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Körper und Seele
Die Baha'i-Lehren, die sich auf Körper und Seele und das Leben nach dem Tod beziehen, befinden sich in völliger Übereinstimmung mit den Ergebnissen der Seelenforschung. Sie lehren, wie wir gesehen haben, daß der Tod nur eine neue Geburt bedeutet, das Entweichen aus dem Gefängnis des Körpers zu einem weiteren Leben, und daß der Fortschritt im kommenden Leben unbegrenzt ist.
Eine große Menge wissenschaftlicher Beweise hat sich nach und nach angesammelt, die nach der Meinung unparteiischer, höchst urteilsfähiger Forscher vollkommen genügt, um die Tatsache eines Lebens nach dem Tode außer jeden Zweifel zu setzen, des fortdauernden Lebens und Wirkens der bewußten „Seele“ nach ihrer Loslösung von dem stofflichen Körper. So sagt F.W.H. Myers in seinem Werk Human Personality (Menschliche Persönlichkeit), das viele Forschungsergebnisse der Psychical Research society zusammenfaßt:
„Die Beobachtung, der Versuch und die Folgerung haben viele Forscher, deren einer ich bin, zum Glauben an unmittelbare oder telepathische Verbindung nicht nur zwischen den Seelen der noch auf der Erde weilenden Menschen geführt, sondern auch zwischen Seelen oder Geistern, die noch auf Erden sind, und abgeschiedenen Geistern. Eine solche Entdeckung öffnet auch das Tor zur Offenbarung ... Wir haben gezeigt, daß inmitten von Täuschung und Selbsttäuschung, Betrug und Vorspiegelung wahrhaftige Offenbarungen uns von jenseits des Grabes erreichen ... Durch Entdeckung und Offenbarung wurden vorläufig gewisse Regeln bezüglich solcher abgeschiedenen Seelen aufgestellt, wie wir ihnen zu begegnen imstande waren. Zuerst und hauptsächlich habe ich wenigstens Grund zu glauben, daß ihr Zustand der einer endlosen Entwicklung in Weisheit und Liebe ist. Ihre Liebe dauert weiter, und am meisten von allem jene höchste Liebe, welche ihr Ziel findet in der Anbetung und Verehrung ... Das übel erscheint ihnen weniger etwas Schreckliches zu sein, denn etwas Knechtisches. Es ist in keinem mächtigen Herrscher verkörpert; vielmehr bildet es eine Insel des Wahnsinns, von dem die höheren Geister die irregeleitete Seele zu befreien suchen. Hier braucht es kein Fegefeuer; Selbsterkenntnis ist des Menschen Strafe und sein Lohn; Selbsterkenntnis und die Nähe oder Ferne von verwandten Seelen. Denn in dieser Welt ist Liebe tatsächlich Selbsterhaltung; die Gemeinschaft der Heiligen schmückt nicht nur, sondern bildet das ewige Leben. Nein, aus den Gesetzen der Telepathie folgt, daß diese Gemeinschaft schon hier und jetzt ihre Wirkung auf uns ausübt. Sogar jetzt gibt die Liebe der abgeschiedenen Seelen Antwort auf unsere Anrufungen. Schon jetzt hält und stützt unser liebendes Gedenken - Liebe ist selbst ein Gebet - jene befreiten Geister auf ihrem Weg zur Höhe.“
Das Maß an Übereinstimmung zwischen dieser Ansicht, die auf sorgfältiger wissenschaftlicher Forschung begründet ist, und jener der Baha'i-Lehre ist wirklich bemerkenswert.
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Einheit der Menschheit
„Ihr seid alle die Früchte einer Baumes, die Blätter einer Zweiges, die Blumen einer Gartens.“ Das ist einer der bezeichnendsten Sprüche von Baha'u'llah, und ein anderer ist ihm ähnlich:
„Ruhm gebührt nicht dem, der nur sein eigenes Land liebt, sondern dem, der das ganze Menschengeschlecht liebt.“
Einheit, Einheit der Menschheit und aller erschaffenen Wesen in Gott, ist der Leitgedanke seiner Lehre. Hier wird wieder der Einklang zwischen wahrer Religion und Wissenschaft offenbar. Mit jedem Fortschritt der Wissenschaft ist die Einheit des Weltalls und die gegenseitige Abhängigkeit seiner Teile immer klarer ersichtlich geworden. Das Gebiet des Astronomen ist untrennbar verbunden mit dem des Physikers und das des Physikers mit dem des Chemikers, das des Chemikers mit dem des Biologen, das des Biologen mit dem des Psychologen usw. Jede neue Entdeckung auf dem einen Felde des Forschens wirft neues Licht auf andere Gebiete. Wie die Wissenschaft der Physik gezeigt hat, daß jedes Partikel der Materie im Weltall jedes andere Partikel anzieht und beeinflußt, es möge noch so winzig oder weit vom andern entfernt sein, so findet die Psychologie, daß jede Seele im Weltall auf jede andere Seele einwirkt und Einfluß hat. Prinz Kropotkin zeigt in seinem Buch über „Mutual Aid“ (‘Wechselseitige Hilfe’) überaus klar, daß sogar unter den niederen Tieren wechselseitige Hilfe unbedingt zur Erhaltung des Lebens notwendig ist, während beim Menschen der Fortschritt der Zivilisation abhängt vom wachsenden Ersatz gegenseitiger Feindschaft durch gegenseitige Hilfe. „Einer für alle und alle für einen“ ist der einzige Grundsatz, nach dem eine Gemeinschaft gedeihen kann.
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Das Zeitalter der Einheit
Alle Zeichen der Zeit zeigen uns, daß wir am Aufdämmern eines neuen Zeitalters in der Geschichte der Menschheit stehen. Bis heute klammerte sich der junge Adler der Menschheit an das alte Nest auf dem festen Felsen der Selbstsucht und des Materialismus. Seine Bemühungen, seine Flügel zu benützen, waren ängstlich und nur versuchsweise. Unablässig sehnte er sich nach noch Unerreichbarem. Mehr und mehr nahm er Anstoß an den Beschränkungen der alten Glaubenssätze und der alten Rechtgläubigkeit. Aber nun ist die Zeit der Beschränkung zu Ende, und er kann sich auf den Flügeln des Glaubens und der Vernunft zu den höheren Reichen geistiger Liebe und Wahrheit erheben. Er wird nicht länger erdgebunden sein, wie er es war, bevor ihm seine Schwingen wuchsen, sondern er wird sich nach seinem Willen emporschwingen zu den Regionen eines weiten Ausblicks und einer herrlichen Freiheit. Eines aber tut not, damit sein Flug sicher und gleichmäßig sei. Seine Schwingen müssen nicht nur stark sein, sondern sie müssen sich in vollkommener Harmonie und gegenseitigem Einordnen bewegen. Abdu'l-Baha sagt hierzu:
„Mit einem Flügel allein kann man unmöglich fliegen: Wenn jemand versuchen wollte, nur mit dem Flügel der Religion zu fliegen, so würde er rasch in den Sumpf des Aberglaubens stürzen, während er andererseits nur mit dem Flügel der Wissenschaft auch keinen Fortschritt machen, sondern in den hoffnungslosen Morast des Materialismus fallen würde.“
Vollkommener Einklang zwischen Wissenschaft und Religion ist die notwendige Voraussetzung für das höhere Leben der Menschheit. Wenn dieses Ziel erreicht ist und jedes Kind erzogen wird, nicht nur im Studium der Wissenschaften und Künste, sondern auch in der Liebe zur ganzen Menschheit und ebenso in der freudigen Ergebung in Gottes Willen, wie er sich offenbart im Fortschritt der Entwicklung und in den Lehren der Offenbarer, dann und nur dann wird das Reich Gottes kommen und sein Wille geschehen auf Erden wie im Himmel. Dann und nur dann wird der Größte Friede seine Segnungen über die Welt ergießen. Abdu'l-Baha sagt:
„Wenn die Religion, befreit von Aberglauben, Überlieferungen und unverständigen Dogmen, ihre Übereinstimmung mit der Wissenschaft dartut, so wird eine große einigende, reinigende Kraft in der Welt sein, die alle Kriege, Uneinigkeiten, Mißklänge und Streitigkeiten vor sich herkehrt, und dann wird die Menschheit in der Macht der Gottesliebe vereinigt werden.“
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Lieber Friend,
| Zitat: |
| Vollkommener Einklang zwischen Wissenschaft und Religion ist die notwendige Voraussetzung für das höhere Leben der Menschheit. |
Der ist aber kaum zu erreichen - die Wissenschaft muß grundsätzlich davon ausgehen daß sie falsifizierbar ist; die Religionen [zumindest die organisierten] gehen grundsätzlich davon aus daß sie nicht falsifizierbar sind, und wenn die eine der anderen widerspricht, dann gilt
| Zitat: |
| es ist ja nicht so, dass die Wissenschaft ein Monopol auf die Wahrheit hätte. |
Ich fürchte, daß der junge Adler bei dieser Art von Fliegerei recht schnell luftkrank wird...
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