, aber die Wirkung des anderen dauert ein Jahrhundert lang. (Bahá'u'lláh, Kitáb-i-Íqán, Vers 213)
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Ist es gestattet, nachzufragen ?
| Zitat: |
| Der Sucher soll allezeit sein Vertrauen in Gott setzen und sich von den Erdenmenschen abkehren. |
Was wird damit gemeint ? Sind wir nicht alle Erdenmenschen und leben in Gemeinschaften - warum soll ich mich von meinem Nächsten abwenden ?
| Zitat: |
| Denn wie du an diesem Tage siehst, sind die meisten Menschen solcher Liebe und solchen Hasses wegen des unsterblichen Antlitzes beraubt, sind von den Verkörperungen der göttlichen Mysterien weit abgeirrt und streifen hirtenlos durch die Wildnis des Vergessens und des Irrtums |
Ich weiß nicht, wie es andere empfinden - aber für mich klingt das etwas düster. Vielleicht äußern sich noch andere Mitschreibende - es sollte keine Furcht vor dem Schreiben da sein, denn sonst kann man auch nichts verstehen. Kenne ja meine Art, ins Fettnäpfchen zu treten.
Wenn die Frage aber nicht gestattet ist, dann bitte ich, sie zu löschen.
Gruß
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Liebe Gabriele,
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| Ist es gestattet, nachzufragen? |
Natürlich.
| Zitat: |
| Sind wir nicht alle Erdenmenschen und leben in Gemeinschaften - warum soll ich mich von meinem Nächsten abwenden? |
Bahá'u'lláh schreibt dort:
Der Sucher soll allezeit sein Vertrauen in Gott setzen und sich von den Erdenmenschen abkehren. Er soll sich von der Welt des Staubes lösen und Ihm, dem Herrn der Herren, anhangen.
Nach meiner Interpretation meint er damit das man sein Vertrauen voll auf Gott setzen soll und nicht auf andere Menschen. Man soll darauf vertrauen das Gott einem auf dem Weg der Wahrheitssuche führt und sich nicht von Menschen, wie Priester oder Gurus, führen lassen.
Bahá'u'lláh spricht sich in seiner Offenbarung gegen Einsiedelei, Kasteiung und Menschenferne aus. Vielmehr spricht er sich für die Einheit der gesamten Menschheit aus, in der niemand außerhalb der Gesellschaft lebt.
| Zitat: |
| Ich weiß nicht, wie es andere empfinden - aber für mich klingt das etwas düster. Vielleicht äußern sich noch andere Mitschreibende - es sollte keine Furcht vor dem Schreiben da sein, denn sonst kann man auch nichts verstehen. Kenne ja meine Art, ins Fettnäpfchen zu treten. |
Wieso sollte hier Furcht sein?
Der volle Sinnzusammenhang des Verses lautet:
Er muß sein Herz so läutern, daß kein Rest von Liebe oder Haß darin verbleibt, damit weder Liebe ihn blind zum Irrtum leite noch Haß ihn von der Wahrheit scheuche. Denn wie du an diesem Tage siehst, sind die meisten Menschen solcher Liebe und solchen Hasses wegen des unsterblichen Antlitzes beraubt, sind von den Verkörperungen der göttlichen Mysterien weit abgeirrt und streifen hirtenlos durch die Wildnis des Vergessens und des Irrtums.
Meine Interpretation dazu ist: Bahá'u'lláh sagt hier man soll sein Herz von der Liebe zu seinen alten theologischen Vorstellungen reinigen, ebenso wie auch vom Hass zu bestimmten Vorstellungen, die Wahrheit selbst soll im Mittelpunkt stehen. Als Bekräftigung führt er die Zustände der Zeit an, eine Zeit in der religiöser Hass, oft aus Liebe zur eigenen Religion, zu schlimmen Taten führt. Man denke hier zum Beispiel an die traurigen Terroranschläge in den USA. Auch im 19. Jahrhundert machten sich diese Probleme schon bemerkbar, besonders im Orient. Aber auch im Christentum, welches zu dieser Zeit immer mehr zersplitterte.
Liebe Grüße, Tobias
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Entschuldige, lieber Tobias, ich wußte nicht, daß es nur zum Lesen gedacht war.
Gelesen und abgehakt.
Wenn es aber zum Lesen und zum Reagieren ist, so kommen keine Reaktionen seitens der Leser bzw. Teilnehmer.
Und warum nicht ?
Oder findet man in gewisser Weise Reaktionen in anderen Threads, die dann auf die diese Aussagen in anderer Form reagieren ?
Schon seltsam.
Vielleicht hätte ich auch nicht reagieren sollen.
lieben Gruß Gabriele
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Liebe Gabriele,
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| Entschuldige, lieber Tobias, ich wußte nicht, daß es nur zum Lesen gedacht war. |
Ich habe doch auf deine Frage geantwortet? Wie kommst du jetzt darauf?
Liebe Grüße, Tobias
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